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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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H.-W. Küchelmann

Ein Haufen altes Holz und ein paar rostige Nägel: Ein Schiffsfriedhof in Bremen-Vegesack?

Die Ausgangssituation am Ende des 20. Jahrhunderts

Am Fuß der Grohner Düne im Bremer Norden - zwischen dem Becken des Vegesacker Ha­fens und dem Ufer der Lesum - befand sich bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ein Gewer­begelände mit langer Tradition, das jedoch den heutigen Ansprüchen nicht mehr ent­sprach (Abb. 1).

In den vergangenen drei Jahrhunderten war das Gelände auf unterschiedliche Weise ge­nutzt worden: So diente es als Winterlager und Reparaturplatz für überwiegend hölzerne See- und Binnenschiffe. Des Weiteren waren dort Keramikproduzenten wie auch selbstständige Kleinfischer ansässig, d. h. im 18-20. Jh. Zeitweilig erstreckten sich hier ein Hafen­becken - der Betriebshof der Vegesacker He­ringsfischerei - und nicht zuletzt die Werft­betriebe von Johann Lange (im 19. Jh.) und Friedrich Lürssen (im 20. Jh.).

Zum neuen Jahrtausend sollte dieses Gewer­begelände unter dem NamenHäven Höövt" unter anderem mit einem Erlebnis - und Ein­kaufszentrum, einem Parkhaus und einer Se­niorenresidenz neu belebt werden. Im Rahmen dieser Umbaumaßnahmen sollte das in den dreißiger Jahren des 20. Jhs. zuge­schüttete Mündungsdelta der Vegesacker-Aue sein angestammtes Flussbett zurückbekommen und dadurch wieder an einem aus dem Anfang des 19. Jh. stammenden Speicherbau vorbei­fließen. Die Aue war die Staatsgrenze zwischen dem 1805 zu Bremen geschlagenen Vegesack und dem zu Hannover gehörenden Grohn. Am Lesumufer - nahe der Einmündung in die We­ser - sollte als optischer Blickfang der Großseg­lerSchulschiff Deutschland" (ein 1927 gebau­ter rahgetakelter Dreimaster) dauerhaft vor Anker gehen und die ganze Anlage eine ge­wisse Öffnung zu der neuen Brücke über den Vegesacker Hafen hin erhalten (Abb. 2).

Die Ausführung ab 1993

Nachdem die letzte rezente Bausubstanz (Abb. 3) rund um das aus dem 19. Jh. stam­mende Speichergebäude entfernt worden war, öffnete man das alte Flussbett der Aue.

In der Nähe des zu Bremen gehörenden, denkmalgeschützten Speichers erfasste der Bagger zwei recht gut erhaltene, hölzerne Lastkähne, die vermutlich aus der Zeit des 17./18. Jhs. stammen. Diese wurden jedoch leider - aus Mangel an Kapazität zur Ber­gung, Konservierung und Lagerung - am Ort belassen und wieder zugeschüttet. Auch die alte Ufermauer, auf der die Wand des Spei­chers aufsetzt, konnte einschließlich der eiser-

Plan von Vegesack um 1835

Planungsskizze von 1995

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