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Parteiamtliches Organ der Z Bremer Nationalsozialisten "
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Ilebernimmt -er Führer die Slatthatterschaft der Hansestädte
Bremische Jielsstzung
Der l...ische Mensch in seiner schöpferischen Kraft kann sich nur schwer in ein geschlossenes SLaaLsleben einfügen. Durch die Jahrtausende haben deutsche Stämme ihre Eigenart erhalten und unzählige Kuib- turinittelpnnkte in deutschen Gauen zeugen davon, welche Fülle geistigen Eigenlebens in unserem Gesamtvolke Lebendig ist. Politisch hat sich diese Tatsache in einer Unzahl von Kleinstaaten ausgewirkt, die zu großen, völkischen Aufgaben nur ganz selten von überragenden Führern zusammengefaßt werden konnten. Wenige dieser Staaten vermochten sich in ihrer historischen Entwicklung ein Ziel zu setzen, das vorn gesamtdeutschen Standpunkt aus Berechtigung hatte und hat. In den meisten Ländchen blieb es bei einem Selbstzweck und die Geschichte ist mit Recht über diese Kleinstaaten hinweggegangen. Das Reichsstatthättergesetz soll ein gewisser Schlußstein in dieser Entwicklung fein. Brandenburg-Preußen hat kraft seines Ideengehaltes und dank eines Mannes wie Bismarck den großdeutschen Gedanken in den ftaatsbildenden Norden verlagert, ihn zum erstenmal in d-ie Tat umgesetzt und damit sich das Recht verwirkt, das politische Kraftzentrum des Reiches zu werden. Reichsstatthalter in Preußen mußte darum in Anlehnung an die Bismarckische ReichZversassung der Reichskanzler werden, um die Einheit Preußen- Reich für alle menschlich absehbare Zeit sicherzustellen.
Aber nicht nur Preußen hat vor der Geschichte einen Sonderauftrag übernommen, dem es im Gesamtinteresse des Reiches nachkommen muß. Auch die Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck haben als geistige und wirtschaftliche Ausfallstore des deutschen Lebensraumes Aufgaben übernommen und durch Jahrhunderte erfüllt, die eine gesonderte Behandlung als Voraussetzung ihrer Durchführung bedingen.
Meere sind keine Grenzen, sondern Brücken von Land zu Land und Hafenstädte sind Brückenköpfe, ohne die der einmal cms- gesch-wungene Bogen keinen Halt findet. Genau wie in Brandenburg-Preußen mögen auch in den Hansestädten egoistische Motive die erste Triebfeder zur selbstgewählten Entwicklung gewesen sein und die Zeit ist noch nicht lange her, da diese Motive stärker als nützlich in den Vordergrund traten, weil eine alles beherrschende Idee, der man sich unterordnen konnte, fehlte. Das war nicht immer so und ist heute nicht mehr. Bremische Kaufleute gehörten zu den . ersten, die nach dem 5. März sich zu dem neuen Staat bekannten und das aus einer Tradition heraus, die erkannt und gelernt hatte, daß der Dienst an der Gesamtheit auch die beste Sicherung der eigenen Lebensinteressen ist. Um diesen Dienst geht es fetzt in Bremen und all unser Sorgen gilt den Voraussetzungen, die für diese Aufgabe unerläßlich find.
Bremens und der Hansestädte Sonderauftrag ist ein wirtschaftlicher und doch kein materieller. Nicht um den Aufstieg einiger Reeder und Exporteure in Bremen handelt es sich, sondern um die Sicherstellung Von Arbeit und Brot eines ganzen Wirtschaftsraumes, der weit über die Ufer der Unterweser hinausgreift und der zugleich einen Großteil der deutschen Wirtschaft mit neuem Leben befruchten kann. Hier Liegt der gesamtdeutsche Auftrag Bremens, der den Stadtstaat aus das engste mit dem Reich verbindet und ihm mit dieser Verbindung eine Sonderstellung gib*
Es gehört zu den Lebensprinzipien einer Hafenstadt, daß sie unmittelbar wirkt und wirbt, daß ihre Söhne und Kaufleute, eben weil es nicht um materielle Vorteile, sondern um eine Idee geht, mit ihrem Herzen, mit ihrem ganzen Sein sich für ihre Erhaltung und Entwicklung einsetzen. Je schwerer das Arbeitsfeld, je ungünstiger die geographischen Verhältnisse sind, umso größer wird der Einsatz, umso lebendiger die Initiative, umso notwendiger die unmittelbare, d. h. bremische Leitung sein. Wer den Bremer Hafen und die Häfen an der Unterweser kennt, die fast aus einem Nichts geschaffen wurden, wer um die Liebe, Sorgfalt, um die Zähigkeit nnd Ausdauer weiß, die an sie verwandt wurden, wird die Werte erhalten wollen, die in ihnen zum Nutzen aller wirken, aber rxur wirken können, wenn sie mit der gleichen, höchstpersönlichen Liebe weirergehegt werden.
Das sind die grundsätzlichen Erwägungen zur Statthalterfrage, die wir schon vor einer Woche unter stärkerer Betonung der gesamtpolitifchen, weltanschaulichen Bedeutung dieses Schrittes anstellten und die wir heute besonders auf Bremen zuschneiden. Wenn wir im gleichen Zusammenhange damals begrüßten, daß unnötige Gegensätze zwischen Hamburg und Bremen durch engere Zusammenarbeit beider Senate ausgeglichen werden sollen, erscheint es uns heute angebracht, die gesunden, geographisch und wirtschaftspolitisch gegebenen Gegensätze gegeneinander abzustecken. Der bremische Hafen steht naturbedingt bis zu einem gewissen Grade vor anderen Aufgaben als der in Hamburg. Die Erfassung des Hinterlandes ist durch fehlende Wasserstraßen unendlich
schwieriger als. für Hamburg und so ergibt sich für Bremen eine anderen Hasenpolitik und eine andere Wertung als für Hamburg. Nur die persönliche Bindung und Verbindung mit den gegebenen Verhältnissen in Bremen ermöglicht auch ihre Beherrschung und Ueberwindung. In dieser Auffassung ist sich die gesamte bremische Bevölkerung eircig und muß sich einig sein, denn es geht um ihre wirtschaftliche Le- bensberechtignng.
Alles das deutet darauf hin, daß ein gemeinsamer Statthalter für die Hansestädte, so es ein Hamburger ist, ungewollt und zwangsläufig zu Komplikationen führt, die weder im Interesse des Reiches noch der Hansestädte liegt. Wir haben eingangs mit Absicht unterstrichen, daß die Hansestädte im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern sich Aufgaben gestellt haben, die der Gesamtheit der Nation dienen und die ihnen genau wie Preußen das Rech-t zu einer Sond-erstellnung verleihen, um der Erfüllung dieser Aufgaben willen. Was liegt also näher als mit den Hansestädten genau so zu verfahren wie mit Preußen, sie reichsunmittelbar zu stellen, d. h. dem Reichskanzler selbst die Statthalterschaft anzutragen. Dazu ist Bremen sofort bereit, denn es will ° dem Reich, dem Ganzen dienen und begrüßt eine so enge Verbindung mit dem Reich. Sollte dabei aus Zweckmäßigkeitsgründen ein hansischer Bund mit wechselnder Oberleitung geschlossen werden, so erscheint uns auch dieser Weg recht. Nur aus die Sache selbst kommt es uns an, zu der wollen wir aber auch stehen können, aus eigener Kraft, wie bisher. Ergeben sich hier aber Schwierigkeiten, so folge man der Organisationsgrundlage unserer Bewegung, die sich bewährt hat und gebe dem Gau Oldenburg-Bremeu einen gemeinsamen Statthalter. Auch diese Lösung wird in Bremen volle Zustimmung finden, weil unser Sonderauftrag, unsere ZielsetzunH hierdurch nicht berührt wird. —art.
HMer-GebMlstsgsfKe«de
W Volksgenosse« in Not
„Der Geburtstag des Reichskanzlers Adolf Hitler am 20. April wird, dem Wunsche des Führers entsprechend, ohne prunkvolle Festlichkeiten begangen, die dem Charakter seiner nationalsozialistischen Bewegung und der Not des deutschen Volkes nicht entsprechen. Im Sinne des Führers aber ruft die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei alle besitzenden Schichten, in Sonderheit alle Arbeitgeber, Unternehmer, Landwirte, Geschäftsleute usw. zum freudigen Geben. Am 20. April soll niemand in Deutschland Hunger leiden. Am 20. April muß jeder Besitzende in Deutschland nach bestem Können Not lindern. Es soll das deutsche Volk der Welt den Sozialismns der Tat zeigen.
Im Parteibüro der NSDAP. Bremen, Breitenweg 9, ist eine Zentralsammelstelle eingerichtet. Lebensrnittel- und Geldspenden werden daselbst entgegengenommen. Auf Wunsch erfolgt Abholung der Spenden nach vorherigem telephonischen Anruf (Domsheide 21161).
Geldspenden können außerdem eingezahlt und überwiesen werden auf Konto: „Hitler- Geburtstagsspende für Volksgenossen in Not", Deutsche Antioqma-Bank, Bremen, Sparkasse zu Bremen und Bremen-Amerika-Bank.
Heute, Mittwoch, den 19. April, wird eine Haus- und Straßensammlung veranstaltet. Wir richten an die Bremer Bevölkerung die Bitte freudig den SA-Tammlern zu geben. Jeder SA-Samml * ist mit einem von uns gestempelten Ausweis versehen. Die einge- gangenenSPendendienenrestloszur Linderung der Not aller be- dürftigenBremerVolksgenossen.
Die Kreisleitung.
3wei SA-Männer erstochen
Ei« Hilfspolizist erstochen
Gießen, 18. April. In Wölsersheim wurde der als Hilfspolizist tätige SA-Mann Wilhelm Hofmann in der Nacht zum Dienstag erstochen. Hof
mann wurde aus einem Rundgang im Verlaus eines noch nicht geklärten Vorfalles durch einen Stich in den Oberschenkel so schwer verletzt, daß er kurz danach sto^
SA.-MLM vo« ek»em Kommunisten erstochen
Regensburg, 18. April. Wie die „Bayerische Ostwacht" aus Landshut meldet, wurde dort am Sonntag abend im Laufe eines Streites der SA- Mann Adreas Gascher von Landshut von dem Kommunisten Joseph Nesthofer mit einem Messer in die Lunge gestochen, so daß er im Krankenhaus starb. Es wurde festgestellt, daß für den Kommunisten Notwehr nicht vorlag. Gascher hatte vielmehr versucht, einen Streit zu schlichten. Der Täter wurde verhaftet.
NationoissziaW schiebt in Notwehr zwei Kommunisten nieder
Wuppertal, 18. April. Wie von der Polizei berichtet wird, wurde in der Nacht zum Dienstag ein Nationalsozialist im Westen Wuppertals von einer großen Anzahl von Kommunisten überfallen und mißhandelt. Der Uebersallene machte in der Notwehr von der Mhußwasse Gebrauch. Zwei Angreifer wurden schwer verletzt.
Deutiiche Katholiken gegen Kardinal Bertram
Berlin, 18. April. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher (gezeichnet Georg Lessau, Karl Freiherr von Schorlemer, Edgar von Schmidt-Pauli, Wilhelm Keller) erläßt eine Kundgebung, die sich gegen die Aeußerungen des Kardinals Bertram wendet, daß viele tüchtige Kräfte, die dem Staate wie der Kirche gleich treu ergeben seien, zu einer Mitarbeit am Aufbau nicht weiter zugelassen würden. Die Arbeitsgemeinschaft sieht in dieser und anderen in diesem Zusammenhang von Kardinal Bertram gemachten Aeußerung eine verhängnisvolle Vermischung von Politik und Religion und eine neue Aufreizung der Oeffentlichkeit gegen die nationale Erhebung. Kardinal Bertram, der sich in den letzten vierzehn Jahren fast lediglich als Parteigänger desZentrmns gezeigt habe, könne nach seiner neuen Kundgebung erst recht nicht als politischer Berater der katholischen oder gar der deutschen Oeffentlichkeit angesehen werden.
Ein Ansrns der Katholischen Vereinigung sSe nationale Politik
Der Nationalsozialismus als Sammelbecken Berlin, 18- April. Die Führerschaft der Katholischen Vereinigung für nationale Politik hat an die deutschen Katholiken einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: „Nachdem die deutschen Bischöfe im Sinne der von der Katholischen Vereinigung für nationale Politik stets vertretenen Anschauung die nationalsozialistische Partei als kirchlich erlaubt bezeichnet haben,werden diejenigen Katholiken, welche noch nicht im Lager des Nationalsozialismus stehen, gebeten, durch Anschluß an dieNationalfozialisten die Volkwerdung aller Deutschen auf nationaler Grundlage zu beschleunigen. Weiter wird darin mitgeteilt, daß die Vereinigung, um die Katholiken über die nationale Erhebung näher zu unterrichten, in Berlin besondere Aufklärungsabende veranstaltet, in denen führende Persönlichkeiten der Vereinigung und der RSDAP. das Wort ergreifen werden.
InsusgeiUenMigleit im Kreise Mbnik
Ratibor, 18 .April. Im Zusammenhang mit der Deutschenhetze in Polnisch-Oberschlesien macht sich in letzter Zeit im Kreist Rybnik eine lebhafte Tätigkeit der Insurgenten bemerkbar. Große Jn- surgententrupps, mit Gewehren und Karabinern bewaffnet, unternahmen bei den Grenzdörsern Felddienstiibungen, bei denen es zu lebhaften Schießereien kam. Die Insurgenten sind größtenteils von Jnner-Polnisch-Oberichlesien nach Rybnik gezogen worden.