Ausgabe 
(25.4.1933) Nr. 107
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Das Amtliche Sega« -es Senats der Freien «nd Hansestadt Vremen

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einer freie« Deutschen Schiffahrt

1. Das Ziel kann »ach der geschichtlichen Entwicklung der deutschen Reedereien «nd der nationalsozialistischen Weltanschauung nur in der Wiederherstellung selbständiger, von fremden Finanzeinflüssen sowie büro­kratischer Konzernverwaltung befreiten, von Fachleute,: verantwortlich geleiteten Einzel- Reedereien bestehen.

2. Die möglichst schnelle Auslösung der Hapag-Lloyd-Union ist zur Erreichung die­ses Ziels die unerläßliche Vorbedingung.

3. Aus der Hapag-Lloyd-Union sollen im bisherigen Stärke-Verhältnis der Tonnage von 50:50 für Bremen und Hamburg, in beiden Hafenplötren gleichgerichtete Einzel- Reedereien mit folgenden Diensten geschaffen werden:

a) Nordamerika—Westindien,

b) Südamerika—Ostküste,

c) Südamerika—Westküste,

d) Ostasien,

e) Australien,

f) Niederländisch- und Britisch-Jndten,

g) Afrika,

h) Levante,

t) Europa Küstendienst.

4 Eine gleich starke Verteilung im Ver­hältnis 50:5V auf Bremen und Hamburg ist, abgesehen von dem fetzt bereits bestehenden Kräfteverhältnis, aus nationalen und wirt­schaftlichen Gründen unbedingt notwendig.

Aus nationalen Gründen, weil bei Vor­handensein nur je einer Deutschen Linie nach einer Relation, dem inländischen Ex- und Importeur die Auswahlmöglichkeit feh­len würde und dadurch der ausländischen Konkurrenz das Eindringen in das deutsche Geschäft direkt erleichtert wird. Aber auch der ausländische Ex- und Importeur wird bei Vorhandensein von nur je einer deut­schen Linie eher fremde als deutsche Reede­reien für seine Transporte benutzen.

Aus nationalen und wirtschaftlichen Gründen, weil Bremen und Hamburg ver­schieden gelagertes Hinterland haben. Bei nicht gleichmäßiger Berücksichtigung Bre­mens durch dort beheimatete Reedereien würde das Hinterland der Weser westlich davon den holländisch-belgischen Häfen Preisgegeben, und damit deutsche Lavung fremden Häfen und Reedereien zugeführt werden. Ferner ist die Bedeutung der Ver­schiffung der deutschen Ladung über die deutschen Nordseehäfen für die deutschen Reedereien in den Nachkriegsjahren start gewachsen. Vor dem Kriege war der An­teil der deutschen Schiffahrts-Gesellschaften am Güterverkehr von Antwerpen und Rot­terdam erheblich größer als nach dem Kriege, wo die deutsche Flagge durch fremde Reede­reien in diesen Häfen zurückgedrängt wurde. Deshalb spielen heute Bremen und Ham­burg für die deutsche Schiffahrt als La­dungsbasis eine sehr viel größere Rolle.

5. Da die Auflösung der Hapag-Lloyd- Union in parallele Einzelreedereien trotz Schaffung eines für die private Initiative wünschenswerten Wettbewerbes nicht nach innen zu ungesunden Konkurrenz-Kämpfen führen darf, sind diese Parallel-Reedereien in sich durch scharsgesaßte Pool-Verträge dagegen zu sichern.

6. Betriebsgesellschaften sind abzulehnen, da sie nur getarnte Konzern-Formen mit alle ihren finanziellen und personellen Nach­teilen darstellen.

7. Die Auswahl der Aussichtsratsmit- , Mieder M MeM MmLel-Aeedere ien HM

An das ganze deutsche Voll!

Die Regierung der nationalen Revolution hat den 1. Mai zum Feiertag der nationalen Arbeit erhoben. Sie will damit zum Ausdruck bringen, daß die Verbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit der nationalen Arbeit ihren Schöpfern und Trägern eine unlösliche und schicksalgegebene ist. Znm ersten Male wieder seit Jahrzehnten innerer Zerklüftung und par­teipolitischer Zerrissenheit erhebt sich über Zank und Hader der unsterbliche Geist deutschen Volkstums, verklärt und geläutert durch den Segen der schassenden Arbeit.

Der Marxismus liegt zertrümmert am Boden. Die Organisationen des Klasscnkampfes sind zerschlagen. Nicht aus reaktionären oder Volks- und arbeiterfeindlichen Beweggründen haben wir den Kampf gegen die kulturdrohende Gefahr des Bolschewismus geführt. Der Marxismus mutzte sterben, damit der deutschen Arbeit ein Weg zur Freiheit gebahnt werden konnte. Die Schranken vorn Klafsenhatz «nd Standesdünkel wurden niedergerissen, auf datz Volk wieder zu Volk zurückfand. Nun stehen wir vor der schweren «nd verantwortungs­vollen Aufgabe, nicht nur das deutsche Arbeiter tum zum sozialen Frieden zurückzuführen, son­dern es als vollberechtigtes Glied in den Stand und in die Volksgemeinschaft mit einzuführen.

Wo ehedem marxistische Hatzgesänge ertönten, da werden wir uns znm Volk bekennen. Wo einst die Maschinengewehre der roten Weltbeglncker knatterten, da wollen wir dem nationalen Frieden der Stände die Bresche schlagen. Wo früher der Geist eines öden Mate­rialismus triumphierte, da wollen wir, futzend auf das ewige Recht unseres Volkes, 'auf Freiheit, Arbeit und Brot, in einem neuen glühenden Idealismus die nationale Ver­bundenheit aller Stände, Stämme und Berufe zu einem einigenden Deutschland vor unserem Volk und vor der ganzen Welt bekunden.

Ehret die Arbett und achtet den Arbeiter!

Stirn und Faust sollen einen Bund schlietzen, der unlösbar ist. Der Bauer hinter dem Pflug, der Arbeiter am Ambotz und Schraubstock, der Gelehrte in seiner Studierstube, der Arzt am Krankenbett, der Ingenieur bei seinem Entwürfen, sie alle werden sich am Tag der nationalen Arbeit bewutzt werden, daß die Nation und ihre Zukunft über alles geht und datz jeder an seinem Platz das gilt, was er dem Vaterland und damit dem allgemeinen Besten zu geben bereit ist.

In gewaltigen nationalen Feiern wird die Reichsregierung mit dem Volk zusammen diesen Festtag begehen. Die ganze Nation wird aufgerufen, daran tätigen Anteil zu nehmen. Für einen Tag stehen die Räder still und ruhen die Maschinen. Deutschland ehrt die Arbeit, von deren Segen das Volk ein ganzes Jahr leben soll.

Männer und Frauen! Wir rufen Euch auf, in Stadt und Land! Deutsche Jugend! An Dich vor allem geht unser Appell! Der 1. Mai soll das deutsche Volk einig und ge­schlossen sehen und ein Zeichen sein für die ganze Welt, datz Deutschland erwacht ist und den Weg zu Freiheit und Brot sucht und findet.

Laßt an diesem Tage die Arbeit ruhen!

Bekränzt Eure Häuser und die Straßen der Städte und Dörfer mit frischem Grün und mit den Fahnen des Reiches!

An allen Last- und Personenautos sollen die Wimpel der nationalen Erhebung flattern!

Kein Zug und keine Straßenbahn fährt durch Deutschland, die nicht mit Blumen und. Grün geschmückt ist!

Auf den Fabriktürmen und Bürohäusern werden feierlich die Fahnen des Reiches gehißt!

Kein Kind ohne schwarz-weiß-roten oder Hakenkreuzwimpel!

Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telegraphenämter werden in frischem Grün erstehen!

Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck!

Wir sind ein armes Volk geworden, aber die freudige Lebensbejahung den Mut zum Schaffen, den trotzigen Optimismus, der alle Hindernisse überwindet, lassen wir uns von niemandem nehmen!

Das ganze Volk ehrt sich selbst, wenn es der Arbeit die Ehre gibt, die ihr gebührt.

Deutsche aller Stände, Stämme und Berufe, reicht Euch die Hände!

Geschlossen marschieren wir in die neue Zeit hinein!

Es lebe unser Volk und unser Reich!

Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda: Dr. Goebbels.

nach sachlichen Gesichtspunkten zu erfolgen Um dies zu gewährleisten und zugleich die Einfügung der Schiffahrts-Gesellschaften in die Willensrichtung der nationalen Regie­rung zu sichern, erhalten der Bremer und Hamburger Staat das Bestätigung^ und Abberufungsrecht der Aussichtsrats-Mit- Mjeder.

8. Die Ausgliederung dieser Einzel-Ree­dereien hat zur Voraussetzung die unver­züglich in Angriff zu nehmende Bereinigung der unhaltbaren gegenwärtigen Finanzlage der Hapag-Lloyd-Union. Diese Aufgabe kann nur im Einvernehmen von Reichsver- kehrs-Ministerium und Reichsbank erfolgen Nach dieser Bereinigung wird die Finan­

zierung der Einzel-Reedereien auf dem na--» türlichen Wege der privaten Initiative leich­ter möglich sein. Inwieweit diese Neu-, Finanzierung noch durch gesetzgeberische Maßnahmen, wie Gründung von Schiffs-, Hypotheken- und Schiffslebcnsverstcherungs- Banken, Erleichterungen der sozialen Lasicn usw. unterstützt werden kann, muß fachlichen Einzel-Verhandlungen überlassen bleiben. Das Gleiche trifft zu für Pläne einer er­neuten durchgreifenden Hilfe für die Tramp- Schiffahrt, für das Abwrack-Problem, die Neubau-Frage usw.

9. Die anliegenden Gutachten vom Nord­deutschen Lloyd und Herrn Glässel werden als Material beigefügt.

Bremen, den 16. April 1933.

gez. Dr. Markert.

Die Vorschlüge des Hamburger Senals

Die Hamburger Vorschläge zur Neuord­nung der deutschen Schiffahrt, die Bürger­meister Krogmann ausgearbeitet hat und die heute dem Reichskanzler vorgelegt wer­den, unterscheiden sich in vielen Puntten grundsätzlich von den kürzlich aus Bremen verbreiteten Anregungen.

Die Denkschrift hält es für erforderlich, daß das notwendige Eingreifen der Reichs­regierung sich nicht auf Einzelmaßnahmen beschränkt sondern daß eine Totallöfung herbeigeführt werden muß. Zunächst wer­den die

Gründe für die heutige Lage der deutschen Schiffahrt

aufgeführt, und zwar das Anwachsen des Weltschiffsranmes, die Schiffahrtssubven­tionen in anderen Ländern, die Währungs­senkung in verschiedenen Staaten, die stär­kere soziale und steuerliche Belastung der deutsche» Schiffahrt, die Ueberschnldung als Folge jahrelanger Konkurrenzunfähigkeit ferner die fehlerhafte Konzentrationspolitik der Hamburg-Amerika Linie und des Nord­deutschen Lloyd, durch die eine Schwer­fälligkeit und Unübersichtlichkeit dieser Li­nien hervorgerufen worden sei, fehlerhaftes Eingreifen in die Geschäftsführung durch die Bankenvertreter des Aussichtsrates und Unemhcitlichkcit der Leitung und Beschrän­kung der für die Leitung Verantwortlichen in ihrer Bewegungsfreiheit. Notwendig sei die Wiederherstellung der Konkurrenzfähig­keit und der Rentabilität, und dafür eine Reorganisation und eine Entschuldung.

Die

Rentabilität

könne nur wiederhergestellt werden, wenn die deutsche Schiffahrt unter gleichen Vor­aussetzungen wie die ausländischen Reede­reien arbeiten könnte. Hierfür sei ein Wäh­rungsausgleich erforderlich, solange die Reichsregierung. die heutige Wäh­rungshöhe aufrechterhalten will, ferner die Uebernahme der sozialen Lasten auf das Reich, Befreiung von allen Steuern unÄ Abgaben, die aus der Substanz bezahlt wer­den müßten und Ungleichung der Kredit­bedingungen an die Bedingungen, die der ausländischen Schiffahrt eingeräumt werden^

Für die

Reorganisation und Entschuldung

mäßten rein kaufmännische Grundsätze zur Anwendung kommen. Alle zu entschulden­den Reedereien müßten einen Status «ichs

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