Jahrgang 
1833
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75 ,

Der

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W o ch e n s.ch r l f k.

Bremsn- Donnerstag v en tk«. KextemLer i s 3 s.

Wenn dich die Lästerzunge sticht,

So laß dir dieß zum Troste sagen:

,,Dic schlccht'srcn Früchte sind es nicht Woran die Wespen nagen-"

Der beste Trost.

An einen Freund.

Die Welt ist lieblos, stets bereit zu schmähen,

Das Edle zu verhöhnen, ihr Genuß!

Verleumdung schleicht, und sucht sich die LroxhaLL Und gelber Neid — der ist — ihr Genius!

Verleumdung walzt sich mit den gift'gen Ringeln, Als Viper spritzt sie tückisch hin- ihr Gift —

Das ist ein Zischen — o — ein frohes Züngeln, Wenn sie pesthauchcnd, dolchend, — Tugend trifft;

Banditcnmaßig, mit dem schwarzen Mantel Des Haffes, hat die Furie sich bedeckt!

Und krallend, als die scheußlichste Tarantel,

Hat sie giftaualmend stets ihr Haupt gereckt!

Und :vo sie hohes Ringen hat gesehen,

Und eigne Kraft — da hebt sie ihren Dolch —

Da laßt sie ihres Rachens Samum wehen,

Da geifert sie als feuchter, eis'ger Molch!

Verkannt zu seyn! verleumdet Lei dem Streben, Daß Du es edel stets und brav gemeint,

Ja! — das ist schrecklich, doch im Menschenleben Ereignet sich das — immer, edler Freund!

Und Trost in dieser argen Welt zu suchen?

O — nein, mein Freund, das rathe ich Dir nicht. Flucht Einer Dir, so werden Tausend fluchen — „Blind ist die Welt, und - blind hält sie Gericht!"

Was die Verleumdung über Dich gespien,

Das glaubt die Welt, ich sage — ja, die Welt Die träge Masse. — Eiteles Bemühen Zu widerlegen, was für wahr sie hält. — —

Und was Dir bleibt? — Der eigne, innre Richter Der beste Trost, ein wahres Himmelslicht.