Ausgabe 
(2.4.1933) Nr. 85
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Ein Ehrentag -er Aeichsmarine

Vanzerschisf „Sevtschlaad" froMbeeeit

Admiral Dr. h. r. Naeder laust das VanzerschU L aus den Namen -es Slageerak-

sieger..Admiral Scheer**

Von unserem nach Wilhelmshaven ent­sandten R. Hth --Redaktionsmitglied.

Wilhelmshaven, 1. April.

VersaMes...

So viel wie nichts ließ uns der Schand- dertrag von Versailles, diese in der Welt­geschichte beispiellose Ausgeburt sadistischer feindlicher Bernichtungswut und feigster ^ Ehrlosigkeit der Novemberrevolutionäre, von unserer einst so stolzen und die Bewun­derung der Welt erregenden kaiserlichen Flotte übrig, einer.Flotte, an welcher die Liebe vieler Millionen Deutscher hing, einer Flotte^ welche das Symbol eines großen deutschen Reiches war. Hatte dieser 'Ver­trag das Bestandene vernichtet, so band er das Entstehende mit Fesseln, welche sich heute noch um alle Pläne und alle Kon­struktionen schwer schlingen. 6 Linienschiffe, 6 Kleine Kreuzer^ 12 (!) Torpedoboote und 12 Zerstörer, dazu 2 Linienschiffe und Kreuzer und je 4 Torpedoboote und Zer­störer als Reserven bewilligte man uns gnädigst und dieser niemals für die deut­schen Belange ausreichende Flotten-Bestand wurde dann von einem deutschen Reichstag zum Gesetz erhoben! Alle Einheiten waren schon damals veraltet — und doch kostete es bitterste parlamentarische Kämpfe in den verflossenen Reichstagen, der Marine die nötigen Mittel für Ersatzbauten zu geben! Nicht einmal die Möglichkeiten, welche selbst die auf Deutschlands Rinderhaltung bedachten Feinde erlaubten, wollten die durch die Novemberrevolution an die Macht gespülten rot-schwarzen Parteien ausnützen. Und wenn heute das vielumkämpfte Pan­zerschiff „A", die „Deutschland", in Dienst gestellt ist und das Schwesterschiff, der Er­satz „Lothringen" vorn Stapel läuft, so be­deutet dies durchaus kein Mehr an Kriegs­schiffen für unsere Flotte, nicht einmal ein Mehr an Tonnage, sodaß nur Böswillig­keit von deutscher Aufrüstung sprechen kann.

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Als die Pläne und die Gestalt der „Deutschland" bekannt wurden, da sind be­sonders von französischer Seite aus die wildesten Sensationsberichte in' die Welt geschleudert worden, das Gespenst der .,Deutschland"-Klasse wurde an die Wand gemalt .vor allem aus dem durchsichtigen Grund, die französische Aufrüstung zur See durck mehr als doppelt io starke und große Rieieuschiffe zu bemänteln. Noch während der Genfer 'Abrüstungsverhandlungen hat Frankreich die „Dunkerque" in Bau ge­geben .ein Schlachtschiff von fast 27600 Tonnen,'-mit einer ungeheuren Panzerung nnd Armierung. Im Gegensatz zu diesem weitaus überlegenen französischen Schlacht­schiffs typ stehen die Schiffe der „Deutsch- land"-Klasse, von denen die fertiggestellte „Deutschland" und der Ersatz Lothringen" die gleichen Maße und Bewaffnungen Ha­ben. Beide sind 10000 Tonnen groß, in der Wasserlinie 181,7 m lang, größte Breite 20,7 m, S eitenhöhe bis zum Aufbaudeck 12,4 m, mit einen Tiefgang von 5,8 und 6,6 m bei voller Ausrüstung. Sie laufen 26 Seemeilen und stich bewaffnet mit k

' schweren, 8 mittleren und 4 leichten Ge­schützen, Ueberwassertorpedorohren und einer Batterie Flak-Geschütze. In der Konstruk­tion sind natürlich die Erfahrungen des Krieges weitgehendste berücksichtigt. Leider legt der Bersailler Vertrag in allen Din­gen hemmendste Beschränkungen auf und selbst die höchste deutsche Jngenieurkunst wird aus dem Erlaubten kein Instrument machen können, welches erfolgreich gegen die ungebundene technische Uebermacht der En­tenteflotten bestehen könnte. Es ist aber auch nicht der Wunsch der deutschen Re­gierung unsere Waffen ins Unendliche zu vermehren — sie erwartet bvennendst die Abrüstung der andern und will nichts als gleiche Lebensrechte und -freiheten. So wird niemand den Bau unserer Panzer­schiffe als Bedrohung des Weltfriedens auffassen können, und selbst dann nicht, wenn alle vier vorgesehenen Panzerschiffe dieser Klasse frontbereit schwimmen.

Wenn wir uns trotzdem über die beiden neuen Schiffe freuen, so weil sie die Hoff­nungen und Wünsche unseres Volkes tra­gen nnd dem deutschen Volke wieder ein Stück der verlorenen Sicherbeit zur See wiederzugeben vermögen.

Wilhelmshaven...

Durch einen grauen Morgen bringt uns der frühe Zug in die Seestadt am Jade­

busen. Schon lange vor der Stadt sind die Straßen belebt mit Autobussen und Fuhr­werken, alle wollen sie zu den Feierlich­keiten auf der Werft. Die Stadt hat über­reichen Flaggenschmuck angelegt, das Ha­kenkreuz im weißen Kreise auf rotem Feld leuchtet in treuer Bereinigung mit den wundervollen schwarzweißroten Farben von den Giebeln und taucht'die Straßen in ein Farbenmeer, selbst die ' Straßenbahnwagen haben „über die Toppen" geflaggt. Trotz­dem sich der Himmel immer mehr bezieht, herrscht überall Festesstimmung, ganz Wil­helmshaven ist auf den Beinen. Schon fallen die ersten zagen Tropfen aus der bleiernen Himmelsgräue und ein rauher Wind weht vom Land her über die wie alles andere Lebendige niedrig an die Erde gedrückten Häuser und bläht sich in den großen Kriegsflaggen, welche von den j hohen Fahnenmasten der langgestreckten Ka­sernen und Werfthatten wehen. Die Stadt ist auf die Deutschland und den Ersatz Loth- ringen — der ja ein Wilhelmshavener Kind ist — sichtbar stolz!

Auf dem Weg zum Ausrüstungshafen se­hen wir links ein wie uns den Urtagen unserer Kriegsmarine anmutendes Schiff liegen — es ist die „Z ähr'in g en", das fernlenkbare Zielschiff für unsere Hochsee­flotte. Dann geht es durch die schürfe Kontrolle am Werfttor und bald sehen wir

die Mastspitzen über die Schuppen herüber- lugen. Zuerst taucht die lange, hochge- bugte „Emden" auf, — sie liegt in der Etappe, sie ist ab heute zum Ersatz degra­diert. Der Blick noch links enthüllt ein mächtiges graues Ungeheuer, hochüberragt von einem stumpfen Gefechtsturm und einem massigen Schornstein. Drohend star­ren die Mündungen der Geschütze des Hin­teren Drillingsturmes herüber: das ist

die „Deutschland", die heute in Dienst gestellt wird. Mit jedem Schritt, mit dem wir uns nähern, wird die Wucht und wundervolle Schnittigkeit dieses Panzer­schiffes deutlicher, hoch ragt der scharfe Bug über die Kaimauer, ein prachtvolles Bild, an dem sich die Augen nicht satt seheq können. Weiter im Hintergrund schmiegt sich der lange Schiffskörper der „Leip­zig" an das Ufer und ganz zur Linken schließt der ungefüge Aufbau des alten Linienschiffes „Schlesien" das Blickfeld ab. Vor der Deutschland hat sich eine grö­ßere Anzahl von Gästen zur Feier ihrer Indienststellung versammelt — die Werftpolizei hat ihre liebe Mühe, allzu- eifrige Pressephotographen von den Ram- penmasten herunterzuholen. Die Mann­schaft der „Deutschland" steht in Divisionen

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