Ausgabe 
(4.5.1933) Nr. 115
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«erlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprech- Lmd« der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. S«mfprecher: Domsheide 26051. — Die BNZ erscheint wochent-- «ch siebenmal als Morgenzeitung und kostet 2.30 frei Haus. durch die Post zuzüglich 42 Bestellgeld.

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Das grobe Werk kamr beginne«

SSmNiche GewerWMm «ntersteNe«

sich Mols Hitler

Berlin, Mai. Die N. S. «. meldet:

Wie uns vom Letter des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbett, Dr. Sey, mitgeteilt wird, haben der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften, der Gewerk­schaftsring deutscher Angestellten». Arbeiter- und Beamtenverbände (Hirsch-Duncker), der GdA., der RdA. und andere Verbände sich bedingungslos der Führung Adolf Hitlers und den Anordnungen des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit unterstellt.

Morgen werden mit dem DHV. als letzten Verband Verhandlungen stattfinden. Es ist !gu hoffen, daß auch diese Organisationen den Geist der Zeit erkennt und sich dem großen Werke einfügt.

Damit wäre zum ersten Male in der deutschen Arbeiterbewegung die Zusammen­fassung aller Arbeiter- und Angestelltenver­bände erreicht und eines der größten Werke vollendet, die die Geschichte des deutschen Arbeitertums zu verzeichnen hat.

Wie uns der Leiter des Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit, Dr. Ley, mitteilt, hat er jetzt, nachdem sich diese Ver­bände bedingungslos und vorbehaltlos der NSDAP. unterstellt haben, die Absicht, die sachlichen und sachlichen Kräfte aus diesen Organisationen zur Mitarbeit heranzuzie­hen. Schon aus» dem in der nächsten Woche stattfindenden großen Arbeiterkongreß in Berlin wird dieser Wille zum Ausdruck ge­bracht werden.

Um den neuen Gewerkschaftskommissar

Dr. Ley veröffentlicht folgende Erklä­rung: „Alle bisherigen Meldungen über den zukünftigen Gewerkschaftskommissar ent­behren jeglicher Grundlage und sind' leere Kombinationen, die als Zweckmeldungen bestimmter Quertreibereien aufzufassen sind.

Um diesen Quertreibereien jeden Boden zu entziehen, wird folgendes bestimmt: Ich selbst übernehme die Führung der neu aus­zubauenden Arbeitsfront. Zum Führer der gesamten Arbeiterverbände bestimme ich den Parteigenossen Walter Schuhmann, Mit­glied des Reichstages, Berlin. Zum Führer der gesamten Angestelltenverbände bestimme ich den Parteigenossen Albert Förster, Mit­glied des Reichstages, Danzig.

ArdeitdiensWichl ab 1. Januar

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Staatssekretär Stert Wer die Neuregelung des Arbeitsdienstes

Berlin, 3. Mai. Der Staatssekretär für den Arbeitsdienst, Oberst Hierl, Hat einem Vertreter der „Kreuz-Zeitung" über den geplanten Umbau des Freiwilligen Arbeits­dienstes znr Arbeitsdienstpflicht einige grundsätzliche Mitteilungen gemacht.

Danach soll der Freiwillige Arbeitsdienst nach bisheriger Methode ab 1. Oktober 1933 durch einen staatlichen Arbeitsdienst abgelöst werden, der zunächst ebenfalls noch freiwillig ist und ein Arbeitsheer von 120000 Mann umfassen soll. Die Arbeits-

Um die Eingliederung des DHV.

Wie wir erfahren, wird die Leitung des DHV. morgen vormittag um 10 Uhr von dem Leiter des Aktions-Ausschusses zum Schutze der Deutschen Ar­beit, Dr. Ley, empfangen. Die Führer des DHV. werden bei diesem Empfang Richtlinien über ihre künftige Arbeit entgegennehmen. Die Führung des DHV. ist bekanntlich bereits, gleichgeschaltet, da sie in Nationalsozialistischer Hand liegt

TmMerwSge find innezuhalten

. Berlin, 3. Mai. Der Leiter des Aktions- konnte es zum Schutze der oeutMen 'Arven, Dr. Ley, hat eine Reihe wichtiger An­ordnungen erlassen.

Pg. Walter Schuhmann, M d.R., wird mit der gesamten Leitung des ADGB, des Gesamtv erb arides der christlichen Gewerk­schaften Deutschlands, des Gewerkschafts- ringes deutscher Angestellten-, Arbeiter- und Beamtenverbände, sowie kleinerer Verbände beauftragt. Der Schatzmeister der Arbeiter­verbände, Pg. Paul Brmgmann: und der Leiter der „Bank der Arbeiter, Angestell­ten und Beamten A-G ", Pg. Karl Müller, erhalten die Beaufsichtigung und Kontrolle der oben angeführten Verbände sowie des Afa-Bundes und des GdA. Für die Er­ledigung aller organisatorischen Fragen der fünf großen Verbände sowie kleinerer Ver­bände wird der Organisationsleitsr des Aktionskomitees, Pg. Reinhold Muchow, er­nannt. Gleichzeitig erhält er den Auftrag, den neuen Organisationsaufban der beiden Einheitsverbände der Arbeiter und Ange­stellten auszuarbeiten und vorzubereiten. Die Leitung der gesamten Gewerkschafts­presse aller in Frage kommenden Verbände übernimmt der Presse- und Propaganda­leiter des Aktionskomitees, Pg. Hans Biallas Ferner ordnet Dr. Ley an, daß bis zur endgültigen Formierung der deutschen Ar­beitsfront alle Tarifverträge unbedingt innezuhalten sind. Die Abschließung von Tarif- und Wirtschaftsverträgen usw. sind streng untersagt. Einzelverhandlungen werden fortab nur zentral vom Aktions­komitee geführt werden.

dienstpflicht soll mit dem 1. Januar 1934 einsetzen, und zwar soll dann der Jahrgang herangezogen werden, der im Jahre 1934 das 19. Lebensjahr beendet. Da es nicht möglich sein wird, den ganzen Jahrgang auf einmal einzuziehen, wird man je die Hälfte des Jahrganges auf ein halbes Jahr zum Dienst heranziehen. Dieses Arbeitsdienst­heer wird voraussichtlich 350000 Mann um­fassen. In den folgenden Jahren sollen die ganzen Jahrgänge geschlossen für ein gan­zes Jahr eingezogen werden. Die Fübrer

des Arbeitsdienstes sollen nach Möglichkeit zunächst aus den Reihen der bisherigen Lagersührer entnommen werde,r.

Arbeiten für die Beschäftigung, der Ar- beitsdienstpslichtigen werden, wie Staats­sekretär Hierl mitteilt, in ausreichender Menge v orhanden sein. Allein für Boden- verb esserungsarb eilen können auf mindestens zehn Jahre 800—900 000 Mill. M. eingesetzt werden. Auch bei den Arbeitsbeschaffungs- plänen der Reichs Legierung ist die Heran­ziehung der Arbeitsdienstwilligen in Aus­sicht genommen.

Staatssekretär Hierl betonte am Schluß seiner Ausführungen, daß es unbedingt not­wendig sei, daß nunmehr eine amtliche -Stelle gefcy-assen roiro, vre iur grsuiui,^ nl-

beitsbeschaffung für den staatlichen Arbeits­dienst einheitlich in die Hand nimmt. Finan­zielle Schwierigkeiten dürften kein Hindernis für die Durchführung staatspolitisch not­wendiger Aufgaben bilden.

In den für die Arbeitsdienstpslicht er­forderlichen organisatorischen Rahmen ge­hört n. a. auch die Schaffung eines „Wirt­schaftsamtes für den Arbeitsdienst" als Ab­teilung des Reichskommissariats für den Arbeitsdienst.

Wie die TU. erfährt, ist der Reichskom­missar für den Freiwilligen Arbeitsdienst, Mahnten, zurückgetreten und beurlaubt wor­den. Mahnken war bekanntlich schon als Stahlhelm-Landesführer Westmark zurück­getreten «nd seines Amtes im Stahlhelm entbunden worden. Ueber die durch den Rücktritt für den Arbeitsdienst notwendig werdenden Maßnahmen ist noch keine Ent­scheidung getroffen worden, jedoch ist sie in den nächsten Tagen zu erwarten.

AebsitsbeWaffiMg und Reichsbahn

Berlin, 3. Mai. Amtlich wird mitgeteilt:

Heute mittag fand eine Unterredung zwi­schen dem Reichsminister für Volksansklä- rnng und Propaganda, Dr. Goebbels, und dem Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, in Gegenwart des Reichsver- kehrsministers Freiherr Eltz von Rübenach statt. Hierbei wurde festgestellt, daß die Reichsbahn weitgehende Pläne für -eineAuf­tragserteilung an Industrie und Handwerk ausgearbeitet hat, die den von der Reichs­regierung verkündeten Grundsätzen für die Arbeitsbeschaffung entsprechen und somit einer nachhaltigen Belebung der Wirtschaft dienen werden. Die Durchführung dieser Pläne kann erst nach dem Abschluß der Beratungen des Reichskabinetts über das Gesamtpr-ogramm der Arbeitsbeschaffung und seine Finanzierung erfolgen. Alle An­griffe, die gegen die Reichsbahn und ihren Generaldirektor Dr. Dorpmüller in diesem Zusammenhang erfolgt sind, müssen auf Grund der heutigen Aussprache als völlig unbegründet zurückgewiesen werden.

..Tägliche RimdschM" verboten

Berlin, 3. Mai. Das Berliner Polizeipräsidium hat die „Tägliche Rundschau" wegen des in der Mittwoch-Ausgabe erschienenen Artikels „Studen­tenschaft, wohin?" verboten. Wie die „Telegra- phen-Union" hört, erstreckt sich das Verbot auf die Dauer von vier Wochen.

VersaMer Flugsand

Ukraine — Mlna—Korridor— Polen im Wirbel des Welt­geschehens

Von unserem ständigen Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Warschau, Anfang Mai. Die nationale Er­hebung in Deutschland hat Polen zugestandener­maßen vor eine völlig neue Lage gestellt: ,Hn einem Polen feindlich gesinnten Staate ist der größte Feind Polens an die Macht gelangt". In diesen lapidaren Worten wird die polnische Auf­fassung über den Anbruch einer neuen deutschen Epoche zwar nicht erschöpfend, aber um so auf­schlußreicher zum Ausdruck gebracht. Was ergibt sich aus dieser Einstellung Polens zu den Vor­gängen in Deutschland? Die letzten Entscheidungen im Reich, die in dem Gesetz über die Reichseinheit, in der ^Vollendung des Werkes Bismarcks" ihre symbolische Gestalt angenommen haben, sind auch in diesem Deutschland gegenüber feindselig ein­gestellten Lande nicht spurlos vorbeigegangen. Die gewaltigen Geschehnisse jenseits der Verhäng­nisvollen Westgrenze Polc»,s, »«s» --

pnäinilltli ni'xN-'s,, tLt-lllkNt-rr allwöbliib die Er­kenntnis aufkommen mssen, daß die „natromue

Erhebung eine innere Erstarkung des deutschen Reiches bedeutet, was unter zielsicherer nationaler Führung außenpolitische Folgen von unüberseh­barem Ausmaße zeitigen muß". Nur mit Wider­willen und entgegen einem innersten Wunsch ge­darrten. bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß durch die nationale Revolution sowohl die innerpoliti­schen Kämpfe als auch die Isolierung Deutschlands in der Nachkriegszeit ein Ende gesunden haben. Man war sich hier dessen stets mit Vorliebe be-

Polireirarria im westliche« Jenirum

Gestern abend gegen 11 Uhr führte die politische Polizei in Verbindung mit der Sittenpolizei wie­der eine überraschende Aktion in dem Stadtviertel von der Kaiserstratze bis zur Wallbrücke und von der Weser bis zum Wall durch. Fast sämtliche Lo­kale wurden von einem Pokiz«ausgebot von rund 200 Mann überholt und zahlreiche Sistiermrgen vorgenommen. Die Aktion verlief programm­gemäß und reibungslos.

wußt, daß „schon das oberflächliche Studium der Geschichte uns überzeugen wird, daß die Zeiten friedlicher deutsch-polnischer Beziehungen den Zeitläuften innerpolitischer Kämpfe im Reich ent­sprachen." Und -daß ein innerlich zerrissenes deut­sches Reich als Sündnissähiger Faktor in der Welt­politik nicht ernstlich in Betracht kam — war der zweite Trostgedanke. Dies ist nun mit einem Schlage zu Ende, und das drohende Gespenst einer „Lebensgefahr für Re polnische Staatlichkeit" nimmt nach der hier vorherrschenden Meinung immer festeren Inhalt an. Die „widerwärtigen Gespräche" um den Viermächtepakt haben auch den irregeführten Patrioten gezeigt, daß die Speku­lation aus eine fortschreitende und innigst er­wünschte „Einkreisung" Deutschlands nur ein Trost für Narren sein kann.

Diese einem echten polnischen Herzen grauen­volle Erkenntnis hat die „ständige Erscheinung des polnischen Lebens", die aus schlechtem Ge­wissen und einem notorischen Minderwertigkeits­gefühl heraus geborene Unsicherheit in einer wah­ren Gespensterfucht und einer Fülle von Versol- gungswahnvorstellungen entfesselt. In einem ver­hängnisvollen Machtwahn verstrickt, wird indes nach wie vor mit säst wachsendem Starrsinn an dem Grundsatz der bisherigen Außenpolitik fest­gehalten: Für Polen gibt es leine Revision. Das immerhin noch recht Passive und in diplomatischer