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Sie deutschen AbciistungS-
dorWöae in Gens
veMsche Gleichveeechtigmßg.MlttSeluMahrS mS Unterseeboote
gefordert
Gens, 28. April. Botschafter Nadolny hat dem Dräftdinni der Abrüstungskonferenz die grundsätzlichen deutschen Forderungen in der Form von Abänderungsvorschlägen zu dem gegenwärtig znr Verhandlung stehenden englischen Abrüstungspla» Übermittelt.
In einem Begleitschreiben zu den deutschen! tzn- jsatzanlrägen weist Nadolny darauf hin, daß richtunggebend für den Inhalt des kommenden Ab- Düstungsabkommen der Artikel 8 der BölkerburchS- Vertrages sein anuß. Danach muß
eine greifbare weitgehende allgemeine Abrüstung
erfolgen und bei der Bemessung der Rüstung aller Ctaaten ein Rüstungsverhältnis zugrunde gelegt werden, das allen die nationale Eicherhett gewährleistet. Mit Rücksicht hierauf erscheint es der deutschen Abordnung notwendig, daß die in dem englischen Plan vorgesehenen Abrüstungsmaßnah-
Infolge des großen Andranges an Abonnenten-Zugängen sind in den letzten Tagen verschiedentlich Verzögerungen in der Zustellung eingetreten. Wir find besorgt, schnellstens alle Fehler abzustellen und bitten um einige Nachsicht.
men besonders durch Verbot and Zerstörung der Angriffswaffen sowie der Militärflugzeuge noch
mehr verstärkt werden.
Ferner steht die deutsche Abordnung bei grundsätzlicher Annahme des Gedankens einer Ueber- gangszeit von 5 Jahren auf dem Standpunkt, daß die Deutschland zustehende Gleichberechtigung in dem Abkommen praktisch verwirklicht werden muß. Aus diesem Grunde muß hinsichtlich der Personalbestände auch die deutsche Rüstung so gestaltet werden, -atz im Verhältnis zu der Rüstung der anderen Staaten die deutsche nationale Sicherheit gewährt ist.
Ferner muß Deutschland alle die Wassenarten sichren dürfen, die von den anderen Staaten zur Verteidigung ihrer Länder für notwendig erachtet werden. Schließlich muß vorgesehen werden, daß nach Ablauf des ersten Abrüstungsabkommens Deutschland in dieselbe Rechtslage kommt, wie die anderen Staaten, und daß rechtzeitig vor dem Ablauf des Abkommens eine Konferenz zum Zwecke der weiteren Abrüstung stattfindet.
Die acht Punkte der deutschen Forderungen
Die dem Präsidium der Abrüstungskonferenz heute überreichten deutschen Abänderungvorschläge umfassen folgende acht Punkte:
1. Die Reichsregierung ist der Ansicht, daß die Frage der Vereinheitlichung der Heeres-Systeme für eine sofortige Entscheidung noch nicht reif ist. Die deutsche Abordnung beantragt daher die Ausnahme eines neuen Artikels 15, nach dem der
im Abkommen vorgesehene ständige Abrüstungsausschuß unverzüglich an die Prüfung dieser Frage herantreten soll.
2. Gegenüber dem in der englischen Tabelle festgesetzten ziffernmäßigen Höhe der Landstreitkräfte mit 200000 Mann für Deutschland vertritt die Reichsregierung die Ansicht, daß die endgültige Festsetzung der effektiven Truppenbestände für Deutschland im Verhältnis zu den Rüstungen der anderen Staaten unter Gewährleistung der deutschen nationalen Sicherheit zu erfolgen hat.
3. Au der in dem englischen Abkommen völlig fehlenden Festsetzung der deutschen Militärluftfahrt und der deutschen Unterseeboote verlangt die Reichsregierung grundsätzlich die gleichen Waffengattungen führen zu dürfen, die von den anderen Staaten zur nationalen Verteidigung gefordert werden.
4. Ausgebildete Reservisten müssen bei der endgültigen Effektivstärke der Armee im Gegensatz zu dem englischen Plan mit einbezogm werden. Die privaten Wehr- und Sportverbände sind nach den deutschen Merkmalen nicht als unter militärische Ausbildung fallend anzusehen und werden daher bei der Festsetzung der Heeresstärke nicht berücksichtigt.
5. Polizeikräfte find bei der Festsetzung der Heeresstärke nur dann mitzuberücksichtigen, wenn sie über weitgehende militärisch-technische Ausbildung und Organisation verfügen, soweit sie Verwendungsmöglichkeit für militärische Zwecke ohne vorhergehende Mobilmachung besitzen.
6. Die vertragschließenden Staaten verpflichten sich, die in den Kolonien liegenden Truppen nur
zur Aufrechterhaltung der Ordnung und für die Beeidigung innerhalb der Kolonien zu verwenden.
7. Die Deutschland zustehende Gleichberechtigung mutz in dem Abrüstungsabkommen praktische Verwirklichung finden.
8. Verbot und Zerstörung der schweren Angrisss- waffen.
Frankreichs Bedingungen für eine Mftungsheeabfetzung
London, 28. April. Die Londoner Presse dringt einige interessante Einzelheiten über die von Frankreich in Washington verfolgte Abrüsiungs- politik. Am sensationellsten ist die Meldung des diplomatischen Mitarbeiters des sozialistischen „Daily Herold":
„Frankreich habe die Forderung nach Sicherheit als Vorbedingung für ein Abkommen über Rüstungsherabsetzungen fallen lassen (?) und sei bereit, erhebliche Herabsetzungen vorzunehmen, unter der Voraussetzung, daß die Vereinigten Staaten eine Mitarbeit bei einem SicherheitsPlan günstig erwägen würden.
Gleichzeitig habe Frankreich die folgenden Bedingungen gestellt:
a) Deutschland soll aus die Dauer von zehn
Jahren seine Rüstungen nicht über das im Ver-
sailler Vertrag festgelegte Matz erhöhen.
b) Während dieser Zeitspanne soll der dauernde
Abrüstungsausschuß eine strenge und dauernde
Ueberwachung der Rüstungen ausüben.
Bei Annahme dieser Bedingungen sei Frankreich zu einer „drastischen quantitativen und quali-
Wichtige VMWe -er Regierung
Berlin, 28. April. Amtlich wird mitgeteilt:
Das Reichskabinett verabschiedete i,r seiner heutigen Sitzung zunächst ein Gesetz über die Wiedereinführung der Militärgerichtsbarkeit die voraussichtlich vom 1. Oktober d. I. ab wieder eingeführt wird und ferner ein Gesetz betr. die Dienststrafgewalt über die Mitglieder der SA. und SS. Danach unterliegen diese einer öffentlich-rechtlichen Dienststrafgewalt nach Maßgabe der Vorschriften, die der Reichskanzler als oberster Führer erläßt
Der Reichsarbeitsminister legte dem Kabinett einen Plan zur Arbeitsbeschaffung vor, der dem Reichskabinett zur Grundlage für seine weiteren Beratungen in dieser Frage dienen soll.
Ferner nahm das Reichskabinett davon Kenntnis, daß durch einen Erlaß des Herrn Reichspräsidenten das Neichskommissarkat für Luftfahrt in ein Luftfahrtministerium umgewandelt wird. Ministerpräsident Goe- ring, der bisher Reichsminister ohne Ge-
fchäftsberich und Luftfahrtkommifsar war, wird danach Reichsminister für Luftfahrt.
Der Gesetzentwurf über Maßnahmen zur Rettung des deutschen Gartenbaues wurde zurückgestellt
UedeMegsn Berlins am 1. Mai untersagt
Berlin, 28. April. Während der Tauf- feierlichkeit für das Großflugzeug D. 2500 der Deutschen Lufthansa, die morgen mittag auf dem Berliner Zerttralflughafen Tempelhof stattfindet, ist durch eine soeben erlassene Verordnung das Ueberfliegen der Flughafenzone Tempelhof in der Zeit von 11 bis 2 Uhe verboten worden, um eine Störung der Feier durch das Motorengeräusch zu vermeiden. Aus den gleichen Gründen wird das Fliegen in dem Luftraum über der Reichshauptstadt für den 1- Mai in der Zeit von 6 bis 24 Uhr verboten Beide Verbote beziehen sich nicht auf die Flugzeuge des planmäßigen Luftverkehrs und auf die zu Vorführnngszweckcn ausdrücklich bestimmten Flugzeuge
tativen Abrüstung" in zwei Abschnitten vo« je fünf Jahren bereit. (?)
Der zweite Abschnitt würde erst beginnen, wenn nach Ablauf der ersten fünf Jahre festgestellt ist, daß die Bestimmungen der Abrüstungsverei:> barung loyal ausgeführt sind.
Frankreich hoffe, dafür von Amerika zu erhalten: 1. Ein Abkommen, Schritte im Falle einer tatsächlichen oder drohenden Verletzung des Kel- logpaktes zu beraten; 2. ein Abkommen, daß Amerika sich der Durchführung von Sanktionen des Völkerbundes gegen einen Angriffsstaat »icht widersetzt.
Die Richtlinien der Amerikaner
Washington, 28. April. Obwohl die Einzelheiten des beabsichtigten amerikanischen Abrüstungsvorschlages noch nicht bekannt sind, verlautet dort, daß Roosevelt ohne Bindung für die Regierung der Vereinigten Staaten die folgende allgemeine Linie verfolgt:
1. Die Großmächte geben ihre Einwilligung, unter Aufsicht einer internationalen Kontrollkommission schrittweise abzurüsten.
2. Nach Art des Locarno-Vertrages sollen zonenweise Nichtangrisssverträge auch in Süd- amerika und im Fernen Osten abgeschlossen werden.
3. Im Kriegsfalle soll die angreifende Ration auf Grund des Artikels 16 des Völkerbands- vertrages ermittelt und festgestellt werden. (?)
4. Die Vereinigten Staaten behalten sich ihre Handlungsfreiheit vor, ob sie sich Strafmaß- nahmen in Form einer allgemeinen Aechtung anschließen.
5. Der Kelloggpakt soll durch einen genaueren Konsultativpakt erweitert werden.
Weitere
Aböndernngsvoefchlüge
Auch die Abordnungen Oesterreichs, Hollands und Ungarns haben Abänderungsvorschläge zum englischen Plan eingebracht. Oesterreich, dem im englischen Plan 50 000 Mann für sein Heer zugestanden war, fordert mindestens 60000 Mann. Holland schlägt für alle Staaten von der Bedeutung Hollands eine Armee von 25 000 Mann in der Heimat vor. Ungarn verlangt bei Festsetzung der Heeresstärke Berücksichtigung der Rüstung?» der Nachbarstaaten und nationale Sicherheit.
Frankreichs «nd Englands Vertreter gegen die -entsche Gleichberechtigung
Genf, 28. April. Die deutschen Abänderungsvorschläge zu dem englischen Abrüstungsplan führten im Hauptausschuß zu einer stürmischen Aussprache. Es zeigte sich, daß diese erste praktische Anmeldung der grundsätzlichen deutschen Abrüstungs- und Sicherheitsforderungen auf einen unerwartet starken Widerstand sowohl auf französischer als auch auf englischer Seite stießen. Die von den Franzosen Massigli und dem englischen Staatssekretär Eden abgegebenen Erklärungen unmittelbar nach den Ausführungen Nadolnys zeigten deutlich, daß die Gegenseite heute in keiner Weise gewillt ist, die deutsche Gleichberechtigung praktisch anzuerkennen und die Folgen aus der Fünf-Mächte-Erklärung vom 5. Dezember zu ziehen.
Die Ausführungen Massiglis waren in ungewöhnlich scharfem verletzenden Tone gehalten urü> gipfelten in schweren Anklagen und Verdächtigungen Deutschlands. Er bezeichnete die deutschen Abänderungsvorschläge als das deutsche Auf- rüstungsprogramm. Es zerstöre den englische« Abrüstungsplan von Grund auf. Es sei unzulässig, daß die Reichsregierung gleichzeitig die Vorteile des Versailler Vertrages genießen und auf der anderen Seite neue Vorteile erlangen wolle.
Staatssekretär Eden übte gleichfalls, allerdings in weit ruhigerem und sachlicheren Ton Kritik an den deutschen Abrüstungsvorschlägen, die ihn ai» geblich überrascht und beunruhigt hätte«. Da?
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