Ausgabe 
(30.4.1933) Nr. 112
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1. Mai 1933

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1. Mai. Seit 4 Jahrzehnten haben deutsche Arbeiter diesen Tag als den Tag der Verbrüde­rung des internationalen Proletariats gefeiert, ha­ben die blutroten Fahnen der marxistischen Inter­nationale' über ihnen geweht, schrien der Klassen- haß und Bruderkamps von den Transparenten ihrer Demonstrationen. Seit 40 Jahren war dieser Tag das sinnfälligste Symbol der Zerrissenheit und insteren Ohnmacht eines ganzen großen Volkes.

1. Mai 1930. In zügellosen Demonstrationen war der Marxismus du.ch die Straßen Berlins gezogen. Maschinengewehre hatten geknattert, Panzerwagen waren mit ihren Eisenrädern über den Asphalt der geschäftigen Straßen gerollt und am Abend hatten 30 deutsche A.bester ihren Glau­ben an eine Wahnidee mit dem höchsten Einsatz bezahlt.

1. Mm 1931. Wieder beherrschst der Marxis­mus die Straßen der Hauptstadt des Deutschen Reiches. Zehntausende marschieren aus allen Stadt­teilen mit ihren roten Fahnen des Klassenkampfes in das Herz der Stadt zum Lustgarten. Ehrliche deutsche A.bester, die der Unverstand eines sterben­den Systems in diese Front der Verneinung gesto­ßen hat, neben ihnen der Abschaum der großen Stadt. So stehen sie, Zehntausende, Hunderttau­sende vor dem Schloß, in dem einst preußische Kö­nige wohnten und über sie ergießen sich aus den Riesenlautsprechern die Phrasen einer volkszerstö- renden Idee, die bereits seit 12 Jahren gezeigt hat, daß sie nichts als eine blutleere theoretische Konstruktion ist. Doch am Abend feiert eine neue deutsche Arbeiterschaft zum ersten Male den Tag der deutschen A.beit, finden sich 20 Tausend Schas­sende im Berliner Sportpalast zusammen und le­gen ein Bekenntnis ab zu einem neuen Staat der Arbeit und der Gerechtigkeit. Ein unerschütter­licher Glaube und eine unbesiegbare Zuversicht las­sen sie den Kampf aufnehmen mit jenen Hundert­tausenden, die do.t im Lustgarten standen, die für die deutsche Nation für immer verloren schienen.

1. Mai 1933. Der marxistische Arbeiter in den Betrieben hat es seinem nationalsozialistischen Ka­meraden nicht geglaubt, wenn dieser sagte, daß der Nationalsozialismus einst einen Tag der deutschen Arbeit feiern we.de. Er sah in seinem Kameraden nur den Schrittmacher einer Reaktion und einer Wirtschaftsauffassung, die Gelegenheit gehabt ha­ben, ihre Unfähigkeit zur Gestaltung des deutschen Schicksals zu beweisen.

Jetzt hat das Schicksal uns die Führung des deutschen Volkes anvertraut und jetzt ist der Augenblick gekommen, wo ein ganzes Volk die Ge­staltung seiner Zukunft von uns e.wartet. 14 Jahre lang haben wir den erbitterten Kampf ge­gen ein feindliches System geführt, 14 Jahre lang haben wir tagtäglich den Zerfall und den Nieder­gang vor Augen gehabt; jetzt sind wir berufen, neu zu schaffen und neu zu bauen. Das große Ziel, das der Füh er uns gesetzt hat, ist das Volk als Einheit des Willens zür Größe und des Glaubens an seine Kraft und seine Ewigkeit.

Eine ungeheure Aufgabe ist damit der Nation gestellt worden. Die Kluft, die seit 60 Jahren un­ser Volk gespalten hat, muß geschlossen werden, wenn überhaupt es einen Weg zur Freiheit geben soll. Es gilt die Millionen und aber Millionen, die abseits stehen, die mißtrauisch sind, die nicht glauben können, die nicht glauben wollen!, zu übe-.'zeugen und ihnen wiederzugeben das Be­wußtsein, daß sie ohne die Nation und die Nation ohne sie nicht sind und nicht sein können. Eine

Ausgabe, die so groß ist, daß sie nicht durch Polizei­maßnahmen, durch Zwang zu erfüllen ist. Eine Aufgabe, die nur erfüllt werden wird durch Ein­satz all der gläubigen Liebe, deren die Träger des deutschen Schicksals fähig sein we.den. Das deutsche Volk als eine neue seelische Einheit, das ist das Ziel, und die Ueberwindung des Marxismus ist der Weg.

Es ist heute vielleicht notwendiger denn je, sich darüber klar zu sein, daß es niemals eine mar­xistische Arbeiterschaft gegeben hätte, wenn nicht

eine liberalistische Wirtschaftsführung den oft nur allzuberechtigten Forderungen der Volksgenossen in den Betrieben und Kontoren, auf den Schif­fen und in den Bergwerken verständnislos gegen­übergestanden hätte. Der deutsche Arbeiter ist nicht aus theoretischen Ueberlegungen heraus Mar^ xist geworden, nicht weil er sich zum Weltverbes­serer berufen fühlte, sondern weil er allzuoft er­leben mußte, daß er ausgestoßen war aus der Ge­meinschaft des Volkes, die er mit ganzer Seele suchte und nicht finden konnte. Nicht finden konnte,

weil ihm kein Führer erstand, der ihm vorange­gangen wäre auf dem langen und schweren Wege zum Volke.

Dieser Führer ist uns erstanden. Durch vier Jahre des größten aller Kriege, durch 14 Jahre der Kämpfe und Verfolgungen hat das Schicksal ihn getragen bis jetzt, wo ihm die schwerste Aufgabe seines Lebens auferlegt worden ist. In bedin­gungslosem Glauben und unendlicher Liebe steht die Mehrheit des Volkes hinter ihm: Abwartend, mißtrauisch, vielleicht feindlich steht der andere Teil und muß gewonnen werden um des Glaubens wil­len. In jähem Ansturm hat die deutsche Revolu­tion alles überflutet, die Einrichtungen des Wei­marer Systems zerstört, ausgelöst, umgegossen in neue Formen; überwältigend und riesenhaft war der Wille, war die Kraft. Unermeßlich, in seiner Tragweite noch nicht zu überblicken ist das Ergeb­nis. Das Ziel von Jahrhunderten deutscher Ge­schichte scheint in ungeheurem Sturm erreicht wor­den zu sein und doch muß und wird alles das bloße Form bleiben, wenn nicht das ganze Volk zum Träger einer Idee und eines Willens wird. Der Führer hat den Weg zu diesem Ziel in seiner großen Abrechnung mt dem Marxismus in seiner Rede vor dem deutschen Reichstage aufgezeigt, als er das Wart sagte, daß das Schicksal des deutschen Arbeiters memals in besseren Händen gewesen sei als jetzt.

Wir wollen nicht in den Fehler verfallen, die Gegner bloß zu reizen. Wir wissen, daß ein Geg­ner vernichtet oder versöhnt werden muß. Und wtr sind bereit, jedem die Hand zu reichen, der sich für Deutschland verpflichten will.

Der Marxismus wird niemals überwunden wer­den durch die Methoden, mit denen das Weimarer System uns 14 Jahre lang verfolgt hat, du.ch die wir größer und stärker geworden sind, bis wir das System mit gewaltigen Schlägen aus der Macht treiben könnten. Der deutsche Arbeiter, der heute noch abseits steht, wi.d nur gewonnen werden durch den Erfolg unserer Arbeit, wird nur zu uns kommen, wenn er sieht, daß heute der Neubau an einem Staate der Gerechtigkeit begonnen hat. Wir wollen nicht Rache und Vergeltung üben, sondern im Gedenken an unsere toten Kameraden uns zwingen, auch denen die Hand entgegenzustrecken, die sie nicht sehen wollen und sie zurückstoßen. In langen Jahren des Kampfes haben wir eine Diszi­plin gezeigt, die niemals übertroffen werden kann. Was jetzt vor uns liegt wird mehr von uns for­dern als alles, was uns bis jetzt auferlegt wor­den ist, denn nun ist aus einer Bewegung, die utn die Macht kämpfte, der Staat geworden und nun sind aus politischen Soldaten die Gestalter einer neuen Zukunft erstanden. Die Mittel des Kampfes sind andere geworden. An Stelle des aufrüttelnden Wortes und der vernichtenden Anklage muß heute die ernste schwere Arbeit treten, die uns allein den Erfolg bringen kann. Und dann, nach den schwe­ren mühevollen' Jahren, die vor uns liegen, dann werden wir das Volk anrufen als Richter über un­sere Arbeit und dann we.den wir gewiß sein, daß das deutsche Volk wie ein Mann auferstehen wird und bekennen wird, daß sein Führer ist der Mann, der unter uns wieder den Glauben an Deutsch­land aufgerichtet hat. Dann werden wir das Fest der deutschen Arbeit feiern und niemand wird ab­seits stehen. Wir wissen, daß die dann die treue- sten Kämpfer des Führers sein werden, die wir heute gewinnen müssen um des Führers willen. Das sei unser Versprechen, das wir uns an diesem ersten Tage der nationalen Arbeit geben. ?t>

Originalbild für die B-N.Z. Phot. Lotte Dieckmann

Dem deutschen Arbeiter!

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