Zwei Dilder von Cranacb
in der Drewer Kunstvolle
von e. XValdmann
er Nuhm der deutschen Kunst ruht auf drei großen Namen: vllrer, Holbein und Lranach. Dies vreigestirn prangt in der deutschen Kunstgeschichte als eine Vereinigung unwandelbarer 5ixsterne, und wenn die Liebe der Heutigen auch manchmal geneigt ist, den Kleinsten von ihnen, > Lranach, auszuscheiden und ihn zu ersetzen durch den dunklen tiefen (ZIanz Grunewalds — , es ist unmöglich, in der Vorstellung der deutschen Vergangenheit ist (Neister Lucas von Wittenberg nicht auszurotten. Dies liegt nun nicht nur daran, daß man alte in ihrer Zusammengehörigkeit liebgewordene Namen ungern trennen mag. Nuch nicht die Svmpathie der Deutschen, die einem freunde und tätigen Parteigänger Luthers zukommt, ist allein die Ursache des zähen Glaubens an seine (Zrösze. Seine Kunst selber zwingt uns immer wieder in ihren Dann. Wohl ist sie in ihren Nutzerungen sehr ungleich an Nrt und Wert, und wenn man nur mit dem (Natzstab der Genialität prüfte, erwiese sich Lranach um ein Weniges zu Klein. Nber in seinen besten Stunden ist er doch so tief und zart, so glänzend und schön, daß es uns ein Unrecht dünkt, ihn von Oürer und Holbein zu trennen ^ zumal da (Zrllnewald ohnehin in seinem tiefsten Wesen dämonisch einsam ist.
Wir Können uns ein ziemlich genaues Nild von Lranachs Lebensumständen machen. Cr war ein trefflicher (Neister des (NalhandwerKs, sehr angesehen und in guten Verhältnissen. Seine Werkstatt in Wittenberg florierte, er hielt eine Nnzahl Gesellen, die nach seiner Nnleitung Nilder verfertigten, manchmal in recht fabrikmäßiger (Nanier. Nuch war er Hofmaler der regierenden sächsischen bürsten und Herzöge. Nber mit dieser einen Tätigkeit als Vorsteher eines großen Malerateliers war (Neister Lucas noch nicht zufrieden. Cr Kaufte sich eine NpotheKe, ja er wurde Natsherr und schließlich sogar Nürgermeister, und als wenige