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Scr »NX SI«U: das Bauerntum als Gcimd-
stotl des völliichen Aaibams
Das -euttche Vauernwm hinter der Regierung -er nationale« Erhebung
Berlin, 5. April. Im ehemaligen Herrenhaus in Berlin fand heute die 63. Vollversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrats statt, zu der zahlreiche Vertreter der deutschen Landwirtschafts- kammern aus dem ganzen Reichsgebiet erschienen waren. Von der Reichsregierung waren zunächst der Vizekanzler von Papen und der Reichsminister Dr. Hugenberg mit ihren Mitarbeitern anwesend. Nach mehr als halbstündiger Verspätung eröffnete der Präsident des Deutschen Landwirtschastsrates, Dr. Brandes, die Tagung mit der Mitteilung, daß der Herr Reichskanzler ihm habe sagen lassen, er sei in einer wichtigen Besprechung begriffen und könne erst im späteren Verlauf der Sitzung erscheinen, bitte jedoch mit den Verhandlungen beginnen zu wollen. Dr. Brandes stellte darauf die Tagesordnung insofern um, als er die Begrüßungsansprache bis zum Erscheinen des Herrn Reichskanzlers vertagte und sofort selbst seinen Hauptvortrag für die Tagung erstattete. Er sprach dann über den
Aushau der nationalen Agrav- wirischaft
Dr. Brandes führte etwa aus:
Welche Art von Wirtschaftspolitik in Zukunft getrieben werden soll und auf welchen Grundlagen der Aufbau der deutschen Wirtschaft sich vollziehen soll, ist durch die klaren Kundgebungen des Reichskanzlers festgelegt.
Die nationale Wirtschaftspolitik soll jetzt verwirklicht werden.
Für eine solche Führung der Wirtschaft müssen die psychologischen Voraussetzungen in der Bevölkerung geschaffen werden. Die städtische Bevölkerung muß erkennen, daß auch ihre Existenz einen gesunden und kaufkräftigen Bauernstand bedingt. In den Händen der städtischen Hausfrau liegt es, das vielleicht wirksamste Arbeitsbeschaf- iungsprogramm durchzuführen, wenn sie deutsche Waren kauft. Auf der anderen Seite mutz sich das Landvolk klar machen, welche großen Aufgaben ibm durch eine nationale Wirtschaftspolitik zugewiesen werden.
Wenn man an die Sanierung der Landwirtschaft herangehen will, muß man sich ein Bild ihrer jetzigen Lage machen.
Nach den sehr eingehenden Schätzungen des Deutschen Landwirtschaftsrates ergibt sich, daß die deutsche Landwirtschaft, wenn man von Steuern, Zinsen und Soziallasten absieht, nicht mit Minus, sondern mit Plus wirtschaftet.
Dieses Plus wird aber nicht nur ausgezehrt von den Steuern, Soziallasten und Zinsen, sondern darüber hinaus in ein erhebliches Minus verwandelt.
Angesichts des großen Fehlbetrages der Landwirtschaft von jährlich über eine Milliarde Mark ist es klar, daß sich seine Beseitigung nur durch eine Senkung von Lasten und Zinsen auch nicht erreichen läßt. Ebensowenig ist es möglich, den Fehlbetrag nur durch Preiserhöhungen wettzumachen.
Es muß eine Kombination aller Methoden eintreten, um das Ziel zu erreichen.
Was die künftige Handelspolitik betreffe, so entspreche das bisherige System unmittelbarer Meist- bLLünLiLUQL und jMk Larijabreden zwar des
Anforderungen des Welthandels, nationale Wirtschaftspolitik lasse sich aber auf der Grundlage dieses Systems bei der Destruktur und Labilität des Weltmarktes und der Währung nicht mehr treiben, deshalb fordere die Landwirtschaft autonome Kontingente und Zölle als die einzig wirksamen Mittel gegen Ueberschwemmungen des deutschen Marktes mit Auslandsware.
Neben den handelspolitischen Müßten binnen- wirtschaftliche Maßnahmen getroffen werden. Zur Verfügung ständen Monopole, Verwendungs-, Abnahme-, Beimtschungszwänge, verschiedene Besteuerungsarten, Kennzeichnung und Kontingentierung der Erzeugung.
In der
Ainsikase
sei eine völlige Uebereinstimmung zwischen Kabinett und Reichsbank herzustellen. Die Regulierung der Zins- und Entschuldungsfrage eile, sonst komme man nicht zu einer Rentabilität der Landwirtschaft. Es gebe zwei Wege dafür: Entweder der der Konvertierung und des Akkords mit den Gläubigern oder die zwangsweise Zinsherabsetzung durch Gesetz.
Ebenso werde es nötig sein, an die Steuern heranzugehen, um das Gleichgewicht herzustellen. Aus der Substanz könnten Steuern nicht bezahlt
werden. Hinsichtlich der sozialen Lasten seien dankenswerterweise die Anfänge zur Rationalisierung schon gemacht. Unentbehrlich für das Fundament der nationalen Agrarwirtschast sei schließlich der Ausbau und die Vertiefung des ländlichen und landwirtschaftlichen Erziehungs-, Unterrichts-, Ausbildungs- und Beratungswesens sowie die Förderung und Erweiterung des landwirtschaftlichen Forschungswesens.
Der Redner schloß mit einem Hinweis auf die wilde Propaganda des Judentums gegen Deutschland und erklärte, auch diese Erscheinung zeige, wie notwendig nationale Wirtschaftspolitik ist und wie notwendig es ist, die Pfeiler deutscher Wirtschaft im Inlands zu fundieren.
Darauf erschien der Führer. Reichskanzler Hitler wurde bei seinem Erscheinen von den Anwesenden durch Erheben von den Plätzen begrüßt. Präsident Brandes erklärte in seiner Begrüßungsansprache, daß der Deutsche Landwirtschastsrat seit vierzehn Jahren zum ersten Male wieder unter den Farben schwarz-weiß-rot tagen könne. Wenn sich dazu das Hakenkreuzbanner gesellt habe, so wollen wir es dankbar begrüßen und achten als das Sturmzeichen nationaler Erhebung und Vereinigung, ohne das wir heute nicht unter den Farben schwarz-weiß-rot tagen könnten. Unser Dank dafür gilt dem Reichskanzler. Nachdem die nationale Regierung erstanden sei, stehe nicht mehr ein Kampf gegen die Regierung zur Debatte, sondern es könne sich nur noch um Zusammenarbeit handeln zur Erreichung eines freien starken christlichen deutschen Vaterlandes.
Der VolkSkanzlee vor dem Deutschen LandwirWaftSeat
Adolf Hitler hielt dann eine Ansprache. Eingehend auf die Begrüßungsworte des Präsidenten Brandes erklärte er, daß an der geschichtlichen Wendung unseres Schicksals der deutsche Bauer vielleicht den wesentlichen Anteil habe. Wenn ich nun für die nationale Regierung spreche, möchte ich von der Tendenz reden, die diese nationale Regierung bewegt. Wir bezeichnen uns heute als Regierung der nationalen Revolution, der nationalen deutschen Erhebung.
Wir wollen damit sagen, daß diese Regierung sich ganz bewußt als eine Vertretung der deutschen Volksinteressen ansieht und fühlt, und zwar nur der deutschen Volksinteressen.
Damit aber muß diese Regierung auch eine Vertretung des deutschen Bauerntums sein, denn ich kann nicht für die Interessen eines Volkes eintreten, wenn ich am Ende nicht in dem Stand die wichtigste Stütze sehe, der nun tatsächlich die Zukunft der Nation an sich bedeutet.
Wenn ich über alle wirtschaftlichen Einzelerscheinungen, über alle politischen Wandlungen hinweggehe, dann bleibt am Ende doch wesentlich die Frage der Erhaltung des Bolkstums an sich und diese Frage wird nur günstig beantwortet werden können, wenn die Frage der Erhaltung des Bauerntums gelöst ist; denn
daß unser Volk ohne Städter bestehen konnte, wissen wir aus der Geschichte; daß es ohne Bauern bestehen kann, ist unmöglich.
Alle Schwankungen find am Ende zu ertragen und alle Echicksalsschläge zu überwinden, wenn ein gesundes Bauerntum vorhanden ist. Diese Erhebung wäre überhaupt nicht möglich gewesen, rvM» wi; nicht einen bestimmten ProzentLaü uns
seres Volkes auf dem Lande gehabt hätten. Wenn wir ganz nüchtern die Erhebung übergehen, müssen wir feststellen, daß von den Städten diese Erhebung nicht möglich gewesen wäre. In den Städten hätten wir nicht diese Ausgangsstellung erobern können, die uns auch das Gesicht der Legalität in unseren Handlungen gegeben hat.
Das sind die in manchen Gebieten bis zu 95 v. H. für den nationalen Gedanken eintretenden Bauern gewesen.
Das VsMMtmK als Suell der völkische« Erhebung
Die allgemeine Gesundung hat auch diesmal wieder ihren Ausgang genommen von der deutschen Erde und vom deutschen Bauern. Eine Regierung, die die Bedeutung eines solchen tragenden Fundaments nicht erkennt, kann einige Jahre Hausen, aber sie wird unter keinen Umständen dauernden Erfolg haben.
Wenn man solche Grunderkenntnis gewonnen hat, bedangt sie das Handeln auf zahlreichen Gebieten und das Wesen zahlloser Einzelentschlüsse.
Ich glaube daher, daß, indem diese nationale Regierung ihre Mission in der Erhaltung des deutschen Bolkstums sieht und dieses deutsche Volkstum sich auch der Pflicht zur Erhaltung des deutschen Bauerntums bewußt ist, sie niemals grundsätzlich falsche Entschlüsse tressen kann.
Sie kann sich vielleicht in den Mitteln irren, in den Grundsätzen Wird sie sich nicht itten. Es ist das selbstverständlich auch eine Frage des Mutes, die Dinge auch so zu benennen wie sie sind und damit auch der Mut zu einer gewissen Unpopu- larität.
Wenn diese Regierung für die Erhaltung des deutschen Bolkstums und Bauerntums eintritt, dann muß umgekehrt auch gerade dieses deutsches Volkstum sich unbedingt hinter die Regierung stellen, das gibt dann auch der Regierung die Stabilität, die sie braucht, um Entschlüsse zu treffen, die im Augenblick schwer zu verteidigen sind, die aber getroffen werden müssen und deren Erfolg im ersten Moment vielen Volksgenossen nicht gleich sichtbar wird, von denen man aber weiß, daß sie einmal doch die Rettung der Nation ermöglichen.
AirBauaebett aus ewiger Veemttworümg
Wir sehen in der Erfüllung dieser Aufgabe zu-, gleich die Rettung des deutschen Volkes für die Zukunft, und zwar nicht nur für das Jahr 1933j und 1934, sondern für die fernsten Zeiten. Wir möchten heute diejenigen Entschlüsse treffen und in den nächsten Jahren durchführen, von denen wir wissen, daß auch spätere Generationen sie als grundsätzlich richtig anerkennen werden, daß spätere Generationen einmal feststellen: Es war höchste Zeit, daß man den Mut bekam, diese Entschlüsse zu treffen, denen wir die Rettung der deutschen Nation überhaupt verdanken. Durch das Ermächtigungsgesetz ist zum ersten Male ver- nunftentsprechend die Rettungsaktion für das deutsche Volk frei gelöst geworden von den nur parteimäßig eingestellten Absichten und Rücksichten unserer parlamentarischen Vertretung.
Es ist aber noch eine zweite Voraussetzung nötig, daß nämlich an diesem Handeln das Volk lebendigen Anteil nimmt, daß kms Volk sich nicht einbildet, weil das Parlament augenblicklich nicht mehr hemmend in Erscheinung treten kann, brauche auch die Nation keinen Anteil zu nehmen an der Gestaltung.
Es muß so kommen, daß, wenn wir nach vier Jahren wieder an die deutsche Nation appellieren, wir dann nicht an ein Volk uns wenden, das vier Jahre geschlafen hat, sondern das zurückgefunden hat zur Erkenntnis und zum Verstehen der ewigen Lebensvoraussetzungen und Lebensnotwendigkeiten.
Ich glaube, daß die Arbeit, die vor uns liegt, die schwerste ist, weil man nach einer mindestens 15jährigen Zeit des Außerachtlassens der natürlichen Lebensvoraussetzungen nun wieder mit ganz primitiven Vernunftsgrundsähen beginnen muß, weil in dieser Zeit eine unerhörte Jnteresfenver« flechtung vorgenommen worden ist und man kaum einen Schritt tun kann, ohne auf geistige und materielle Korruption zu stoßen.
Es ist eine ungeheure Aufgabe, allein gelöst werden muß sie und wird sie; denn wenn das deutsche Volk Jahrtausende in wechselvollem Schicksal überstanden hat, dann kann es nicht der Wille der Vorsehung sein, daß es sich Plötzlich selbst den Lebensskden abschneidet.
Wir haben 15 Jahre lang uns schwer versun-! digt, ausnahmslos, bewußt oder unbewußt, aktiv oder durch Duldung und müssen insgesamt zu-, sammen bewußt diese Zeit überwinden.
Es gilt auch hier dieser ewige Grundsatz, daß dort, wo ein Wille ist, der durch Jahre nicht gebeugt werden kann, daß dort der Wille absolut dir? Not beugen wird.
Die Rede des Führers wurde mit minutenlangem Beifall aufgenommen.
Präsident Dr. Brandes dankte dem Kanzler süp Leine Ausführungen, mit denen er neue Zuversicht