Archäologische Landesaufnahme in Bremen
Denkmäler und Funde ausgewählter Gemarkungen Teil II
Von Karl Heinz Brandt
Niedervieland 1 Rablinghausen
1 Wurt. Woltmershauser Straße 546 (552) LFArch. - LMB 8775-85
Ernst Grohne, Wurtenforschungen im Bremer Gebiet. Jahresschrift d.Focke-Museums 1938. S. 45 ff.
Im Rahmen seines Wurtenforschungsprogramms hat Grohne von November 1935 bis März 1936 auch eine Wurt im heutigen Stadtteil Woltmershausen untersucht (Taf. 1), die jedoch bis Ende des 19. Jahrhunderts stets zu Rablinghausen gehört hatte. Bis 1917 stand auf dieser Wurt ein »mindestens zweihundertjähriges vollwalmiges Bauernhaus«, das nicht erneuert worden war. Die Höhe der Wurt wird mit ca. 2,0 m über der umgebenden Marschenoberfläche angegeben, die im Schnitt etwa +3,20 m ü.NN liegt. Angaben zur Flächenausdehnung fehlen. Die Grabungen wurden auf der eigentlichen Wurt (Stelle A) und »etwa 30,0 m nordwestlich« (Stelle B) durchgeführt.
Stelle A
Verschiedene Schnitte und Flächenabdeckungen ergaben, daß die Wurt im Laufe des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit fünfmal aufgehöht worden war. Die einzelnen Perioden sind mit A - E bezeichnet und haben folgende Höhen über NN: A = 4,95; B = 4,45; C = 4,25; D = 3,95 und E = 3,75. Die nachgewiesenen Herdstellen der aufeinander folgenden Häuser lagen vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert an der gleichen Stelle. In den Randbezirken der Wurt wurden drei Schnitte angelegt, die als Dunggruben I und II sowie Randgrube III in den publizierten Plänen erscheinen.
Die Masse des Fundmaterials ist im Kriege verloren gegangen. Deshalb seien hier die Äußerungen des Ausgräbers selbst zitiert: »Von den Einzelfunden, die in den verschiedenen Kulturschichten der Warf zum Vorschein
1 Obwohl die Denkmäler und Funde aller Gemarkungen des Niedervielandes schon vor Jahren registriert und dokumentiert wurden, kann jetzt nur ein Teil davon vorgelegt werden. Die früher erarbeiteten Materialien der Gemarkungen Hasenbüren, Lankenau, Seehausen und Strom waren Verf. nicht zugänglich.
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