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Das Amtliche Organ des Senats der Freien SanieNadt Vremen
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Sie Sprache »es amtlichen Oesterreich:
Geben Sie uns Gelegenheit, mit Ahnen zu kSmvhm"
Wien, 14. Mai. Unter Teilnahme des Bundeskanzlers und der christlich-sozialen Mitglieder der Regierung fand heute in Wien eine große Tür- kenbefreiungsfeier des Starhembe'cgschen Heimatschutzes statt. Starhemberg forderte in seiner Rede die tzeimatwehren auf, dem deutschen Oesterreich die Treue zu bewahren und für ein „freies deutsches Oesterreich" zu kämpfen. An den Bundeskanzler richtete er ebenso wie sein Vorredner Minister Fey die Bitte:
Bleiben Sie hart, geben Sie uns, wenn Sie den Zeitpunkt für gekommen erachten, Gelegenheit, mit Ihnen zu kämpfen.
8nm Schluß wandte -er sich gegen die Nationalsozialisten und meinte, daß der Heimatschutz den endlichen Erfolg erringen werde. Bundeskanzler Dr. Dollfuß'führte u. a. aus: Heute geht es nicht darum, ob wir eine größere oder kleinere Gruppe im Parlament vertreten, heute geht es um das
Ganze, da wir gewillt sind „Oesterreich zu erhalten". Von Schönbrunn marschierten die uniformierten Formationen der Heimwehr in die Stadt und defilierten auf dem Schwarzenberg-Platz.
Der Vorbeimarsch dauerte vier Stunden. An mehreren Stellen des Zuges kam es zu heftigen Gegenkundgebungen. Bei einer von ihnen wurde mit gefälltem Bajonett die Straße geräumt. In einer Reihe von Provinzorten ist es bei der Verladung der Heimwehren zu Zusammenstößen gekommen. So sind in St. Polten vier Heimwehrleute schwer verletzt worden. Acht Nationalsozialisten wurden dort verhaftet. Zu Zusammenstößen zwischen Starhembe'rgschen und herrischen Heimwehren ist es auch in Bruck und Loeben gekommen. Mehrfach wurden auch die Züge mit Steinen beworfen. Nach einer zuverlässigen Privöt- zählung haben entgegen der Angabe der Heimwehr von über 40 000 Teilnehmern lediglich 25 000 uniformierte an dem Aufmarsch teilgenommen.
Dr. Frank fordert Genugtuung von der österreichischen Regierung
Reichsjnstizkommissar Dr. Frank traf am Sonntag abend im Kraftwagen in Graz ein, wo er trotz der späten Stunde von der Menge stürmisch begrüßt wurde. Da ähnlich wie in Wien der Wagen des Ministers nicht den ursprünglich vorgesehenen Weg nehmen durste, stieg Dr. Frank zum Protest aus und begab sich zu Fuß zum Gebäude der Ganleitung der Nationalsozialistischen Partei. Der Krastrvageusührer fuhr mit dem Wagen, in dem die Gattin des Ministers faß, weiter und erkundigte sich bei einem Wachtmann nach dem Weg. Der Wagcnlenker wurde plötzlich verhaftet, später aber wieder freigelassen. Die Polizei nahm ihm jedoch den Paß ab.
Bei der Begrüßung aus dem Schlotzberg erklärte Neichsjustizkommissar Dr. Frank u. a., die Beleidigung, die die österreichische Regierung den Gästen aus dem Reich zugesügt habe, sei eine Beleidigung Adolf Hitlers und des ganzen deutschen Volkes. Reichsdeutsche würden Oesterreich solange meiden, bis von der österreichischen Regierung Genugtuung für die Beleidigung gegeben werde.
In einem kleinen Kreise von Pressevertretern sprach später Minister Dr. Frank über seinen Wiener Besuch: Als er den österreichischen Justiz- minister Schuschnigg in Berlin kennenlernte, habe ihm dieser gesagt, er würde sich freuen, wenn Dr. Frank ihn in Wien gelegentlich besuchen würde. Daher habe er geglaubt, seinen jetzigen Privat- besuch in Wien verbinden zu sollen mit einer Aufwartung beim österreichischen Bundesminister für Justiz.
„Umso mehr", so sagte Dr. Frank, „als Minister und als Mann, der die Reichsregierung juristisch berät, habe ich mich schwerstens getroffen gesuhlt, als der Vertreter der österreichischen Regierung erklärte, daß mein Besuch nicht erwünscht sei", denn das sei der Sinn seiner Ausführungen gewesen. Damit habe die Sache eine offizielle Note bekommen, weil natürlich die Reichsregierung nicht stillschweigend diesen unfreundlichen Akt hinnehmen könne. Er wisse nicht, welcher Art die Maßnahmen sein werden, die in Berlin ergriffen würden, aber geschehen werde etwas.
reichische Regierung, im Gegensatz zu b-er begeisterten Aufnahme durch Wien selbst gewinnt durch den SonntagsleitartiLel der „Reichspost" „An die reichsdeutschen Gäste" besondere Bedeutung. Sie schreibt u. a., so gern wir die Polemik über vergangene Dinge ruhen lassen, solange es sich um Zufälliges oder Periodisches handelt — über die Grundauffassung der politischen Mission Oesterreichs muß volle Klarheit geschaffen werden, weil davon die Klarheit der Beziehungen zwischen Wien und Berlin abhängt. Diese Mission ist jetzt und in aller Zukunft eine deutsche Mission, die wir nach
unserer Auffassung und nach unserem Können erfüllen. Die gegenwärtige Entwicklung im Reich hat uns dieser Mission nicht enthoben, sondern hat uns zu unseren alten Pflichten noch neue Pflichten auferlegt. Es wird wohl nicht notwendig sein, die internationale Lage von heute und die Beziehungen Berlins zu den europäischenMäch- ten weitläufig zu erörtern, um begreiflich zu machen, was wir mit diesem Satz meinen.
Justizminister Kerrl wieder in Berlin
Berlin, 14. Mai. Auf dem Flugplatz Tempelhof traf Justizminister Kerrl, aus Wien kommend, ein.
Notwendige Mabuahms
Berlin, 14. Mai. Die Landesvorsitzenden, Wahlkreisvorsitzenden und Generalsekretäre der Zentrumspartei tagten am Sonntag unter Vorsitz des neuen Führers Dr. Brü- ning in Berlin, um die Maßnahmen zur Reorganisation der Zentrumsbewegung und ihrer positiven Mitarbeit für eine christliche, nationale und soziale Erneuerung des deutschen Volkes zu beraten.
Zum Zwecke der generellen Regelung der Haltung der Zentrumspartei gegenüber Parteiangehörigen und insbesondere Mandatsträgern, die in Prozesse verwickelt sind und die ja im übrigen ihre Mandate zur Verfügung gestellt haben, ist angeordnet worden, daß ihre Funktionen und Mandate bis znr gerichtlichen Entscheidung, ruhen. In Fällen mit klar erkanntem Tatbestand soll das Notwendige veranlaßt werden. Zur Prüfung aller Fälle ist ein besonderes Ehrengericht eingesetzt worden.
Der TWMger Landdmh ordert SmerÄeess Mitteilt
Die ..NeichSpott" ..an die reichsdeutschen Gäste"
Wien, 14. Mai. Der unfreundliche Emp- !ang der deutschen Minister dnrch die öster-
Meinmgen, 14. Mai. Der große Bauerntag des Thüringer Landbundes und Junglandbundes, der am Sonntag in Meiningen stattfand, wurde zu einem gewaltigen Ereignis. Sportlichen Veranstaltungen und einer Kundgebung auf dem Marktplatz am Sonnabend folgte am Sonntag der sat- zungsmäßige Bauerntag. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des Landbundes führte Darre etwa aus:
Das deutsche Bauerntum nehme in der Geschichte der nationalen Revolution einen ganz besonderen Rang ein. Der Bolschewismus habe sich am Instinkt der deutschen Bauern gebrochen. Der gesunde Sinn des Bauern habe im parlamentarischen Kampf «des Jahres 1932 der nationalen Revolution zum Siege verhelfen.
Der Kamps um die Freiheit des Bauern müsse heute auf neuen Grundlagen durchgeführt werden. Wenn sich gewisse Kreise irgendwelche Hoffnungen machten, die nur an Bankguthaben und Kredite denken, so wolle er ihnen sagen:
Es kommt heute nicht darauf an, das Kapital zu retten, sondern es kommt einzig und allein darauf an, den Bauern und seinen Hof zu retten.
Wir stehen vor der Schicksalsstunde
des deutschen Bauerntums. Gerade heute ist die Stellung des Volks- und Bauernkanzlers Adolf Hitler zum Ausland abhängig von der Geschlossenheit der deutschen Bauern. Wenn die Welt weiß, daß der deutsche Bauer entschlossen ist, mit seinem Führer Adolf Hitler zu siegen oder zu fallen, dann wird der deutsche Staat allen Stürmen Trotz bieten können und neu auferstehen.
Dann wandte sich der Redner in erster Linie organisatorischen Fragen zu. Er kündigte eine gewaltige Vereinheitlichung und Vereinfachung der Bauernorganisationen an, in denen die Verträge der Bauern herabgesetzt werden, aber ein Vielfaches für «die Bauern geleistet werden würde. Nachdem Ministerpräsident Marschier gesprochen hatte, schloß der Vorsitzende die Hauptversammlung und Lab ein Telegramm bekannt, das an -den Reichspräsidenten, den Reichskanzler und an Reichsminister Dr. Hugenberg gerichtet ist. In diesem Telegramm heißt es:
„Die heute aus ganz Thüringen zu ihrem Bauerntag in Meiningen versammelten Mitglieder erwarten, daß Dr. Hugenberg von seinem Amt als Wirtschafts- und Ernährungsminister zurücktritt und dem Führer des deutschen Bauerntums. Walter Darre, Platz macht.
..Das Deutichwm kavaichtwiederdassaaw
erheben"
(Von unserem Pariser Mitarbeiter.)
A. K. Paris, im Mai 1933. Wieder ergießt sich, wie seit langem nicht mehr in diesem Maße, eine Flut von Lügen, VerlemMmng und Haß gegen Deutschland über Frankreichs, öffentliche Meinung. Das Beste ist, diese Wut ruhig und kaltblütig sich verlaufen zu lasten, aber an der sachlichen Grundeinstellung Frankreichs zu dem, was für uns eine Lebensfrage ist, Freiheit und Gleichheit im Rat der Völker, wird sich nichts ändern. Freiheit und Gleichheit steht Wohl ebenso wie Brüderlichkeit auf jedem französischen öffentlichen Gebäude mehr oder weniger geschmackvoll angeschrieben, selbst über dem Eingang vieler Kirchen, aber diese kalten Mauern sind so ge-. duldig wie das Papier. Die Freiheit, die Frankreich meint, ist nicht unsere Freiheit. „Wenn man die internationale Zusammenarbeit auf dauerhafter Grundlage ins Werk setzen will, dann muß man ein für allemal für die deutsche Wiederaufrüstung und für jede Revision der Verträge die Tür schließen." Was hier der „Temps" schreibt, ist die Meinung und das Ziel der französischen Regierung und ihrer Genfer Diplomatie. Die offene Begründung aber für diese deutschfeindliche Politik gibt der immer sehr klare und ausgezeichnet unterrichtete Außenpolitiker des „Echo de Paris", der auch mit Herriot zusammen in Amerika war. „Das Deutschtum darf nicht wieder das Haupt erheben, und das einzige Mittel, der deutschen Revanchelust erfolgreich entgegenzutreten, ist die Wiederherstellung unserer Bündnisse im Weltkrieg, also unserer bewaffneten Bündnisse. Die Macht ist nicht auf feiten Deutschlands, und wir müssen dafür sorgen, daß es das nicht vergißt. Auch selbst wenn Deutschland nicht wieder aufrüstet, würde doch jede geringste Art der Abrüstung Frankreichs unweigerlich die zahlenmäßige und industrielle Ueberlegenheit des Reiches verstärken." Da dies die unbestreitbar letzten Beweggründe der französischen Politik sirw, so wird man sich ernstlich fragen müssen, wie lange es noch einen Sinn hat, für die Abrüstungskomödie in Genf und überhaupt für den Völkerbund Geld und Zeit zu verlieren.
Das Deutschtum soll nicht wieder das Haupt erheben. Wo es die Macht hat und solange es die Macht hat, handelt Frankreich nach diesem Grundsatz, im Großen wie im Kleinen, in Wort und Tat. Ein Barometer der französischen Stimmung sind Hunderte von Aeußerungen maßgeblicher und unmaßgeblicher Franzosen, Dutzende von Nadelstichen und Schikanen, die sich Deutsche in Frankreich gefallen lasten müssen. Unter den Begleitern Herriots in Washington war auch der Ehefredakteur des „Matrn", Stephane Lauzanne. Als Herriot wieder in Frankreich eingetroffen war, erzählte Stephane Lauzanne „Geschichten aus dem Krieg", die der schöngeistige Beethoven-Verehrer Herriot ihm in den Plauder- stunden an Bord der „Jle de France" anvertraut hatte. Darunter war eine, die uns Deutsche näher angeht. Herriot erzählt, er habe unmittelbar nach der Skagerrak- Schlacht den Admiral Beatty begrüßt, als gerade die englische Flotte mit verbeulten Kaminen, zerschossenen Panzern und gerammten Bordwänden im englischen Heimathafen eingetroffen sei. Bald darauf sei Beatty ein deutscher in der Schlacht am Skagerrak gefangengenommener Schiffskommandant, Führer eines Torpedo- oder Unterseebootes, vorgeführt wor- den. Beatty habe ihm gentlemanlike kameradschaftlich die Hand gereicht. Der deutsche Offizier habe darauf dem englischen Admiral i« die Hand gespuckt. Beatty habe dann begreif-