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Verlag, Redaktion und Geschäftsstelle: Papenstraße 15. Sprechstunde der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 260 51. — Die BNZ erscheint wöchentlich siebenmal als Morgenzeitung und kostet 2.30 irei tzaus. durch die Voll zuzüglich 42 3?/// Bestellgeld.
Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten
Anzeigen: hiesige die 10 gespaltene mm-Zeile 0.10, auswärts
0.12; im Textteil 0.50, auswärts 0.70; Stellengesuche u. Familienanzeigen 0.06; sonstige kleine Anzeigen 0.08 Platzvorschr.o.Berbindlichkeit. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückz. d. Bezugspr
Seldte bei Mler
Neuer Anschlag auf den Führer geplant?
Nürnberg, 17. April. Das Hitlerhaus auf dem Obersalzberq, wo der Reichskanzler die Osterfeiertagc über weilte, war in diesen Tagen der Treffpunkt dreier Mitglieder der Reichsregierung. Sowohl Neichsarbeits- minister Seldte als auch Dr Goebbels statteten dem Reichskanzler Besuche ab. Am Sonntag nachmittag empfing der Reichskanzler den Reichsarbeitsminister.
Anschließend sprach Minister Seldte mit einem Redaktionsmitglied des „Nürnberger 8-Uhr Blattes" über aktuelle Fragen seines Arbeitsgebietes. Dabei streifte Minister Seldte n. a. die Braunschweiger Vorgänge kurz und führte aus, daß der Reichskanzler und er sich völlig eins seien darin, daß ein kameradschaf1l'>' s enges Verhältnis zwischen SA. und Stahlhelm eine Selbstverständlichkeit fein müsse. Die Führung beider nationalen Gruppen werde in den kom- Inenden Monaten nichts unversucht lassen, um dem letzten Mann zu zeigen, daß nicht nur die Führer, sondern auch die Gefolgschaft in kameradschaftlichem Geiste zusammenarbeiten müßte. Minister Seldte verwies weiter auf die freundschaftliche Zusammenarbeit aller Mitglieder der Reichsregierung und sprach die Hoffnung aus, daß dieser Wille zum Zusamenwirken auch die letzten Schichten der Gefolgschaft durchgingen werde.
Wie Berliner Blätter melden, ist es möglich, daß die Besprechungen zwischen dem Reichskanzler Hitler und dem Reichsarbeitsminister Seldte in Berlin noch fortgesetzt werden, und daß eine offizielle Erklärung erst veröffentlicht wird. wenn zu weiteren Verhandlungen auch der preußische Ministerpräsident Goering hinzugezogen ist. Der Reichskanzler wird spätestens für Mittwoch vormittag in Berlin zurückerwartet, da für Mittwoch eine Sitzung des Reichskabinetts angesetzt ist. Reichsminister Dr. Hugenberg wird bereits am heutigen Dienstag vormittag wieder in Berlin eintreffen, ebenso Reichsminister Dr. Goebbels Nach einer weiteren Meldung wird Ministerpräsident Goering sein Amt am 20 April antreten.
Am Sonntag nachmittag wurde, wie das „Nürnberger 8-Uhr-Blatt" aus Berchtei?-- gaden meldet, auf dem Obersalzberg in der Nähe des Landhauses des Reichskanzlers
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Volksgenossen in Not
„Der Geburtstag des Reichskanzlers Adolf Hitler am 29. April wird, dem Wunsche des Führers entsprechend, ohne prunkvolle Festlichkeiten begangen, die dem Charakter seiner nationalsozialistischen Bewegung und der Not des deutschen Volkes nicht entsprechen. Im Sinne des Führers aber ruft die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei alle besitzenden Schichten, in Sonderheit alle Arbeitgeber, Unternehmer, Landwirte, Geschäftsleute usw. zum freudigen Geben. Am 29. April soll niemand in Deutschland Hunger leiden. Am 2V. April muß jeder Besitzende in Deutschland nach bestem Können Not lindern. Es soll das deutsche Volk der Welt den Sozialismus der Tat zeigen. i
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Im Parteibüro der NSDAP. Bremen, Breitenweg 9, ist eine Zentralsammelftelle eingerichtet. Lebensmittel- und Geldspenden werden daselbst entgegengenommen. Auf Wunsch erfolgt Abholung der Spenden nach vorherigem telephonischen Anruf (Domsheide 21161).
Geldspenden können außerdem eingezahlt und überwiesen werden auf Konto: „Hitler-Gcburtstagsspende für Volksgenossen in Not". Deutsche Antioqnia-Bank, Bremen.
Am Mittwoch, den 19. April wird eine Haus- und Straßensammlung veranstaltet. Wir richten an die Bremer Bevölkerung die Bitte freudig den SA-Sammlern zu geben. Jeder SA-Sammler ist mit einem von uns ausgestellten Ausweis versehen. Die eingegangenen Spenden dienen restlos zur Linderung der Rot aller bedürftigen Bremer Volksgenossen.
Die Kreisleitung.
eine verdächtige Person festgenommen. Der Mann trug SA.-Uniform, nannte sich Unterarzt a. D. Paul Orlowski aus Schweidnitz n Schlesien und hatte sich in der Pension „Zum Türken" einquartiert, die ganz in der Nähe des Hauptquartiers liegt. Der Mann war durch fein sonderbares Benehmen und seine widersprechenden Angaben wiederholt ausgefallen und wurde, kurz bevor Reichskanzler Adolf Hitler mit Minister Seldte dem Platterhof einen Besuch machte, von der Kriminalpolizei verhaftet. Man fand bei ihm falsche Papiere, Morphium, Revolver und Patronen. Es wurde festgestellt, daß sich Orlowski zum Schein in eine SA.-Uniform gesteckt hatte. Der Mann wurde von der Polizei abgeführt.
Stahlhelm-Gauführer der NSDAP. beigelreten
Oberhausen (Rheinland), 17. April. Der Gauführer des Gaues Ruhr-Lippe des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Major a. D. und Polizeipräsident Niederhosf, ist der NSDAP beigetreten. Wie Polizeipräsident Niederhosf hierzu mitteilt, hat er diesen Schritt aus der Ueberzeugung heraus getan, daß die Verbundenheit, die zwischen dem Stahlhelm und den Kampfverbänden der NSDAP besteht, nicht eng genug gestaltet werden könne und daß auch der Stahlhelm in Adolf Hitler seinen Führer sehen müsse.
Münchener unter Svwnage- veedacht in Metz verholt;t
Schlagt die Reaktion!
Durch SorialiSnmS zur Nation
Die Kundgebung unserer I« gend auf der Leuchtenburg
Weimar, 17. April. Die gesamte Jungvolkführer- schaft aus dem Reich, Oesterreich und den Grenzgebieten traf am ersten Osterfeiertag im Hof der Leuchtenburg zu einer Kundgebung zusammen. Nachdem der Führer des Jungvolk, Geitzler, die Unterführer begrüßt hatte, nahm Staatsminister Pg. Sauckel das Wort. Er ermähnte die Jugend, fest und treu im Glauben an die höchsten und herrlichsten Führer des Volkes zu bleiben. „Vor allem eins, meine Jungen, seid treu und wahr, laßt nie die Lüge euren Mund entweihen. Von Alters her im deutschen Volke war der höchste Ruhm, getreu und wahr zu sein."
Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach überbrachte den Gruß des Führers. Die Tagungen in Bad Kös-en und auf der Leuchtenburg seien der Beginn des zweiten Abschnittes des Jugendkampfes. „Die Kampfzeit der Verfolgung ist hinter uns, und mich äußerlich haben wir die Führung der deutschen Jugendverbände in unsere Hände genommen und damit diesen elenden Zustand überwunden. Die Zeit ist vorüber, da Juden und Marxisten die
Handlungen bestimmten.
Wir schließen keine Kompromisse mit der Reaktion und dem Marxismus. Galt für uns die Parole: Schlagt den Marxismus, so heißt sie jetzt: Schlagt die Reaktion. Die Parole des kommenden Kampfes ist für uns: „Durch Soziakismus zur Nation."
Am zweiten Osterfeiertag gab der Bundesführer das Manifest der Jungvolkführerschaft Oesterreichs und Deutschlands bekannt. Darin heißt es: „Wir künden unseren Unerbittlichen Kampf der hündischen Jugend an, die nichts als auf sich bezogen ist und vom ersten bis zum letzten Mann einer reaktionären Weltanschauung lebt. Werdet niemals weich, «erdet niemals lau, tragt diesen Geist der uns hier alle verbindet, zu euren Jungen. Wir schauen gläubig und fanatisch treu zu unserem Führer auf. Wir glauben an die Ewigkeit unseres Volles «nd leben für die sozialistische Revolution." Das Treuebekenntnis wurde dem Führer und den: Reichsjugendführer von Schirach am Ostermontag 1 übermittelt.
Paris, 17. April. Die Gendarmerie in Metz hat am Sonnabend einen Deutschen Andreas Michel aus München verhaftet, der angeblich die im Bau befindlichen Befestigungswerke und sonstigen wichtigen und strategischen Punkte zu photographieren beabsichtigte. Andreas Michel der im Alter von 35 Jahren steht und erklärte, Bankbeamter in München zu sein, wurde am Sonntag vom Untersuchungsrichter vernommen. Er gab an, daß er während des Krieges in der Nähe von Metz gelegen habe, und daß es ihm ein Bedürfnis gewesen sei, nach dort zurückzukehren. Er habe lediglich Landschaften photographiert und sich nicht gekümmert, ob zufällig eine Brücke oder ein besonders wichtiger Weg auf die Platte kam. Als Beweis für eine angebliche Spionagetätigkeit des Deutschen sieht man die verhältnismäßig große Anzahl von Platten an, die er bei sich trug. Michel wurde vorläufig in das Untersuchungsgefängnis von Metz eingeliefert.
Strenge Strafe« in Moskau beantragt
Moskau, 17. April. In der letzten Sitzung des Prozesses wurden alle englischen Angeklagten vernommen. Dann wurden auch kurz die russischen Angeklagten vernommen. Der oberste Staatsan- walt Wischinski erklärte, die Aussage des Angeklagten Monkhouse, daß er von der GPU 18 oder
19 Stunden ohne Unterbrechung vernommen wurde, entspreche nicht den Tatsachen; er sei höchstens 8 bis 9 Stunden mit gewissen Unterbrechungen vomummen worden.
In der Anklagerede erklärte der oberste Staatsanwalt Wischinski u. a. noch, daß für ihn die Schuld aller russischen und britischen Angeklagten erwiesen sei. Er sei überzeugt, daß die Angeklagten Monkhouse und Thornton Spionage, Sabotage und sowjetfeindliche Propaganda getrieben hätten. Ihr Versuch, die Anklage durch Widerruf zu erschüttern, sei mißlungen. Eine besondere Rolle habe bei der Spionageangelegenheit der Chef des englischen Geheimdienstes in Rußland gespielt, dessen Bedeutung bei der ganzen Sache nicht abzustreiten sei.
Schließlich beantragte der Staatsanwalt Freisprach für den Angeklagten Gregory, weil dieser Angeklagte sich nicht strafbar gemacht habe. Gegen neun Angeklagte, darunter die Engländer Macdonald, Monkhouse und Rothwall, beantragte der Staatsanwalt die strengste Strafe, die nach Artikel 158 vorgesehen ist.
SowjetruWche Protestnote an Java«
Moskau, 17- April. Nach einer amtlichen Mitteilung hat der Stellvertretende Außenkomnnssar dem japanischen Botschafter eine Note übermittelt, in der gegen die Verletzung russischer Interessen Einspruch erhoben wird. Verschiedene Vorfälle der letzten Zeit zeigten, daß sich die Lage an der chinesischen Ostbahn zugespitzt habe. So sei eine Güterumschlagsstation der Ostbahn geschlossen und die russische Leitung abgesetzt worden. Auf den: Gebäude fei die japanische Flagge gehißt worden. Diese Maßnahme zeige, daß nicht die mandschurische, sondern die japanische Behörde die Verantwortung trage. Durch die Unterbrechung des direkten Eisenbahnverkehrs zwischen Rußland und dem Fernen Osten sei Sowjet-Rußland großer Schaden entstanden. Russische Transportgüter seien von den japanischen Behörden beschlagnahmt und sowjetrussische Bürger in japanische Gefängnisse gebracht worden. Diese Lage müsse als gefahrvoll bezeichnet werden. Was den Streitfall zwischen Mandschukuo und Rußland über die Herausgabe des Eisenbahnmaterials betreffe, so stelle die Sowjet-Regierung fest, daß die Lokomotiven russisches Eigentum seien und daher nicht an Mandschukuo abgeliefert werden könnten.
Die Frage der Rückgabe der Eisenbahnwagen sei nicht erörterungssähig, da sich zurzeit zweitausend russische Wagen auf mandschurischem Gebiet befänden. In der russischen Note ^ wird schließlich darauf hingewiesen, daß Japan für die Truppentransporte auf der chinesischen Ostbahn noch keine Bezahlung geleistet habe. Die japanische Regierung wird gefragt, ob sie ihre Friedenser- klarungen aus dem Voriahre aufrechterhalte oder ob sie ihre politische Ansicht geändert habe. Dem japanischen Botschafter wurde bei lleberreichung der Note mitgeteilt, daß die sowjetrussische Re- gierung auf eine schnelle Beantwortung der Protestnote Wert lege.
Personenzug überfährt Kraftwagen
München, 17. April. Am Ostersonntag wurde, wie die Reichsbahndirektion München mitteilt, in der Nähe von München ein Kraftwagen von einem Eisenbahnzug auf einem polizeilich gesperrten Bahnübergang überfahren. Der Kraftwagen, ein dreiräderiger Lieferkraftwagen, war mit einer kleinen Holzplattform ausgestattet. Auf dieser Plattform saßen nicht weniger als fünf Personen, dazu kam noch der Kraftwagenführer. Der Kraft-, Wagenführer, ein Obsthändler aus München, und die Ehefrau emes mitfahrenden Schlossers aus München wurden getötet. Die übrigen Mitfahrer wurden teils schwer, teils leicht verletzt und mutzq ten in das Krankenhaus eingeliefert werden.
Führertaguug in München
M ü n chcn , 17. April. Der NSK. zufolge, findet aui Sonnabend, dem 22., und Sonntag, dem 23. April, in München eine Führrrtagung der NSDAP statt, an der alle Amtsleiter und Gauleiter »md höhere SA- und SS-Führcr teilnehmen.