Jahrgang 
1836
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W o ch e n s ch r i f t.

Bremen. Donners

lag ven 13. Oktober isss.

So rafft von jeder eitlen Bürde,

Wenn des Gesanges Ruf erschallt,

Der Mensch sich auf zur Geisterwürde, Und tritt in heilige Gewalt;

Und vor der Wahrheit mächt'gem Siege Verschwindet jedes Werk der Lüge.

Schiller.

* Gedichte von 2lugust Kr « cr. IV.

Neue st eS Treiben.

1 .

Hei, wie singen die Poetlein,

Deun es ist die Zeit der Fasten Und sie haben Magendrücken,

Gier nach Fleisch und nach Sontrasten.

Und mit kleinen, kurzen Besen Leicht und tändelnd und mit Schreien Kehren sie die HerzcnSwunden In die guten Druckereien-

2 .

Und soll das Lied ein Ganzes seyn,

So ist'S nicht immek saglich.

Dann müßt ihr toll Contcüste schrei'«/

So lebt man doch behaglich.

Luch werden die Gedanken schon.

Die klugen Leser hegen.

Die treffen dann den rechten Ton Wir sie es immer pflegen.

3.

ES soll das Lied uns aufwärts heben,

Ein Blick in eine höh're Welt,

Im heil'gen Dümmer soll es schweben Und reden, was das Schönste halt.

Ihr laßt es leicht« Muster weben,

Ihr singt nur immer den Genuß,

Und mögt dann auch im Schmutze kleben Mit einem liefen langen Kuß.

Denn was sich frei und schön gestaltet, Was still sich bildet im Gtzmäth',

DaS habt ihr leicht und frech entfaltet, Ein Wurmstich für die zarte Blüth'! — Bremen, Scpt. 1836.