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Achtzehnter Jahrgang, Erstes Quartal.
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WochenschrLft^
Nremen, Donnerstag oen 28. F^evrusr 183 3-
Die Sonne, Wie sie ausgeht und wie sie untergeht, setz Vorbild deines Wirkens und deiner Ruhe.
Herder.
* Spiegelbild.
Nacht lagert sich leis' mit gigantischen Schatten Dumpf über die Thaler, trüb' über die Flur; Das Leben erstarrt aus den irdischen Matten,
Zum frohen Erwachen entschläft die Natur.
Da gucket der Schwärmer, der eitle Gefährte Der Erde, aus Wolkcnbehängen hervor;
Er schmunzelt behaglich: „Jetzt zeig' ich dir, Werthe, „Den Seladon, der die Geduld nicht verlor.
„Sieh', Holde, ich bringe dir blitzend' Geschmeide, „Dein Lockenhaupt schmück' ich mit Edelgestein; „Hier Fäden von Silber zum festlichen Kleide, „Wer mag dir wohl schönere Gaben verleih'n? — „Du siehst, daß Geschmack und Talent ich vereine, „Und daß ich kein Knauser — wcnn's nöthig ist — bin!"
Die Spröde bleibt kalt, doch die funkelnden Steine Nimmt sie wie zu kurzer Belustigung hin.
„Du schelmische Spröde, bin ich Dir zuwider „Mit Spaßen und Ständchen, die schlau ich ersann?" —
Sie senket der Augen bezaubernde Lieder,
Sie wendet sich von ihm und sieht ihn nicht an. Deß freut sich ein and'rer stilllauschender Buhle,
Ein alternder Leb'mann — der Hagestolz Reif:
Er wirbelt behend' wie am Rade die Spulst«
Sich um die Erkor'ne und neiget sich steif.
Bescheiden und lautlos, mit schmachtenden Blicken, Naht jetzt sich ein Jüngling in schwarm'rischer Lust, Der Thau, — der Geliebten mit stillem Entzücken Und netzet mit Thränen der Schlummernden Brust. Doch sie, wie vom fesselnden Traume umfangen Sinkt, kaum erwacht, wieder ins Kissen zurück, Da bleichet der Jüngling, in schmerzlichem Wangen, Weint Thräne aus Thrän' er dem täuschenden ^ Glück'.