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der Freien und Hansestadt Vremen
Haus. durch bt« Post zuzüglich 42 Bestellgeld.
Streik, Ver
bot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückz. d. Bezugspr
düsterberg als 2. Vundessührer -es..Stahlhelm" abberufen
Berlin 26. April. Am Mttwoch nachmittag gegen 16.30 Uhr erschien im Bundesamt des Stahlhelm der La n de-fiihrer Grotz-Berli» des Stahlhelm, Major a. D. von «trphani, nud über- gab dem L Buudesführer Oberstleutnant a. D. Düsterberg im Auftrage -e» 1. BunbesführerO 9-- geudes Schreiben:
»Bund der Frontsoldaten
Der Erste Bundesführer
Berlin, den «. April 1S33 An die Kameraden!
Herrn Oberstleu tn a n t a. D. Düperberg!
^ Herrn Major von Stephani!
Ich entbinde den Zweiten Bundesführer, Oberstleutnant Düsterberg, von feinen Amtspflichten und erd« an, lach er sich jeder Tätigkeit im Stahlhelm gu enthalten hat.
Mit der Uebermittlung mW Durchführung dieses Befehls beauftrage ich persönlich den Landesführer »on Groß-Berliu, den Kameraden von Stephani.
Front Heil! gez. Franz Seldtr."
Der Zweite Bundesführer Oberstleutnant Düsterberg «chm von dieser Mitteilung Kenntnis und richtete an den Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, folgenden Abschiedsgruß:
Gezwungen, lege ich um der Zukunft des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, willen, dem ich feit November ISIS in Ehren angehört habe, meine sämtlichen Aemter im Stahlhelm nieder.
Ich ermähne alle Kameraden ,die dem Stahlhelm in 14 ernsten Jahren bis zuletzt die Treue hielten, diese vorbildliche Treue auch ferner dem Vaterlands zu halten und sich, wie ich, ohne Vorbehalt der politischen Führung des Reichskanzlers Hitler zu unterstellen.
Wie bisher, lehne ich auch in Zukunft jede Versorgung im Staatsdienst ab.
Das letzte Front-Heil!
gez. Düsterberg.
Berlin, den 26. April 1933.
Die Gründe für das Ausscheiden Düfterdergs
Magdeburg, 26. April. Das Mtgkkd des Bundesvorstandes, Rechtsanwalt Dr. Schape-Magde- burg, teilte dem Vertreter der Telegraphen-Union aus Grund einer fernmündlichen Unterhaltung mit Reichsminister Seld.te auf Befragen mit, bereits seit mehreren Monaten hätten sowohl der Führer Seldte als auch die Laich esführer des Stahlhelm die Ansicht vertreten, daß die Führung des Bundes einheitlich sein müsse. Düsterberg sollt« seinen Popen als Zweiter Bundesführer aufgeben, um wieder Landesführer für Mitteldeutschland zu werden. Die Gründe hierfür hätten in den Verhandlungen über die Stellung des Stahlhelm in der nationalen Vcwegung gelegen.
Bei diesen Verhandlungen habe die Person Düsterbergs naturgemäß Schwierigkeiten geboten, auch mit Rücksicht aus den Ariergrundsatz im Gesetz zur Wiederherstellung des Berussbeamten- tums. Es sei selbstverständlich, daß «in Bundes- sührer des Stahlhelm nicht eine Ausnahmestellung für sich in Anspruch nehmen könne.
Alle diese Gesichtspunkte habe der Erste Bnn- desführer seit mehreren Wochen dem Zweiten Vundessührer mehrfach vorgestellt und Düsterberg sei wiederholt gebeten worden, sein Amt zur Verfügung zu stellen, was er jedoch stets abgelehnt habe. Er habe auch weiterhin Reden gehalten, die mit der Stellung der Bundessüh- rung des Stahlhelm nicht übereinstimmten. Am Dienstag habe Düsterberg nun an alle Landes- sührer im Stahlhelm ein Rundschreiben gerichtet, in dem er u. a. zum Ausdruck gebracht habe, daß der Erste Vundessührer ihn erneut zur Amtsniederlegung aufgefordert habe und daß Seldte in „seinem satzungswidrigen Verhallen von einigen Landessührern und Bundesvorstandsmitgliedern aus persönlichen Gründen hierin unterstützt worden" sei. Auf Grund dieses Rundschreibens habe dann der Erste Bundesführer am Mittwoch nachmittag die Amtsenthebung vorgenommen.
Eine ErSSeum des VinAeSanüS
Vom Bundesamt des Stahlhelm wird folgende bundesamtliche Erklärung abgegeben:
„Um die Einigkeit der Führung und die Geschlossenheit des Einsatzes des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, für den großen Kampf um die Ankunft, die Freiheit und die Einigkeit des neuen Deutschland zu sichern, hat sich der Erste Bundesführer des Stahlhelms, Kamerad Reichsminister Lnurz Scldte. entschlossen, die Führung -es Bun
des allein in die Hand zu nehmen. Die notwendigen Regelungen erfolgen durch Stahlhelm- Dienstbesehle. Der bisherige Zweite Bundesführer des Stahlhelms, Kamerad Oberstleutnant Düsterberg, teilte der Presse mit, daß er seine sämtlichen Aemter im Stahlhelm niedergelegt hat."
Umbildung des beaunschwei- gischen SlaatsmilMeriumS
Braunschweig, 26. April. Wie vom braun- schiweigischen Staatsministerium auf Anfrage mitgeteilt wird, wird der Ministerpräsident und Finanzminister Dr. Küchenthal unmittelbar nach Ernennung des Statthalters von seinem Posten zurücktreten. Hierzu wird ergänzend mitgeteilt:
Wenn der Rücktritt nicht nach dem Erlaß des Gleichschaltungsgesetzes erfolgt ist, so hat das seine Ursache in der Erledigung dringlicher Geschäfte, die zunächst noch das Verbleiben des Ministers Dr. Küchenthal notwendig gemacht hat. Dr. Kü- chenthal hat hierbei in vollem Einverständnis mit Minister Klagges gehandelt.
Dr. Küchenthal war über 4^4 Jahre braun- schweigischer Minister, das erste Mal von 1926 bis 1927 Finanz- und Wirtschaftsminister und vom 1. Oktober 1930 bis jetzt Finanz- und. Justizminister und Vorsitzender des Sraunschweigischen Staatsministeriums.
Sberbürgermeifter a. v. Vötz voelSufig MgenvMmeu
Berlin, 26. April. Oberbürgermeister a. D. Boß wurde auf Grund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe Mittwoch vormittag vorläufig festgenommen >und zur Vernehmung ins Polizeipräsidium gebracht.
Sr. Waller Vleimer der KSSAV beigelrets«
Wien, 26. April. Der eigentliche Organisator und Ehrenvorsitzende des steirischen Heimatschutzes, Dr. Walter Psrimer, tritt, nach einer Meldung der „Deutsch-Oesterreichischen Tageszei- ttmg", des nationalsozialistischen Hautporgans, am 84. April als Mitglied in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ein.
Von Washington nach Genf
Wieder einmal ein Abriisinngsvorschlag
Keine Bereinigung
Roosevelt, Macdonald und Herriot haben ihre Zustimmung zur Einberufung der Weltwirtschasts- konferenz aus den 12. Juni nach London gegeben.
Das große Spiel der Weltpolitik zeigt immer wieder das gleiche Bild. Das Zusammentreffen von Roosevelt, Macdonald und Herriot ist beendet und war beendet in dem Augenblick, als man sich dem eigentlichen Kernproblem näherte, „der Abrüstung". Mit Wirtschastsfragen begann die Zusammenkunft, bei deren Vertiefung man sehr bald auf politische Gegensätze stieß, die auf der einen Seite automatisch in den Sicherheitsforderungen Frankreichs münden und auf der anderen durch den Wunsch Amerikas diktiert werden, nicht in den Strom der europäischen Auseinandersetzungen hineingezogen zu werden und doch eine ausschlaggebende Rolle in der Weltpolitik zu spielen.
Aus diesem Gegensatz heraus konnte auch eine wirkliche Bereinigung der wirtschaftlichen Probleme kaum erfolgen. Roosevelt und Macdonald haben zwei eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, die aber nur Wünsche und keine positiven Ergebnisse enthält. In ihr heißt es, daß die gleichzeitige Aktion auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete, Abschaffung der Handelsbeschränkungen und Kreditausweitung seitens der Zentralbanken unbedingt erforderlich sei. Auch die Wiederherstellung des internationalen Goldstandards sei eine Herstellung des internationalen Gleichgewichts. Alle diese Fragen seien untereinander abhängig und die Welterholung bedinge die Planmäßige Anwendung von Hilfsmaßnahmen im Eigenlande sowie deren Unterstützung durch sinngemäße und internationale Maßnahmen. Macdonald betont sogar, daß in den letzten Tagen mehr erreicht worden sei, als er zu hoffen gewagt habe. Allerdings verrät er nicht, wie groß seine Hoffnungen gewesen sind.
Die Ungelöstheit aller dieser Fragen wurden durch eine Erklärung Herriots unterstrichen, in der er betont, daß der englische erste Minister nach England zurückkehren werde, ohne sich seiner Freiheit hinsichtlich der Stabilisierung und möglichen Zolltarifsänderungen begeben zu haben. Es bestehe daher die Gefahr, daß Roosevelt von Amerika zu einem Weiterfallenlassen des Dollars gezwungen werde. Schließlich liegt noch eine amtliche Erklärung von Roosevelt und Macdonald vor, nach der man sich in der Krregsfchuldensrage näher gekommen sei, ohne allerdings ein endgültiges Ergebnis erzielt zu haben. Einige Anzeichen lassen darauf schließen, daß Maedonald und Herriot um Aufschub der Mitte Juni fällig werdenden Kriegsschuldenzahlungen gebeten haben und daß Roosevelt beim Kongreß eine Sondererlaubnis zur Regelung dieser Angelegenheit nachsuchen wird. Man gewinnt überhaupt den Eindruck, als habe Roosevelt sich in den letzten Tagen aus taktischen Gründen immer mehr auf die Beschlußfreiheit des Kongresses zurückgezogen, um gegenüber seinen Ministerkollegen keinerlei Bindungen eingehen zu müssen.
Die wirtschaftlichen Probleme, die die ganze Welt berühren und die von dem kapitalistischen System nicht gelöst werden können, find also erwartungsgemäß kaum vorwärts getrieben worden. Dagegen hat man sich abschließend und zwar zwangsläufig mit der Abrüstungsfrage beschäftig:, ohne auch nur zu einer Verständigung zu kommen. Die Pariser Presse hat ihre erste kürzlich« Begeisterung fallengelassen und unterstreicht in ihrer heutigen Ausgabe ,daß man noch ziemlich wert von einer Verständigung in der Abrüstungsfrage fei, da schon die Meinungen zwischen Frankreich und England noch sehr weit auseinander gingen. Die folgende Meldung beweist die Richtigkeit dieser Feststellung.
A-rüstWgseeMrmm in Gens
Erst Abrüstung, dann Lösung der SicherhettSseage
Genf, 26. April. Der amerikanische Vertreter Norman Davis gab im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz am Mittwoch eine bedeutsame schriftlich formulierte Erklärung ab, wonach die amerikanische Regierung eine endgültige Stellungnahme zur Sicherheitsfrage bis zu der Entscheidung über die materiellen Abrüstungsmaßnahmen ablehnt und die Zurückstellung des ersten Teiles des englischen Abkommensentwurfes (Sicherheitsfragen bis zur Durchberatung der übrigen Fragen) vorschlägt.
In der amerikanischen Erklärung heißt es:
Die Regierung sei in wachsendem Maße zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Rüstungen eine Quelle politischer Spannungen und Unsicherheit seien und daß durch eine Abrüstung weitgehende Sicherheitsmaßnahmen geschaffen werden könnten, die den Staaten die Möglichkeiten nehmen würden, einander erfolgreich anzugreifen. Dieses Ziel könne auf zwei Wegen erreicht werden: durch die Aufgabe der Angriffswasfen und durch die Schaffung einer wirksamen und dauernden Rüstungskontrolle.
Norman Davis schlug vor, daß vor der endgültigen Entscheidung über die im Kapitel 1 des englischen Abkommensentwurfes enthaltenen Sicherheitsfragen zunächst der Artikel 94 behandelt werde, in dem die Dauer des Abrüstungs- abkomm-ens auf 5 Jahre festgesetzt wird. Jegliche Entscheidung hänge zunächst von dieser Frage ab. Zu geeigneter Zeit werde die amerikanische Regierung bereit sein, eingehender mitzuteilen, in welcher Weise sie wirksam an der Lösung dieser Frage mitarbeiten könn«.
Die Erklärung von Norman Davis soll, wie verlautet, auf neue Richtlinien aus Washington
zurückgehen. Auf deutscher Seite wird die ameri: konische Erklärung warm begrüßt.
DeAlschl-mLS historisches Verdienst
Ueberwindung des Kommunismus
Berlin, 26. April. Der Vizekanzler von Papen empfing heute das in Deutschland wohlbekannte Mitglied des House of Lords, Lord Newton, mit dem er sich über alle aktuellen Politischen Fragen unterhielt.
Wie wir hören, unterstrich der Vizekanzler hierbei das wiederholte Bekenntnis des Reichs-/ kanzlers zum Frieden, das leider von «mein Teil der englischen Presse der Öffentlichkeit vorenthalten worden sei. Deutschland brauche den Frieden mehr als jede andere Nation der Welt, denn ihm habe der Krieg und die unsinnigen Friedensverträge, die härtesten Wunden geschlagen. Die Welt sei vermutlich heute zu der Einsicht gelangt, daß
das wirtschaftliche Chaos, dem man in vielen
Ländern hilflos gegenüberstehe, nur eine
Folge des politischen und wirtschaftlichen Irrsinns der Nachkriegsregelimgen sei.
Wenn diese Erkenntnis leider auch sehr spät erst Platz gegriffen habe, so sei sie doch noch nicht M spät gekommen, um die verantwortlichen Staatsmänner endlich zu der Erkenntnis aufzureißen, daß es ihre Pflicht sei, diesen Zusammenhängen Rechnung zu tragen. Alle Schrttte, die dazu dienen könnten, das zerrüttete Vertrauen der Welt wieder herzustellen, seien zu begrüßen. Aus diesem Grunde habe Deutschland den Vorschlag eines
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