Jahrgang 
1836
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Llnnndjwanzigftcr Jahrgang, Zweites Quartal.

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Wochenschrift.

Vremen. Donnerstsg ven 23. Auni 133 6 .

Letzt wicklet sich der Himmel auf, L, wie st schön, wie frisch und kraus«

Jetzt b'wegen sich die Räder, Wie glänzend' Elementen!

Der Morgen rüstet sich zum Lauf', Nit mögen'« g'nügsam streichen aus«

Umgurt't mit Rosenfekr. Noch Redner, noch Scribcnten.

Friedrich von Spee,

Sonnenaufgang.

Der Morgen blüht, mit zarten Rosendüften umröthet sich des Himmels östlich Thor,

D'rau« schauen Engclhäuplcr mild hervor Und lächeln selig auf die Frühlingstriften.

Nun blitzt «S flammend in der Himmels Lüfien. Auf Thal und Wiesen schwebt ein goldner Flor, Die Blumenaugen leuchten sanft empor Und purpurn schimmert'S in den Fclsenliükten!

Da rollt empor der Sonne Flammendall,

Da brauset hin durchs ganze Wclcenall Des SonncnfeuerS heil'ger Gluthensicvm.

Ern Weihrauch dampft die schöne, weite Flur,

In einer Hymne hallt nun die Natur —

Dir rauscht empor zum blauen Himmelsdom!.

Günth 5 Nl.sl,

Bild der Armuth

(Fortsetzung.)

Darüber war es besser hell geworden in dein zu ebener Erde liegenden und von einem hohen Hofraunic umschlossenen Stäbchen. Magdalcnc griff zur Nähnadel, ihr schadhaft gewordenes Röck- chcn auszubessern; Raphacl aber kramte einen Hau­fen Scidcnflcckchen aus, die er eifrig auszuzupfen anfing. Die Kinder schwiegen, da die Mutter ein Buch ergriffen; nur der Vogel lärmte zuweilen.

Da erschallten nach einer Weile laute Schritte über dcir getäfelten Hof. Sie uähcrscn sich dem Stäbchen der armen Familie. Ein starker Fin­ger pochte an und bevor noch Lcnchcn daS "Her­ein" über die Lippen schlüpfte, wurde aufgeklinkt. Der Man», der hcrcintrat, war von der im Stüb-