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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Dieter Bischop mit einem Beitrag von Swantje Krause

Der sächsische Friedhof unter dem Bauernhaus: Urnenfunde aus Bremerhaven-Lehe

Als im Januar 2006 das Haus Krüselstraße 40 in Bremerhaven-Lehe saniert werden sollte, wurde der Boden in der Mitte des linken Eck­raumes zur Straße hin einen Quadratmeter breit geöffnet. Das Ergebnis: Unter dem Holz­boden wurdeneinige Leichen" ans Tageslicht gebracht.

Im Haus Ecke Krüselstraße/Poststraße war frü­her die KneipeSpinnrad" untergebracht, doch nun sollte es wieder zum reinen Wohn­haus umgebaut werden. Unter den Besitzern des ursprünglichen Bauernhauses, dessen Exis­tenz sich bis 1825 zurückverfolgen lässt, waren einige Gerüchte im Umlauf: Angeblich hätte in diesem Eckraum die Großmutter

permanent schlecht geschlafen. Doch war es eine große Überraschung, als ca. 80 cm unter dem Dielenfußboden plötzlich zusammen­gehörige Scherben eines größeren Tongefäßes auf der Schaufel lagen (Abb. 1).

Der Finder Lutz Renken meldete seinen Fund über das Historische Museum Bremerhaven dem Bremer Landesarchäologen, der auch bald vor Ort in Lehe war. Dort erkannte man den Fund als frühgeschichtliche Graburne und inspizierte die Fundstelle umgehend. Zunächst wurde der ausgeschachtete Abraum aus dem Fundschacht - mittlerweile auf dem Kompost­haufen gelandet - durchsiebt, wobei weitere Scherben des Urnengefäßes, Leichenbrandres- te sowie eine bronzene Pinzettenbeigabe (Abb. 5) gerettet werden konnten. Am 10. Januar 2006 wurde ein Quadratmeter um die Urne (Urne 2) herum der Boden auf­gemacht und die Profile aufgenommen. Hier und in einem nördlich daran anschließenden letzten Quadranten kamen noch weitere Urnenfunde zu Tage (Abb. 2). 1

Im ersten Quadranten waren die ersten beiden Urnen von einigen, teils kindskopfgroßen Steinen - darunter auch Flintknollen - über­deckt. Die zuerst entdeckte Urne lag etwas tie­fer als Urne 2. Ostlich von dieser Urne befand sich eine lockere Leichenbrandstreuung. Auch Urne 3 war von Steinen umgeben; weniger re­gelmäßig war Urne 4 - ein im anstehenden Erd­reich gebettetes kleines Gefäß - von Steinen geschützt.

Die Gräber und ihre Beigaben

Im Westprofil von Quadrant 1 zeigte sich unter einem zweifachen Lehmestrich unter dem letzten Holzfußboden eine Pfostengrube. Wenige neuzeitliche Scherbenreste des 18. Jhs. datieren diesen Pfosten, möglicherweise Standpfosten einer älteren Hausinnenwand. Beim Tiefergehen erwies sich dieser Pfosten jedoch als Besonderheit (Abb. 4). Denn er war zufällig nahezu mittig in ein weiteres großes

1 Fundstelle 152/Bremerhaven-Lehe. Beim Bergen, Dokumentieren und Sieben der Befunderde halfen dem Ausgräber neben Michael Roth aus Bremerhaven der Finder Lutz Renken, der Hausbesitzer Herr R. Funck mit Sohn Jonas sowie der ehrenamtliche Beauftragte des Landesarchäologen Egon Stuve.

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