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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Hermann Witte

Zum jungbronze-Afrüheisenzeitlichen Urnengräberfeld vom Wölpscher Berg in Bremen-Bockhorn

Als 2005 im Ortsteil Bockhorn des Orts- und Stadtteils Blumenthal in Bremen-Nord Pläne bekannt wurden, eine 15 ha große Freifläche mit Einfamilienhäusern zu bebauen, haben sich Anwohner zusammengefunden und die Aktionsgemeinschaft Binnendüne" gegrün­det. In dem betreffenden Gebiet befinden sich einige archäologische Bodenfundstellen. Die bekannteste davon ist ein Bereich auf der Dü­nenkuppe Wölpscher Berg. Von hier stammen mehrere jungbronze- und früheisenzeitliche Urnen. Dieser Fundplatz ist 1982 als Gra­bungsschutzgebiet festgelegt worden. Die Aktionsgemeinschaft setzte es sich zum Ziel, den bestehenden Naturraum so zu erhal­ten, wie er ist, und ihn zu pflegen. Neben dem Erhalt des Geländes mit seinen seltenen und geschützten Tierarten und Pflanzen hat sich die Aktionsgemeinschaft auch den Schutz des Ur­nengräberfeldes auf ihre Fahnen geschrieben. Um die Öffentlichkeit über ihr Anliegen zu in­formieren und zu sensibilisieren, organisierte die Aktionsgemeinschaft die Ausstellung Bronzezeit in Bremen-Nord. Urnengräber und Siedlungsstätten in Blumenthal während der Bronzezeit", die vom 27. September bis zum 25. Oktober 2007 in den Räumen des Heimat­vereins Blumenthal in der Burg Blomendal statt-

aus Bockhorn sowie Informationen zu weiteren bronzezeitlichen Fundplätzen aus dem Stadtteil Blumenthal standen.

Seit 1984 war dies das erste Mal, dass eine archäologische Ausstellung außerhalb des Fo- cke-Museums in einem der bremischen Stadt­teile präsentiert wurde. Der äußerst rührigen und intensiven Informationsarbeit der Aktions­gemeinschaft ist es zu verdanken, dass sich an den wenigen Tagen knapp 800 Besucher die Ausstellung ansahen. Es zeigte sich hierin wie­der einmal deutlich und eindrucksvoll, dass die öffentliche Präsentation eines auf einen be­stimmten Stadtteil bezogenen archäologischen Themas, die in dem betreffenden Stadtteil selbst stattfindet, innerhalb der lokalen Bevöl­kerung auf großes Interesse stößt und von vie­len Leuten gerne angenommen wird.

Obwohl die Urnen bereits in den 50er Jahren aus der Erde kamen, tauchen sie in Veröffentli­chungen bisher nur knapp auf. Der Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern Bre­mens und der näheren Umgebung von 1965 erwähnt sie nur kurz (Brandt 1965a, 60). Auch in einem Überblick über archäologische Fund­stellen in Bremen-Nord aus dem Jahre 1989 fin­det sich lediglich der Hinweis, dass von dort Ur­nengräber stammen. Und in einer Übersicht über archäologische Fundstellen in Bremen- Nord aus dem Jahre 1989 werden sie lediglich in einer kurzen Liste aufgeführt (Brandt 1989, 119). Der Vorstellung des Fundkomplexes in der Öffentlichkeit vom Herbst 2007 soll an die­ser Stelle daher eine etwas ausführlichere Vor­lage des wichtigsten und aussagekräftigsten Teils des Materials folgen.

Naturraum

Das Gebiet um den Wölpscher Berg gehört naturräumlich zur Osterholzer Geest. Dieses ist der südliche Teilbereich der Wesermünder Geest, der großen Grundmoränenfläche, die einen bedeutenden Teil des Elbe-Weser-Gebie­tes zwischen den Wesermarschen im Westen und Süden, der Hamme-Oste-Niederung im Osten und dem Elbmündungsgebiet im Nor­den einnimmt.

1 Für das Foto aus der Ausstellung bedanke ich mich bei Volker Scholz von der AG Binnendüne

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