Ausgabe 
(14.5.1933) Nr. 125
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Das Amtliche Sega« -es SeaatS -er Freien Hansestadt Bremen

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9er Erfolg eines l2jjjhrige« Kampfes

Gauleiter Rovers Einzug als Statthalter des Reiches in Bremen

Seine programmatische Rede im Rathaus

Mein geliebter und hochgeehrter Herr Senats- präsident, sehr geehrter Herr Bürgermeister, meine sehr verehrten Anwesenden!

Ich möchte Ihnen zunächst meinen Dank aus- sprechen. für die so überaus liebevolle Aufnahme. Ich kann es selber noch nicht recht fassen. Dieser ungeheure Jubel, der eben an uns vorbeizog, macht mir das Herz leicht, um dieses ungeheuer schwere Amt anzunehmen, dieses Amt, das ich vorn Herrn Generalfeldmarschall, dem Reichspräsidenten, auf Vorschlag meines Führers Adolf Hitler be­kommen habe.

Meine liebe« Bremer!

Ich bringe für dieses schwere Amt etwas mit Nach Bremen. Das soll für Sie auch verständlich sein, wenn ich Ihnen sage, daß mein Lebenskampf, und zwar mein ganz kleiner, bescheidener persön­licher Lebenskampf seinen Ausgang nahm von dieser stolzen Hansestadt Bremen. Nach meiner Lehrzeit, die ich in einem Speditions-, Schiff- fahrts- und Reedereigeschäft durchmachte, kam ich nach hier und habe drei Jahre bei einem Bremer Kaufherrn als Kontorist geschaffen, nicht weit von hier, gleich durch die engen Gassen an der Tie­fer, bei einer Bremer Kusfeesirma. Ich habe dort meine Pflichten erfüllt, wie sich das für einen Kaufmann gehört, und

ich ging dann von Bremen in die Welt, nicht allein um sie zu sehen, sondern um zu lernen.

Denn ein Kaufmann vor dem Kriege, der was werden wollte, mußte auch dienen können. Das war mir damals schon als jungen Angestellten klar, und fo war ich wohl einer der jüngsten unter den kaufmännischen Angestellten an der Westküste Afrikas, der auch da draußen nichts anderes kannte, als für seinen neuen Chef, einen Ham­burger Kaufherrn, seine Pflicht zu erfüllen. Das bringe ich, meine lieben Volksgenossen, mit nach hierfür mein schweres Amt, und diese meine kauf­männische Laufbahn wird mir mein Amt erleich­tern.

Als der große Krieg kam, der uns an die Front rief, da ruhte der Handel. Heimwärts gekommen, fanden wir ein zertrümmertes, geschlagenes Volk vor. Das ließ uns keine Ruhe, das Geschäft im Stich zu lassen und für das Volk zu kämpfen, und so stieß ich auf die Politik. Mehr als 12 Jahre sind jetzt vergangen. Erst allein auf weiter Flur, ganz allein in meiner Heimatstadt, bis wir uns dann fanden mit einigen treuen deutschen Män­nern.

Und Adolf Hitler brannte uns in unsere Herzen sein Sehnen und seinen Glauben an Deutschland.

Wie groß dieses Sehnen und dieser Glaube ist, mögen Sie ermessen aus der Tatsache, daß unser herrlicher Bolkskanzler, der Führer Deutschlands, mit 6 Männern 1020 begonnen hat, die national­sozialistische Bewegung auszubauen. Welch unge­heure Kraft, welch ungeheurer Wille, welch un­geheure Energie muß dieser Mann besitzen, r

dieses Werk durchzuführen, das zuerst hoffnungslos schien. So haben auch wir als seine treuen Pa­ladine, als seine Apostel, die wir jahrelang land­auf, landab gegangen find, diesen Glauben und diese Kraft und diese Energie und diesen Willen in uns aufgenommen, weil uns nur eins vor­geschwebt hat:

Deutschland, «utee Vaterland, unser Voll!

Dieses, meine Bremer Volksgenossen, gepaart mit meiner Laufbahn als Kaufmann, möge Ihnen als ein Beweis dafür sein, Laß zum mindesten der Wille bei. mir vorhanden ist, in diesem Geiste weiter zu wandeln und zu handeln. Ich suhle mich also schon von vornherein mit dieser herrlichen

Stadt absolut verbunden. Ich wüßte gar nicht« welche neuen Eindrücke noch kommen sollten, UM hier eine Vertiefung eintreten zu lassen. Wen« man schon als junger Kaufmann in dieser freier» Hansestadt arbeiten durste, so wurde man daher«» von den Freunden scheel angesehen und sie sagten? Du hast etwas besseres, Du bist in Arbeit VeL einem Bremer Kaufmann. Das wurde bei uns zu Hause als ein Vorzug angesehen.

In diesem Geiste werde ich nichts anderes tun«, meine sehr verehrten Anwesenden, als

dieser herrlichen Stadt Bremen im Auf­trage des Reiches zu dienen.

Nicht mehr und nicht weniger!

Dienst zu tun an dieser Stadt, ist meine Lo« sung, so wie ich Dienst getan habe in dem zwölf­jährigen Ringen um die Seele des deutschen Men­schen. Nichts wird sich bei mir ändern. Ich werd»

MOttMellmrg

Der Verlag Schünemann. veröffentlicht iw der heutigen Sonntags-ausgabe der Bremer Nachrichten eine Werbeanzeige, in der er u. a. behauptet, daßder Kampf der Bre­mer Nachrichten nicht vergebens war, da dieses Blatt in jahrelanger, zäher Arbeit in Bremen den Boden für die vollzogene Umwälzung vorbereitet hat".

Wir, bedauern diese unsachliche Entglei­sung des Schünemann-Verlages, verzichten auf eine Polemik gegen den auch sonst un­richtigen Inhalt des Werbe-Jnserates und stellen nur im Interesse der historischen Wahrheit fest, daß die nationalsozialistische Bewegung und ihre Presse als Träger und Sieger der vollzogenen Umwälzung in ihrem erbitterten Kampf gegen Marxismus und Liberalismus die Bremer Nachrichten niemals an ihrer Seite gesehen hat.

Die Bereitschaftserklärung der Bremer Nachrichten, hinter die nationalsozialistische Regierung zu treten, erfolgte erst, um eirt notwendig gewordenes Verbot dieses Blattes abzukürzen.

der alte revolutionäre Kämpfer bleiben, der ich gewesen bin, der das sagt, was er denkt. Das ist notwendig, denn nur so ist es möglich, sich das Vertrauen zu erringen, das man braucht.

Wenn ich znrückschweise durch die Straßen dieser Stadt und mir die lachende Bremer Jugend vor Augen führe, die ich heute gesehen habe, so möchte ich wünschen, daß mein Führer Adolf Hitler ein­mal diese herrliche Bremer Jugend von Angesicht zu Angesicht schauen dürste. Ich glaube, es gibt in Deutschland eine solche Jugend überhaupt nicht wieder.

Bremen hat sich in seiner Art rein gehalten; hier in diesen Mauern wohnt ein stolzes Geschlecht.

Ich schaute mrt Freuden in die Gesichter der Jun­gen und Mädel mit ihren Flachsköpsen, die die Straße säumten vorn Schuttabladeplatz da drau-, ßen der eigentlich eine Schande für Bremen bis hier zum Rathause. Schöne herrliche Bre-.

Karl Rover

Lriainalzeichinrng Egon Friedrich Maria Aders.

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