Ausgabe 
(21.4.1933) Nr. 103
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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So wurden wir. so wurde Deutschland:

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Feierlilve Enthüllung des Sttler-Vildes

Der Geburtstag unseres Führers und Vollsfanzlers sah auch die Straßen und öffentlichen Gebäude unserer Vaterstadt Bremen in überaus reichem Flaggenschmuck. Hakenkreuz--, schwarz-weiß--rote Fahnen und die bremische Landesslagge flatterten und wogten zu Tausenden im frischen April­morgen. Voll den Stromabnehmerleinen der Straßenbahn grüßten ebenfalls die Flaggen der nationalen Erhebung. Die Schaufenster der Blumenläden und Buchhandlungen waren in geschmackvoller Aufmachung" der Bedeutung des Ehrentages Hitlers ange­paßt. Die Staatsgebände, die Schulen, der Dom und sämtliche anderen Kirchen, das Nordwollehaus sowie das Hauptverwal­tungsgebäude des Norddeutschen Lloyd fetz­ten die Symbole der nationalen Wieder­geburt Deutschlands unter Adolf Hitlers Führung. Auch die in den Häfen liegendeil Schiffe hatten über die Toppen geflaggt. -In den Schulen begann der Un­terricht wie üblich; chn der dritten Unter­richtsstunde aber wurden überall Gedenk­stunden abgehalten, in denen die Schüler und Schülerinnen im Rahmen würdiger Feiern eingehend mit dem Lebenswerk des großen Volkskanzlers vertraut gemacht wur­den. Danach war schulfrei. Bei den Be­hörden erfuhr die Dienstzeit am 20. April keine Veränderung; jedoch versammelten sich zu Beginn der Mittagspause die Mitglieder des Senats, die Staatsräte und das ge­samte Personal im ersten Stockwerk des Rathauses um der feierlichen Uebergabe eines Oelgemäldes von Professor Lang­horst-München, den Reichskanzler darstel­lend, beizuwohnen.

Als Abschluß des festlichen Tages fand am Abend zu Ehren Adolf Hitlers eine große Feier im Casino statt, zu der sich über 3000 Men­schen versammelt hatten. Unter ihnen befanden sich der' Präsident des Senats Dr. Markert, Polizeisenator Laue, Gruppenführer Freiherr von Schorlemer, Standartenführer CIausen, Major Scheitert vom 1. Hanseatischen Batail­lon, Infanterieregiment 16 mit seinem Adjudanten Oberleutnant Föst und einige Chefs und Leut­nants, weiter hatten sich eingefunden drei Majore als offizielle Vertreter der PoIizei, der Landes­stab der Gefolgschaft Ehrhardt (Kampfbund Niedersachsen) und zahlreiche Vertreter des S ta h l- helms, Gau Bremen.

Unter den Klängen des Fridericus-Rex-Marsches vollzog sich, von den Tausenden gegrüßt, der feier­liche Einzug der Fahnen und Stürme Gössel und Decker. Die Fahnenabordnungen nahmen Aufstel- luirg zu beiden Seiten eines vom Bremer Künstler Benz-Baenitz gemalten Hitlerbildes, neben dem ein Grabkreuz zum Gedenken an unsere bei­den Toten Gössel und Decker aufgestellt war. Den Toten galten die dem Einzug folgenden Ernsten Weisen" von Pg. Gätjen, gespielt von der- Kreiskapelle und die Gedentworte Pastor Thyssens.

Gestern nachmittag fand zu Ehren des Geburtstages unseres Führers in der Rat- haushalt in Anwesenheit des Senats, der Staatsräte, sowie des gesamten Personals die feierliche Enthüllung des v on Pg. Professor La ngh o r st-München, ge­schaffenen Bildes statt. Das Bild hat im 1. Sto.. der Rathaushalle seinen Ehrenplatz erhalten. Der Präsident des Senats, Bür­germeister Dr. Martert, der in Uniform erschienen war, hielt eine kurze Ansprache:

Wir haben Sie aus Anlaß des Geburts­tages des Ehrenbürgers unserer Hanse­stadt Bremen zu einer kurzen Feier zu­sammengerufen. Ich glaube im Sinne des Führers zu handeln, wenn die Feier eine einfache ist. Er betonte, daß der Kanzler als ein einfacher Mensch unter Hundert- tausenden es gewagt habe, dem Marxismus den Kampf anzusagen und er nicht eher geruht habe, bis die Novemberverbrecher unschädlich gemacht waren. Er habe als einziger den Mut gehabt, aus dem Erken­nen in aktives Handeln überzugehen. Trotz wüstesten Terrors habe er. sich nicht davon abhalten lassen, mit seiner kleinen Schar von sieben Mann den Kampf für ein neues

An Adolf Hitlers Geburtstag eine Totengedächt- nisseier! Das zeugt davon, daß unsere Bewegung durch Not und Tod, durch Drang und Sturm zum Licht und Sieg gekommen ist. Das deutsche Volk darf niemals seiner im Kriege Gefallenen vergessen. Die Toten sind das ungeheure Opfer, das die Na­tion gebracht hat, um am Leben bleiben zu kön­nen. Sie find nicht umsonst gefallen. An dem leben­digen Wall, den sie mit ihren Leibern um unser Vaterland herumgezogen haben, ist die schreckliche Welle der Weltfeindschaft gegen die deutsche Nation zerschellt. Sie hat furchtbare Verheerungen ange­richtet, klaffende Lücken gerissen und blutende Wunden geschlagen. Aber sie haben Deutschland g§-' rettet. Es wird wieder hochkommen. Das glauben und sagen wir Nationalsozialisten. Und der Natio­nalsozialismus ist die von Gott berufene Bewe­gung, die Träger dieser heiligen, großen Wahrheit werden durfte.

Der Mann, der aus 7 Menschen ein neues Volk an Gesinnung und Geschlossenheit durch Gottes Gnade schuf, ist erwählt gewesen, aus der blutigen Saat eine herrliche Hoffnungs- und Freudenernte werden zu lassen.

Aber auch unsere Freiheitsbewegung hat ihre Opfer gebracht. Wir gedenken heute in heißer Dank­barkeit der fast 400 Toten, die aus unseren Reihen gefallen sind. Auch wir in Bremen haben zu den Opfernden gehört. 2 Mann leuchten aus den Reihen unserer SA heraus, Johann Gössel und Wilhelm Decker. Und in ihrer Seite steht für uns auch Po­lizeiwachtmeister Talle aus der Reihe, der treu zu uns gestandenen Wehr unserer Stadt. Sie hatten gleich ihrem Führer die eine große Leidenschaft: Deutschland. Bon diesen Opfern ist Kraft ausge­

Deutschland aufzunehmen. Hitler habe das deutsche Volk wieder zurückgeführt an die einfachen Wurzeln der deutschen Kraft. In der Unterredung, die ich als bremischer Bürgermeister mit dem Führer haben durfte, zeigte dieser großes Verständnis gerade für Bremens Belange und das, was seitJahr- hunderten in Bremen eine Pflegestätte ge­funden hat. Wir freuen uns, daß der Führer die Ehrenbürgerschaft unserer Va­terstadt angenommen hat. Wir wollen uns geschlossen hinter ihn stellen, denn wir haben das Vertrauen zu ihm und wir wissen, daß er allein der Mann ist, der es uns wieder ermöglicht im hansischen Geiste zu leben und zu handeln! Sodann nahm ein SS-Mann die Hülle von dem beinahe lebensgroßen Gemälde, das den Führer in einfacher Uniform darstellt. Dr. Martert dankte den: Schöpfer des Werkes, Herrn Professor Langhorst-München, der zu der feierlichen Enthüllung selbst anwesend war. Professor Langhorst hat das Gemälde auf Grund seiner persönlichen Bekanntschaft mit dem Führer gemacht. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den B olkskan zler und Ehrenbürger nahm diese würdige Feier ihr Ende.

gangen. Wer an der Bahre der Gemordeten ge­standen und in die harten SA-Gesichter derer, die die Totenwacht hielten, geschaut, wer es gesehen hat wie alle, die kamen, um noch einen letzten Blick auf die Gefallenen zu werfen und noch eine letzte kurze Zwiesprache mit ihnen zu halten, der wird aufs Tiefste bewegt und im Innersten erschüttert worden sein. Und wer sie hinweggehen sah mit Grimm im Herzen über die hinterlistigen Mordbanditen, mancher sicher auch mit einem un­sagbaren Mitleid mit den verirrten und verhetzten Volksgenossen, aber alle mit dem Vorsatz: Nun erst recht, Deutschland muß leben, und wir müssen wir­ken und leiden für Deutschland, der weiß es, daß da auch heute noch verborgene Quellen der Kraft rauschen.

Die erste Phase unseres gewaltigen Freiheits­krieges ist vorüber. In einem Sturmlauf sonder­gleichen, unter harter schwerer Arbeit und zähem Ringen und doch mit innerer Freude ist es von Sieg zu Sieg gegangen. Es ist wie ein Frühlings­sturm gewesen, der unaufhaltsam kommt, ob der griesgrämige Winter auch immer wieder sich ihm entgegensetzt. Um deswillen aber sollen uns die Gefallenen auch heute und zu allen Zeiten mahnen: Steh zu deinem Volk, werde Nationalsozialist. Im Allerweltsbürgertum liegt der Tod eines Volkes. Das Volk soll deine große Familie sein, in der du dich zu Hause fühlen, in der du leben und schaffen, die du lieben und herrlich halten sollst. Und werde Sozialist! Sozialismns heißt: Gemein­schaft Mit. hon Volksgenossen haben, sich eins mit ihnen fühlen, ein lebendiger Organismus sein, in dem alle vom Höchsten bis zum Geringsten wie Glieder eines Leibes eins find, getrieben von dem­

selben Willen, beherrscht von demselben Geist, hin« strebend zu demselben Ziel: durch Nationalismus und Sozialismns zur deutschen Volksgemeinschaft!

Die Toten unserer Bewegung sollen heute wieder in das Volk hineinrufen: Ihr, die ihr noch Milcht mit ganzem Herzen zu uns gehört/kommt, reiht euch ein, vergeßt die Kleinigkeiten und Kleinlich­keiten, seht nicht auf dies oder das, sondern haltet die große Linie im Auge: Seid einig, einig einig, ein geschlossenes Ganzes, ein Reich, ein Volk.

Wir wissen als Christen, daß an Gottes Segen alles gelegen ist. Darum wollen wir demütig blei­ben, abhängig vom ewigen, lebendigen Gott. Wir wollen uns nimmer selbst vergöttern, auch keine Ber-, götzung der Nation oder Rasse treiben. Aber wir wollen unser deutsches Volk als kostbare Gottesgabe ansehen und in dieser Gabe unsere heilige Aufgabe erkennen, nach Gottes Willen und seinem unver­brüchlichen Gesetz für unser Volk einzutreten. Im Gedächtnis an unsere Toten geloben und beten wirr Herr Gott, hilf uns, treu zu stehen zu Land und Volk, hilf uns, daß wir mithelfen, daß aus der Tränensaat eine Freudenernte werde, ein einiges, freies, großes deutsches Volk und Vaterland.

Alsdann nahm

Kreisletter Paul Wegener

das Wort zu einer von glühender Liebe zum Führer Wort zu einer von glühender Liebe zum Führer und zu Deutschland getragenen Rede:

Deutsche Frauen, deutsche Männer und deutsche Kameraden!

Wir begehen heute, den Geburtstag unseres Füh­rers Adolf Hitler. Wenn wir zurückdenken an die Zeit der letzten Jahre, die von Kampf und Not getragen wären, oder an den Geburtstag im vori­gen Jahr, wo wir alle standen im schlimmsten Kamps, wo uns ein Innenminister das Tragen des Braunhemdes verbot, wo wir aber dennoch mit neuer Kraft hinauszogen ins deutsche Land; damals haben wir alle nicht geglaubt, daß inner­halb eines Jahres Deutschland nationalsozialistisch sein würde.

Nun endlich ist der Sieg unser.

Ich will in kurzen Worten ein Lebensbild un­seres Führers Adolf Hitlers entwerfen:

Nur wenigen ist es vergönnt gewesen, mit ihm zusammen zu sein. Ich war damals für eins kurze Zeit bei ihm in München und lernte ihn kennen als Menschen, als Soldaten, als Politiker. Eine Welt, ein Volk stand gegen ihn auf, er kämpfte gegen alle, beseelt nur von dem einen Gedanken, entweder wir siegen oder Deutschland geht zu Grunde.

Deutschland aber gesundete, weil er dem deutschen Volke wieder Glauben und Hoffnung gab.

Unscheinbar und unbekannt kam unser Führer auf die Welt. Früh schon starben seine Eltern. Nichts schenkte ihm das Leben. Not und Entbeh­rung drangen früh auf ihn ein. So zog er, ein halber Junge noch, hinaus nach Wien, und lernte dort ein armes Volk und Marxismus kennen, diesen giftigen Wurm, der sich gerade damals zu regen und zu wälzen begann. Auch damals schon wurde verfolgt und angegriffen; als 17- und 18- Jähriger kämpfte er zunächst für seine eigene Idee.'

In Wien aber lernte er den Kontrast kennen, wie er nirgendwo krasser zutage trat: den Kontrast zwischen Not und Kapitalismus. Damals war eS, daß ihm die Erkenntnis kam: wenn ein Volk wie­der gesunden soll, darf es nicht in Klassen aus­einander klaffen.

Und während seines Kampfer für diese Idee ar- bettete er immer weiter, verdiente sich auf dar»

Durch Nationalismus und SozialismuS zur Volksgemeinschaft;