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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
Entstehung
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In einer Kloake ent­sorgte Ofenkacheln (Kloake Bf. 3,5, 2171 Altstadt), frühes 17. Jh. Mehrere der Kachelreste weisen noch deutliche Lehm­reste der Ofenwan­dung auf.

Links: Gluttopf, stem­pelverzierte Ziegler­ware (Grabung 230/Altstadt). Rechts: Gluttopf bzw. Stöv­chen (Kloake Bf. 4,11,217/Altstadt). 16.117. Jh.

wa in Kloakenschächten und Planierungs- schichten, am Weserufer sowie als Aufschüt­tungsmaterial, um die Weserinsel Teerhof zu erhöhen oder den nicht mehr benötigten mit­telalterlichen Stadtgraben nahe der Adams­pforte zu verfüllen.

Der Ofen in Norddeutschland

Bis ins hohe Mittelalter hinein kannte man nicht nur in den ländlichen Siedlungen, son­dern auch in den wenigen mittelalterlichen Städten als einzige Wärmequelle nur die offe­ne Herdstelle. Im zentralen Raum brannte ständig zu Heiz- und Kochzwecken das Herd­feuer. Diese meist aus gestampftem Lehm be­stehenden Herdstellen konnten mit Steinen eingefasst sein. Zunächst waren sie ebenerdig angelegt, konnten dann aber auch etwas hoch gemauert sein oder sich als Kamin in ei­

ner nischenartigen Maueröffnung befinden. In allen Fällen musste man aber dem alten Pro­blem der Rauchentwicklung Herr werden. Seit dem hohen Mittelalter wurde daher der Rauch in zunehmendem Maße nicht mehr nur über den Dachgiebel abgelassen. Durch den Einbau von Schornsteinen oder ähnlichen Ableitsyste­men versuchte man der ständig drohenden Brandgefahr entgegenzuwirken, der beson­ders die dicht bebauten Städte wie Bremen ausgesetzt waren. Und gerade in den mehr­stöckigen Häusern war es ohnehin nicht mög­lich, ein offenes Feuer in der Raummitte zu unterhalten.

Theoretisch wäre in den gehobenen Bürger­häusern des ausgehenden Mittelalters auch der Einbau von Warmluftheizungen möglich gewesen. Solche luxuriösen, noch aus römi­scher Zeit stammenden Heizsysteme (Hypo- kausten), in denen die außerhalb eines Ge­bäudes erhitzte Luft über Zugluftkanäle unter die Fußböden der zu erwärmenden Räume geleitet wurde, sind in Bremen bisher nicht nachgewiesen und wären, wenn überhaupt, auch nur im sehr gehobenen Umfeld zu er­warten. Allen sozialen Schichten standen da­gegen die transportablen, jedoch nur wenig effektiven Gluttöpfe und Stövchen zur Ver­fügung, von denen immer wieder Reste in Bremen gefunden werden (Abb. 3). Vermutlich erst im fortgeschrittenen 12. Jh. wurde im norddeutschen Raum mit dem Ka­chelofen ein Heizsystem mit langfristiger Wär­mespeicherkapazität eingeführt, das sich zu­nächst aber wiederum nur die Reicheren leisten konnten. Die durch die Kacheln vergrö­ßerte Oberfläche sorgte für eine größere Wär­meabgabe als jene bei reinen Lehmkuppel­öfen. Nach dem Verlöschen des Feuers blieb der Ofen zudem durch die Speicherwirkung der Keramik noch lange Zeit warm. Der Raum, in dem der Ofen stand, war der zentrale Punkt des Hauses. Um diesen besonderen Räumen eine behagliche Atmosphäre zu verschaffen, war jedoch ein beachtlicher Brennstoffbedarf notwendig (Lamke, 219ff.). Die Öfen nahmen meist zwei Drittel der Raumhöhe ein und dominierten eindeutig die Zimmerwand, an der sie standen. Sie setzten sich aus zwei Teilen zusammen, dem beheiz­baren Feuerkasten und dem darüber liegen­den Oberofen, der die Hitze des aufsteigen-

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