dlp.104
Vi»chin«n, Sonnsdvnil, 6«n 22. 4pnil 1V3S
Linrvipnsi» 1S ^kjI
Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 26051. — Die BNZ erscheint wöchentlich siebenmal als Morgenzeitung und kostet 2.30 frei Haus. durch die Voll zuzüglich 42 Bestellgeld.
Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm-Zekle 0.10, auswärts 0.12; im TextteiH^ 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuche u. Familienanzeigen 0.06; sonstige kleine Anzeigen 0.08 Plahvorschr. o. Verbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückz.d. Bezugspr
am»»«»»»
VcenrenS Schifsahet - Bremens Lebe«
Vie DenkschM -es Senats -er Aeübsregieeiuig überreicht
Die Daseinsfähigkeit jeglichen wirtschaft
lichen Lebens in den Mauern der Hansestädte mrd damit auch in den Mauern unserer Vaterstadt Bremen ist auf Gedeih und Verderb mit dem Wohlergehen und der Eristeirzfähigleit der Schiffahrt mitsamt der ihr angegliederten Industrien verbunden. Nur wenn es gelingt, die Belange der bremischen Schiffahrt nach innen und außen erfolgreich zu vertreten, ist die Gewähr dafür gegeben, daß die nationale Regierung in ihrer Wiederaufbanarbeit einen dauerhaften Erfolg davontragen, das heißt Bremen einem neuen und segensreichen Wiederaufstieg im Rahmen der Neuerstarkung des ganzen Deutschland entgegenführen kann.
Es ist deshalb kein Zufall, daß die bremische Regierung, ebenso wie der Hamburgische Senat, von Beginn ihrer Tätigkeit an immer und immer wieder gerade die Wiedererstarkung der deutschen Schiffahrt als eine ihrer Hauptaufgaben bezeichnet hat. In den kurzen Wochen ihrer Regievnngs- tiitr gleit haben aber die neuen Senate der Hansestädte weit mehr getan, als nur in Reden ihre positive Grundeinstellung zur deutschen Schiffahrt zu betonen. In Konferenzen mit den zuständigen Reichsstellen wurden diese für Gesamtdeutschland wichtigen, für die Hansestädte aber lebensnotwendigen Fragen erörtert und ihrer Klärung entgegengeführt. Die Zusammenkunft der Senatspräsidenten in Bremen war ein weiterer Schritt zur gemeinsamen Inangriffnahme dieser alle Hansestädte gleichmäßig berührenden Fragen.
Inzwischen find die vorbereitenden Maßnahmen der beiden hauptbeteiligten Regierungen Bremen und Hamburg soweit gediehen, daß von feiten dieser Regierungen bereits feste Vorschläge in Form von Denkschriften bei den zuständigen Reichsstellen vorgelegt worden find. Beide Regierungen,, fest in nationalsozialistischer Weltanschauung und Wirtschaftsanffassung verwurzelt, sind auf Grund dieser gemeinsamen Voraussetzungen nationalsozialistischen Wirtschaftsdenkens, wie keine ihrer zahlreichen Vorgängerinnen in der Lage, eine für beide Städte gerechte, von gemeinsamer Zielsetzung o-tragene Lösung anzustreben und zu erreichen.
Während Bremen in der Zeit der Geltung liberalistischer Wirtschaftsauffassungen immer in der Gefahr war, von seiner größeren und deswegen in vieler Hinsicht mächtigeren Schwesterstadt Hamburg, in rücksichtslosem Konkurrenzkampf an die Wand gedrückt zu werden, muß und wird die Ausschaltung dieses kraß liberalistischen Wirtschaftsdenkens viele dieser seit jeher besteh enden und die Existenz Bremens bedrohenden Gefahren beseitigen.
Die Aufgaben von Bremen und Hamburg sind wohl gleichgerichtet nach außen, weil beide Städte in Deutschland das Mandat zu erfüllen haben, Tore zur Weit zu sein, wohl aber durchaus Verschieden nach innen. Während Hamburg mit seinem ungeheuren Hinterland an beiden Ufern der Eibe zwangsläufig mehr nach dem Osten orientiert sein muß,' liegen Bremens Interessen, geographisch bedingt, ebenso zwangsläufig in der Hauptsache im deutschen Westen. Wie wir bereits in verschiedenen Artikeln zum Ausdruck gebracht haben, ist die Zukunftsaufgabe Bremens nach unserer Auffassung darin zu sehen, als der dem Ruhrgebiet am nächsten gelegene deutsche
Seehafen den gewaltigen Ex- und Import des westlichen deutschen Industriegebietes in weit stärkerem Maße als bisher an sich ziehen und somit zum Umschlaghafen dieses Gebietes zu werden, eine Stellung die bis heute die holländischen und belgischen Häfen fast restlos innehatten. Nach diesen Zukunftsaufgaben müssen sich die in der Gegenwart zu treffenden Reorgamsationsmaßnahmen richten, wenn ihnen nicht das Signum des Vorläufigen und in absehbarer Zeit zum Mißerfolg Verurteilten anhaften soll. Aus diesen Erwägungen heraus ist es deswegen besonders zu begrüßen, daß die von einer bestimmten Seie geforderte Zusammenlegung von Reedereien und damit die Schaffung einer einzigen deutschen Groß- reederei in der Auffassung der bremischen maßgeblichen Stellen keine Stütze erhalten hat. Der Senat hat durch den Münd des ersten Bürgermeisters Dr. Markert in der Kundgebung vor bremischen Wirtschaftskreisen in der „Glocke" bereits seine grundsätzliche Einstellung zu dieser Frage der Öffentlichkeit mitgeteilt,. Nicht eine ungesunde Zentralstation der deutschen Schiffahrt in einem Hafen (Hamburg) mit gleichzeitigen regionalen Aufteilung in einzelne Verwaltungsgebiete erfordere die Zeit, sondern die Schaffung lebenskräftiger, selbständiger Reedereien, die von Fachleuten und keinen Bankbeauftragten, unter eigener Verantwortung, frei geleitet, immer noch den Weltruf der deutschen Schiff- fahrt am besten, erfolgreichsten und würdigsten vertreten haben. Zu einer Verkümmerung der deutschen Schiffahrt und damit auch des deutschen Handels und der mit ihm unlösbar verbundenen Hansestädte müßte es führen, wenn die Interessen eines der beiden deutschen Großhafenplätze in irgendeiner Form durch den Verwaltungsapparat des andern vertreten und deshalb den Interessen dieses andern untergeordnet werde würde.
Dem Ex- und Importeur muß die Möglichkeit erhalten bleiben, die seinen Bedürfnissen zweckentsprechendste Reederei auszusuchen, wenn er nicht in die Arme ausländischer Schiffahrtsunternehmen getrieben werden soll. Ausgabe Bremens und Hamburgs ist es aber, der deutschen Schiffahrt verlorengegangene Stellungen wieder zu erobern und sie darüber hinaus sie in neue Positionen vorstoßen zu lassen. Das zu erreichen, ist einen: zentra- listisch, bürokratisch geleitetem Verwaltungskörper ebenso unmöglich, wie es für eine Vielheit mit hansischem Verantwortungsbewußtsein und altem hansischem Wagemut geleiteten, freien Reedereien erreichbares Ziel ist.
Bremens jahrhundertealte Tradition, seine durch die Arbeit von Geschlechtern geschaffenen Verbindungen mit dem europäischen und überseeischen Ausland können nur dann erhalten werden, wenn sie vom gleichen Geist getragen werden, aus dorn sie geboren wurden. Zu glauben, daß man diese an Geschlechter und an Persönlichkeit von jeher gebundenen, also gleichsam naturhaft gewordenen Beziehungen durch bürokratische Verwaltungsmaßnahmen einfach verlegen könnte, wäre vermefsen. Alte Bäume lassen sich nicht mehr verpflanzen, ohne dabei zu verkümmern. Auf Bremens Boden Gewogenes und Erkämpftes ist so innig mit Bremen verbunden, daß es auch nur in Bremen wirklich lebenskräftig und entwicklungsfähig ist. Handelsbeziehungen sind so abhängig von persönlichen Beziehungen, daß das Abbrecht von diesen persönlichen Bindungen dem
Verlust der davon betroffenen Positionen im Ausland selbst gleichkäme.
Bremen muß in Bremen beheimatete Reedereien besitzen, wenn das eine der beiden deutschen Ausfallstore für den deutschen Welthandel nicht zum Schaden Gesamtdeutschlands veröden und verkümmern soll.
Bei der kommender: Reorganisation der deutscher: Schiffahrt werden diese bremischen Belange immer Berücksichtigung finden müssen, schon, um nicht Hamburg in Aufgaben hineinzudrängen, die es gar nicht erfülle:: könnte. Die Zeit der Expansionspolitik um jeden Preis auf Kosten der Allgemeinheit ist auch für die deutsche Schiffahrt für immer vorbei. Konzernbildungen, die gesunde Einzelexistenzen vernichten, sind für die Allgemeinheit nie von Nutzen gewesen und werden deswegen vor: uns heute, wie immer, abgelehnt werden. Wir begrüßen aufrichtig der: Inhalt der in Berlin überreichten Denkschrift, weil er geeignet ist, das Verständnis für die Notwendigkeit bremischer: Eigenlebens nicht nur zu fördern, sondern auch dieses Eigenleben selbst zu gewährleisten.
Die beiden Hansestädte haben irn neuen Deutschland gewaltige und entscheidende Aufgaben zu lösen. Nur wenn ihr Eigenleben durch die zu treffenden Maßnahmen garantiert wird, können diese Aufgaben, 'bei deren Lösung Bremen und Hamburg gleichbeteiligt fein werden, bewältigt werden. In der Ausnutzung aller Möglichkeiten wird die Gewähr für den Erfolg begründet liegen. Sie auszunutzen, ist aber nur möglich, wenn der große Hafen der llntevwefer selbständig und frei von äußeren Einflüssen seine bremisch, deutscher: Belange nach eigenem Können und mit eigener Verantwortung vertrete:: kann.
Die Groß-Reedereien selbst, die durch die Uebernahme kleinerer Unternehmen in den letz-
Parrs, 21. April. In der Pariser Morgenpresse bildet die Abschaffung des Goldstandards ir: Amerika das Hauptgesprächs- therna. Der ehemalige französische Wirt- schafts minister Gignoux veröffentlicht in diesem Zusammenhang im „Journal" einen längeren Artikel. Er erklärt u. a., ein Verhandlungspnnkt scheine schon jetzt vollkommen ausgeschaltet werde:: zu können, nämlich die Frage der Wirtschaftsabkommen, denn die erste Vorbedingung für derartige Abkommen fei eine stabile Währungspolitik.
An Bord der „Jsle de France" löste die Nachricht über die Aufgabe der Goldwährung äußerste Ueberraschung aus. In Kreisen der französischen Sachverständigen, die Herriot nach Washington begleiten, erklärt man, daß sich die Lage vollkommen geändert habe. Man glaubt außerdem, daß infolge der nunmehr eintretenden Unsicherheit die Weltwirtschaftskonferenz auf einen
ten Jahren nur schlechte Erfahrungen gemacht haben, und die deswegen von sich aus bereits dazu übergegangen sind, diese ehemals übernommenen Spezralreedeveien aus ihrem Verband zu entlassen, werden sich dieser zwingenden Notwendigkeit nicht verschließen, sondern diese Entwicklung, falls sie durch Lösung des Entschuldungsproblems und der mit ihm zusammenhängenden Fragen vom Staat ermöglicht wird, freudig mitmachen. Sache des Staates und der leitenden Männer ist es dann, dafür zu sorgen, daß die Tätigkeit der Reedereien im Einklang bleibt mit den Grundsätzen die durch die nationalsozialistische Revolution im deutschen Leben zum Durchbruch gelangt find. Das bedeutet, daß die zu erfolgende Dezentralisation des deutschen Schiffahrtswesens nicht dazu führen darf, daß die einzelner: wieder selbständig gewordenen Reedereien ihre Kraft in sinnlosen Kokurvenz- kämpfen verbrauchen, sondern daß sie ihre ihnen zufallenden Ausgaben immer im Hinblick auf das übergeordnete Wohl der Allgemeinheit zu lösen versuchen. Ebenso ist es selbstverständlich, daß bei aller Wahrung der bremischen Irrtcr-? essen sich eine neue Kampfstellung zwischen Harnburg und Bremen, deren Belange im Großen gesehen immer parallel' verlausen werden, nicht entwickeln kann und darr.
Bürgschaft für diese, bei aller Selbständigkeit und bei Verfechtung aller Sonderinteresfen doch immer bestimmende Gesamthaltung im Dienste des Ganzen, sind die beiden in gleicher Gesinnung arbeitenden und vom gleichen Geiste getragenen Regierungen der beiden großer: Hansestädte. Ein weiterer und der zuverlässigste Bürge, wäre der Reichskanzler und Führer selbst, falls er der Bitte der bremischer: Oeffent- lichkeit entsprechen, und die Statthalterschaft über beide in Kameradschaft verbundenen Hansestädte übernehmen würde.
Kri.
unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden wird.
Herriot erklärte einem Vertreter der französischen Agentur Radio zu den Washingtoner Beschlüssen, daß Frankreich glücklicherweise auf einer soliden Insel lebe. Solange man noch in Ungewißheit darüber sei, wie der Sturm enden werde, sei es ratsam, eine abwartende Haltung einzunehmen.
Der Sonderberichterstatter des „M tin" meldet von Bord der „Jsle de J-rar.«", daß der französische Finanzsachverstärbzge Rist erklärt habe, daß man mit einer schwankenden Währung ebensowenig zu einer internationalen Wirtschaftskonserenz gehen könne, wie mit einem dehnbarer: Gummb» Metermaß auf den Stofshandel.
Scharfe englische Kritik
London, 21. dlpril. Auch die Londomr Presse besaßt sich eingehend mit dem Abgehen Amerikas vom Goldstandard»
Wrktwirtschaktsksiiserenz bereits gescheitert?
Wir- Frankreich Aoaseve« lalse«?
fehlt, ch mög- 900 000 Arbeit re Zeit
fft die 'n und einer enkul- enden Groß-