Dieter Bischop
Ausgraben - Dokumentieren - Erhalten - Präsentieren
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Auseinanderschneiden und Bergen des in der „Beluga"- Baugrube entdeckten Weserlastkahns aus der Zeit um 1681.
Die letzten Jahre der landesarchäologischen Arbeit sind geprägt durch zahlreiche Ausgrabungen in der Brenner Altstadt. Die verbliebenen attraktiven Freiflächen in der Innenstadt, aber auch die durch Nachkriegsbauten besetzten Grundstücke verlocken Bremer und Auswärtige, in meist mit Tiefgaragen ausgestattete Großbauten zu investieren. Mehrere dadurch bedingte Ausgrabungen entlang der Langenstraße, die Großgrabungen aus Anlass der Verlegung von „Radio Bremen" ins Stephaniviertel 2004/05 und nicht zuletzt die spektakulären Schiffsfunde auf dem Teerhof bei den Ausgrabungen für das neue „Be- Iuga"-Firmengebäude (Abb. 1), zeigen, wie viele Schätze noch in der Bremer Erde stecken. Diese aufgedeckte Vergangenheit kann einigen Orten in Bremen einen Teil der historischen Identität wiedergeben, die der Zweite Weltkrieg und der radikale Stadtaufbau nach dem Krieg zerstört hatte. Manch interessanter mittelalterlicher Gebäuderest kann - anders als früher - unter dem jeweiligen Neubau an Ort und Stelle erhalten bleiben, so etwa im Hotel „Überfluss" oder dem neuen „Atlantic"-Hotel an der Bredenstraße, wo er auch dem auswärtigen Hotelgast vom mittelalterlichen Bremen erzählen kann (Abb. 2). Ausgegrabene Brunnen aus dem berühmten „Bremer Stein" wurden jüngst im öffentlichen Raum wieder aufgebaut und sind nicht nur eine schöne „alte" Zierde, sondern geben Kunde von einem für das früh
neuzeitliche Bremen so wichtigen Wirtschaftszweig: dem Handel mit dem „Bremer Stein", der von hier in alle Welt exportiert wurde. Das Engagement einzelner Firmen und Institutionen für den Erhalt der auf ihrem Gelände gefundenen Relikte, wie zum Beispiel die Schiffsfunde auf dem Teerhof durch den Reeder Nils Stollberg, zeugen von dem bewussten verantwortungsvollen Umgehen mit der Geschichte und dem immer stärker werdenden Bestreben, sich auch mit dem Standort in Bremen und seiner Geschichte auseinanderzusetzen und zu identifizieren. Wichtig werden zudem im denkmalpflegerischen Alltag immer mehr die Kooperationen mit anderen Institutionen, wie zum Beispiel dem Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven.
Archäologische Ausstellungen
Neben der Präsentation Bremer Archäologie im öffentlichen Raum sind die klassischen Sonderausstellungen im Focke-Museum - dem Bremer Landesmuseum - nach wie vor die beste Möglichkeit, dem Laien sowie dem Fachmann spannende archäologische Themen zu vermitteln. Ausstellungen wie „Pferdeopfer, Reiterkrieger - Fahren und Reiten durch die
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Rest einer aus Findlingen an der letzten Schlachtpforte errichteten Steinkammer. Die um kurz vor 1200 datierte Mauer konnte im Saunabereich des Hotels „Überfluss" intregiert werden.
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