Ausgabe 
(24.4.1933) Nr. 106
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Reichspeeffechef Va. Dr. Dietrich setzt das Ziel:

Sie deutsche Preise als Waffe dsuHchre

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Berlin, 23. April. Auf einer, besonders aus Kreisen der Presse stark besuchten, vom Landesverband im Reichsverband der Deut­schen Presse gemeinsam nrit dem Kamps- stnnd für deutsche Kultur am Sonntag mittag im Vollsitzungssaal des Preußischen Landtags veranstalteten Kundgebung „Deutsche Presse" sprach zunächst der Reichs- pressechef der NSDAP, Dr. Dietrich, über das Thema:

„Die deutsche Presse als Waffe deutscher Politik"

Dr. Dietrich führte aus:

Wenn ich heute vor Ihnen vom Kampf­bund für deutsche Kultur sprechen darf, dann tue ich es mit besonderer Freude des­halb, zunächst, weit Sie ein Kampfbund sind. Nationalsozialist sein, heißt — wie Sie wissen — Kämpfer sein! Und wenn wir auch heute nach einem heroischen, geistigen Ringen, das ohne Beispiel in der Ge­schichte der Völker ist, den Durchbruch zum Staate erzwungen haben, so werden wir doch niemals, solange wir leben, aufhören, Kämpfer zu sein. Kämpfer für unsere na­

tionalsozialistische Idee. Kämpfer für unsere herrliche nationalsozialistische Bewegung, die heute das junge Deutschland repräsentiert und sich mit Stolz zu ihrem Werk, zur deutschen Revolution bekennt. Und zwei^ns wissen Sie, daß

die Presse der Spiegel eines Volkes und damit seiner Kultur

ist. Daß eine entartete Presse nicht ein Zerrbild unserer Kultur, unseres deutschen Gemeinschaftslebens wiedergibt, ist eine Frage, die den Staat mindestens ebensosehr angeht, wie die Presse selbst. Daher kann

Aas der Partei muß -er Staat werde«!

MM Hitler vor Leu Führern der Vewegimg

München, 23. April. Die große Führertagung ter NSDAP. fand am Sonnabend durch die An­wesenheit Adolf Hitlers ihren Höhepunkt. Nahezu sämtliche Führer der Partei waren in dem ehr­würdigen alten Münchener Rathaussaal versam­melt, von dessen Wänden zwischen den historischen Fahnen der Zünfte und der Waffen alter Geschlech­ter die Zeichen des jungen Deutschland grüßten. Die Versammlung der Männer, die an führender Stelle mitgeholfen haben, die deutsche Rsvolmion zu erkämpfen und die nationalsozialistische Bewe­gung zum tragenden Fundament des neuen Staa­tes zu machen, Lot ein eindrucksvolles unvergeß­liches Bild. Während von der Straße heraus die Heil-Nuse der begeisterten Menge in den Saal drängen, grüßten die alten Kämpfer stumm und in innerer Ergriffenheit mit erhobener Hand den Führer.

Stehend hörte die Versammlung die Begrü­ßungsworte, die der Stellvertreter des Stabslei- ters der PO., Robert Wagner, im Namen der versammelten Führ^schaft der nationalsozialisti­schen Bewegung und des gesamten deutschen Vol­kes an den Führer richtete:

Partei und Volk blicke in tiefer Verehrung zu Adolf Hitler empor und sei glücklich, von ihm ge­führt zu werden. Ein dreifaches Heil ist der Gruß der Versammlung.

Dann ergriff der Führer das Wort zu einer von tiefer innerer Kraft und staatsmännischem Geist getragenen Rede. Er wies einleitend darauf hin, daß es gelungen sei, die nationale Revolution trotz -der so durchgreifenden Wirkungen auf allen eGbietcn des Lebens und im Gegensatz zu allen früheren Revolutionen diszipliniert in der Hand zielbewußter Führung zu halten. Der Grund da­für liege in der Tatsache, daß frühere Revolutio­nen von undisziplinierten Menschenhaufen ziellos durchgeführt wurden, um dann schließlich in ihr Gegenteil umzuschlagen.

Das Kennzeichen der nationalen Erhebung sei dagegen, daß ihr Träger die in äußerster Disziplin aufgebaute und kampfgestählte nationalsozialistische Bewegung sei. Wenn ihre Disziplin, ihr Mmps- geist und das Zielbewutztseiu der Führung erhalten blieben, dann würde der Sieg ein vollkommener und dauernder sein.

Die Geschehnisse, die sich in Deutschland abge­spielt hatten, seien ein einzigartiges wunderbar elastisches Zusmnmenspiel zwischen der impulsive« Volksbewegung und der durchdachten Leistung durch dir Führung.

Das müsse auch in Zukunft der Fall sein. Adolf Hitler erklärte, er müsse stets das Bewußtsein haben können, daß bei jeder Maßnahme -das ganze Volk in seiner überwältigenden Mehrheit hinter ihm stehe.

Die Uuübcrwindlichleit unserer Macht müsse darin bestehen, daß sich die ganze Nation uns geistig anschließe.

Der Führer befaßte sich in diesem Zusammen­hang in großen Zügen mit den im Vordergrund stehenden politischen Fragen der Gegenwart. Er legte außenpolitisch ein klares Bekenntnis zur Politik des Friedens ab, den Deutschland brauche und erhalten wolle. Deutschland aber könne nicht zu einer Nation zweiten Ranges weiterhin gestempelt, sondern müsse in der Welt als gleich­berechtigter Faktor anerkannt werden. Der Füh­rer betonte dabei grundsätzlich, daß Außenpolitik nicht gemacht werde mit der Stirn nach außen, sondern mit dem Willen nach innen

Innenpolitisch erklärte er, daß der Kampf ge- gen den Marxismus keine Abschwächrmg erfahren werde. Wenn auch der Marxismus sich heute bereits tot stelle, so schütze ihn das nicht davor, daß er endgültig vernichtet werde.

Der Führer wies darauf hin, welche großen Aufgaben damit gestellt seien, die national­sozialistische Bewegung immer mehr zur Trägerin des neuen Staates zumachen, den sie aufgebaut hat. Die Führung ginge Schritt für Schritt syste­matisch weiter aus dem Wege zum neuen Deutsch­land. Ausgabe der Partei sei, Schritt zu halten und die ganze Nation auch geistig der Führung anzuschließen.

Die Schlagkraft der Bewegung müsse daher nicht nur erhalten, sondern erhöht werden. Die un­zertrennliche >

Einheit zwischen Führung und Gefolgschaft müsse die Einheit -es Handelns für immer ge­währleisten.

Er sei stolz darauf, Kanzler zu sein, aber stolzer noch sei er, Führer dieser Bewegung zu sein, die den Sieg über die Verderber des deutschen Volkes allein ermöglichte.

Er wisse, daß die Bewegung wie bisher sich auch weiterhin ohne Rücksicht aus die kleinen Nöte hes Alltags vollständig mit seinen höheren Zielen identifiziere.. Der Grundsatz der Disziplin sei das Fundament der Bewegung. Als die Aktion zur Abwehr -er jüdischen Greuel- und Boykotthetze befohlen wurde, setzte sie schlagartig ein. Als sie .beendigt wurde, brach sie ebenso schlagartig ab.

In klaren Worten umriß -der Führer das innige Verhältnis und die einander sich ergänzenden Aufgaben der politischen Leitung und SA. und SS. Die Zusammenarbeit dieser bedien Faktoren der Bewegung -habe den Sieg errungen. Sie werde auch der Garant der Zukunft sein.

Noch stünden große und wichtige Aufgaben be­vor. Die Revolution sei erst dann beendet, wenn die ganze deutsche Welt innerlich und äußerlich völlig neu gestaltet sei. Der Führer erklärte da­bei: „Nicht die Lauen und Neutralen machen Ge- Geschichte, sondern die Menschen, die den Kampf auf sich nehmen. Dadurch, -daß unsere BÄveguug im Sturmschritt marschiert ist und marschiert, hat sie die Kraft in sich, sich gegen jeden Feind -durch­zusetzen und den Sieg zu erringen. Die Bewegung hat 2000 Jahre deutscher Geschichte und Kultur übernommen. Sie wird die Träger in der deut­schen Geschichte und der deutschen Kultur der Zu­kunft werden. Sie wird dafür sorgen, daß neue unvergängliche Dokumente geschaffen werden, die unser Volk weiter einreihen in die Zahl der gro­ßen Kulturvölker der Weltgeschichte.

Wir arbeiten nicht für den Augenblick, son­dern für das Urteil der Jahrtausende."

Der Führer umriß in seinen Ausführungen auch die großen Aufgaben der Kunst, die gelöst werden müßen um die Nation aus dem rein wirtschaftlichen Denken herauszuheben und ewige Werte zu schaffen.

Zum Schluß seiner Rede, die immer wieder von begeisterter Zustimmung unterbrochen wurde, erklärte Adolf Hitler:

„Ich bitte Sie, meine Führer, führen Sie Ihren Kampf so, -daß die kommenden Generationen von unserer Bewegung stolz bekennen:

Sie war nicht nur groß bis zur Erreichung der Macht, sie war noch größer als sie den Staat in Händen hatte.

Unsere Bewegung ist heute das wunderbarste Beispiel höchster Disziplin, beispielloser Treue, einer einzigen Kameradschaft. Wenn sie sich diese . Grundlage erhält, dann wird unser Reich bestehen bleiben bis in fernste Zeiten, denn wir kämpfen nicht für uns, nicht für unsere Partei, sondern für das deutsche Volk und für seine Unsterblich­keit."

Ein dreifaches Sieg-Heil als Dank an den Aü5- rer schloß die Tagung, die in der Geschichte der Bewegung und damit Deutschlands als ein Mark­tstein verzeichnet sein wird.

die Presse als maßgebender Faktor bei bei Bildung der öffentlichen Meinung, nur als eine öffentliche Einrichtung angesehen wer­den. Sie ist der öffentliche Anwalt der Volksgesamtheit, auf dessen Kontrolle und ideelle Einflußnahme kein Staat verzichten kann, der es als seine Pflicht ansieht, die Interessen der Gesamtn-ation mit allen Mitteln wahrzunehmen. Jede Einflußn-ahms und Lebensäußerun-g des Staates aber — - auf welchem Gebiet es auch immer sei — bezeichnen wir als Politik. Und damit sinÄ wir im Kampsbund für deutsche Kultus bei unserem Thema: „Die deutsche Presse als Waffe deutscher Politik."

Ueber die Freiheit der prelle

im neuen Deutschland, über die Freiheit im höheren und edleren Sinne, über die Freiheit als selbstgewollte und selbstgewählte Bindung an die Pflichten gegenüber Volk und Nation haben vor kurzem der Herr Reichskanzler und Minister Dr. Goebbels als die berufenen Vertreter des Staates bor der deutschen Presse gesprochen. Sie haben erklärt, die Freiheit der Presse zu respektieren und ihr weitesten Raum zu gewähren — wenn die Presse bereit ist, dem Staat zu geben, was des Staates ist. Ich

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möchte heute als deutscher Journalist und Pressemann, der sich als ein tätiges Glied dieses Berufsstandes fühlt und in ihm lebt, das Echo wiedergeben, das dieser Appell bei uns Journalisten gefunden hat.

Wir deutschen Journalisten empfinden es dankbar und mit Genugtuung, daß die Regierung der nationalen Revolution die große Bedeutung der Presse und ihre Macht nicht nur anerkennt, sondern auch ihre Mitarbeit an dem großen Wieder- aufbauwcrk der Nation so hoch einschätzt. Höher einzuschätzen weiß, als es bisher im offiziellen Deutschland der Fall ge­wesen ist. Wir unsererseits sind bereit, dafür zu sorgen, daß die geistige Waffe, die die Presse darstellt, im Dienste unseres Volksganzen jederzeit freudig, vorbehalt­los und mit Tatkraft eingesetzt wird. Wir wollen uns der Ehre, in vorderster Front des Lebenskampfes der Nation stehen zrr dürfen, würdig erweisen, und die deutsche Presse in Zukunft zu einer scharf ge­schliffenen Waffe deutscher Politik und damit des deutschen Volkes werden lassen, wie sie niemals zuvor der Nation zur Verfügung gestanden hat.

Ich sage mit Betonung., in der ZnkirniA, denn in der Vergangenheit war es leWyj vielfach anders. Wenn man , /

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im neuen Deutschland umreißen will, damv kann. man es nicht tun, -ohne die Lehre zu ziehen aus den Erfahrungen der Ver­gangenheit, die uns zeigen, wie es niemals

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