Der Bürger-Freund,
eine
Wochenschrift.
Zwölfter Jahrgang Drittes Quarta!.
N-w, 5-
WM
Bremen, Donnerstag den 5. Juli »827.
Der ist überall zu loben, Der sein eigner Meister ist.
Die Genien der Menschheit.
Glücklich, wem da- grobe LovS gefallen, Läutern Ginn's in voller Thatevkraft,
Was sie Herrliches auch wirkt und schafft, Leuchtend einer Welt voran zu wallen!
Wenig Sonnen geh'» am Himmel auf, Lausend Sterne folgen ihrem Lauf;
Wen'ge sind sich Richtschnur ihres EtrebenS, Lausend geh'» den fremden Weg de« Lebens!
Ach, es hemmen der Gewohnheit Schranken,. Rosenkettcn, bis ihr Zauber trügt«
Demant wird und sich unlösbar fügt,
Jeden freien Aufschwung der Gedanken»
Und wie sich da« Ideal erthüllt,
In der Brust des Wirkens geistig Bild,
Also muß sich auch die Lhat gestatten.
Mit dem Blüthenkelch die Frucht entfallen.
Nach Gesetzen, die sich nimmer wandeln,
Wird im Frühling jede Blume neu;
Doch der Mensch soll, gottverwandt und frei, Das Besetz sich selber seyn und handeln!
Aber Willkür und Behaglichkeit,
Im Gewände riner Alltag-zeit,
Raubten früh dem besseren Geschlechte Seiner Adels königliche Rkchle.
Da erstanden die geweihten Geister,
Die, in sich versenkt, und dii Natur,
Folgend ihrer Ahnung höher» Spur, Nachgedacht der Schöpfung ew'gem Meistere Und des Schönen göttliche Gestalt,
Und das Wahr' und Gute, sein Gehait, Offenbarte in dem Völkerleben Sich mit ihnen durch ein freies Streben.
Ltur der Morgenröthe heil'gew Strahle,
Die ätherisch ihrem Himmel schien«