Jahrgang 
1836
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Tinundzwanjigster Jahrgang, Erstes Quartal.

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Der

Bürger- freund»

eine

Wochenschrift.

Vremen. Konntsg ven si. Februar isss.

Ich lebt' in Lieb' und darf in Liebe sterben I Ich werd' in Liebe sterben! — sel'ge Stunde,

Wann sie auch kommt!

Torquato Lasso.

Der Schwauenring.

Wie ist dem Kaiser Karl geschehen? Soll der in Liebesleid vergehen,

Vor dessen Wink die Erde bebt?

ES hieß der Lod dieß Weib erblassen, Er aber kann nicht von ihr lassen Und will nicht, daß man sie begrabt. Er küßt die Leiche liebestrunken So manchen Tag, so manche Nacht,

Als hatte neue Lebensfunken Sein Kuß, sein Hauch ihr angefacht.

Da tritt der Bischof vor den Kaiser, Lurpin, ein Heiliger und Weiser Und wenn der Glaube ruft, ein Held. „Laßt diesen Leichnam, Herr, begraben:' Es will der Lod ein Opfer haben,

Doch ruers Arme bedarf die Welt."

Der Kaiser spricht: „Wie irrt ihr wieder; Sie schlummert nur, euch tauscht der Schein." Dann senkt er selbst die Augenlieder Und schläft zu ihren Füßen ein.

Da spricht Lurpin: „Mit Zauberlisten Muß sich Svanhild die Schönheit fristen.

Den Liebesreiz, der ewig wahrt."

Er forscht und späht, bis er's gefunden, ^ Was ihre Glieder hält gebunden,

Daß nicht Verwesung sie vcrsehrt:

Auf goldnem Ringe glänzt, umzogen Von rathselhafter Runenschrift Ein Silberschwan, der durch die Wogen Mit vollem Busen treibt und schifft.

In ihrer bittern Todesstunde

Barg sie den Schwanenring im Munde,

Daß Karl nicht von ihr scheiden kann:

Sie sorgte, daß er sie vergäße,