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Besserung setn-n gerechten Unwillen bet Seit« legt. Herr de« Himmel«, ich kann «S nicht «er, gissen, und wenn sich der Gedanke in seiner ganzen Entsetzlichkeit wieder uvr mich hinstellt, so kLant' ich —. Hat «inen Vater, wir kein zweite- Mädchen in Prag — einen Vater, der keinen andern Gedanken hat, als sein« einzige Tochter, keinen andern Zweck seine« Leben«, alt da« Glück der ihrigen, der st« liebt, wir seinen Augapfel, der keinen Wunsch von weitem in ihr aufsteigen sah, das er nicht augenblicklich hinlief und ihr verschafft«, war ihr Herz begehrt — einen Vater, welchem der unerbittliche Tod «in geliebtes Weib und «inen Sohn von der Seile gerissen und dem nun auf Gott«« weiter Erde nichts geblieben, als blrse einzige Tochter, auf deren geliebte« Haupt er alle sei«, gescheiterten Hoffnungen übergetragen — und will mich nun litchlstnnig verlassen, und setzt sich bet Nacht und Nebel mit dem Schurken in den Wagen, uin sich chrem Italiener in die Arme zu werfen, einem lüderlichen Abrnlheurer, vor dessen heilloi sei» Fuß der Himmel die Schwelle jedes redlichen Deutschen behüthen möge! Ich legte mich ruhig jeden Abend nieder, und sann auf einen braven jungen Mann, dem ich mein Kleinod einmal «or dem Altar« übergeben wollte; glaubt«, sie hätt« den auSlänbischkN Wicht schon längst ant ihrem Herzen geworfen, nnd nenne in ihrem Geber keinen andern Namen al« ihren Vater, dessen eiosamer Herbst durch dir Rosen ihres Angesichts ltieder angefangen hat zu blühen. — O lieber Hm, es ist entsetzlich hart, die Liebe seine- einzigen Kinder mit einem Taugenichts theilen i» müssen I-
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Ich hatte Müh«, während der Trgießungen «ine« gebrochenen Vaterherzent meine Fassung zu
behaupten. Ich tröstet« ihn, stellte ihm vor, der Finger de« Schicksal«, welche- die Flucht seiner Tochter auf eine fast wunderbare Weise vereitelt, werbe ihr den mißleiteten Gang ihre- Herzens in seiner ganzen Verkehrtheit zeigen; ste werbe mit reuigem Gemüth uyd tugendhaftem Entschlüsse zu ihm zurück kehren und mit kind' lieber Sorgfalt sich bemühen, die Freude seine- Alters zu werben. — Sein Schmerz wurde sanfter und verlor sich in der Erinnerung per« lebt« Freuden und Leiden. Er erzählt« mir, wie er neun Jahr« hindurch so überaus glücklich in den Armen eine« redliche» WeibeS gelebt. Aber noch bet ihren Lebzelten habe der Stern seine« Leben« sich zu umwölken angefangen. Die Braun« habe in Prag mit furchtbarer Heftigkeit gewüthet und täglich «ine Menge Kinder jähen Todes ie?- Grab gerissen: da habe er für da« Leben seines einzigen Sohne-gezittert und in dieser Angst den schnell»» Entschluß gefaßt, ihn zu seinem Bruder zu schicken, welcher auf seinen Gütern an der polnischen Grenz» lebte. Der hab» den Knaben mit väterlicher Liebe aufgenommen und mit dem Auge treuer Sorgfalr bewacht und gepflegt. Aber dem Engel der Verderben« lass« sich sein Opfer nicht entreißen; wa« die Bräune nicht gethan, that die Ruhr — nach wenigen Woche» schon erhielt «r, wir Jakob da« blutig« Kleid seines Josephs, zurück, was er seinem Sohn« mitgegeben; der Bruder selbst überbrachte e« ihm und lag schluchzend an der Brust des tröst, losen Vater«. Er überwand mit christlicher Demuth seinen Schmerz, und als die Wund« sich kaum geschlossen, schien ihm der Himmel seinen herben Verlust ersehen und ihn mit einem dritten Kind« beschenken zu wollen — aber eine entsetzlich« Täuschung wartet« seiner; in Kinde«- nörhen starb sein» geliebt» Gattin und in dasselbe