Einundjwanzigster Jahrgang. Drittes Quartal.
D e r
V ü r g e r - Freund,
eine
W o ä) e n f ch v i f t.
V r e m e n.
Donnrrst-rg ven 22. Kextemverius«.
Die werthen Lieder aus den alten Lagen,
Die ich mit Freuden hundert Mal gesungen, In diese Wälder hab' ich sie getragen,
O'rin nie zuvor ein Deutsches Lied erklungen.
Der ausgewanderte Dichter. *)
Von
F. Freiligrattz.
(Bruchstücke eine« unvollendete» SodluS.-
Die Tonne fäll' ich, drauf die Adler horsten;
Sie kracht zu Boden, Schnee vom Haupte schüttelnd. Ich wohne fürder einsam in den Forsten,
Die Menschen fliehend und die Führen rüttelnd.
Ich habe nicht, da ich mein Haupt hinlege;
Bon keinem Herde bin ich dort geschieden.
Mein erstes Haus, mit Hammer und mit Säge,
Lau' ich mir selber bei den Atlantiden,
Kunstlos und rauh; — vom Felsen reiß' ich Farren Und ander Kraut, baß ich die Fugen stopfe»
') Au» dem von Hub und Schneller angetüudigten Rheinischen Ldeum.
Die moosige Rinde laß ich an den Sparren; Dumpf durch die Schlucht dröhnt meiner Axt Geklopfe.
Ein leises Wehn spielt mit den dürren Blättern — Geist dieser Wälder, sey mit meiner Hütte,
Daß sie Orkan und Blitze nicht zerschmettern,
Daß sie der Schnee des Berges nicht verschütte.'
Daß ihr Gebälk kein feindlich Beil zerhaue.
Daß lange Zeit die Sonn' ihr Dach oergülde.
Daß sie nicht gleich sey dieser Spur der Klaue DeS Elennthieres auf dem Schncegesilde!
In einer solchen Werkstatt ist gut zimmern. Die Waldung funkelt in des Morgens Glänze,, Die Büsche blitzen und die Zweige schimmern, Und jede Tann' ist eine starre Lanze.
Mit riesigem Nacken an den Himmel stemmen Die Berge sich; still, doch belebt, die Auen.