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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Meike Mittmann

Der Wülschenberg - Die Landschafts- und Besiedlungsgeschichte einer Düne in der Hemelinger Marsch seit der Jungsteinzeit

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i m ' f 1 - Einleitung

n Marschen - als potentielle Überschwemmungs­

fesen, gebiete wasserbaulich, landwirtschaftlich und

ökologisch wertvolle Areale bisher von baulicher Nutzung ausgeschlossen - fallen in Bremen in den letzten Jahren zunehmend wirtschaftlichen Interessen zum Opfer und werden Bauland. Die Ausweitung des GewerbegebietsHansa­linie" in den Bereich östlich der Bahnlinie Bre­men-Osnabrück machte die Verlängerung der StraßeEuropaallee" unter den Bahndamm hin­durch notwendig (Abb.1) (vgl. WITTE, 23 f.; MITTMANN 2004). Das geplante Trogbauwerk berührte das seit 1979 ausgewiesene Gra­bungsschutzgebiet GS 07 mit der Düne Fund­stelle 3/HemelingenWülschenberg", eine mar­kante Erhebung in der sonst ebenen Marsch­landschaft. Als Fundstelle 19/Hemelingen wur­den die westlich und nördlich der Düne liegenden Bereiche benannt.

2 - Topographie

Der Wülschenberg, im südöstlichen Bremer Stadtteil Hemelingen im Gebiet derGroßen Marsch", lag im Bereich landwirtschaftlicher Nutzflächen und wurde 1979 als Grabungs­schutzgebiet ausgewiesen, um ihn vor weiterer Zerstörung durch bäuerlichen Sandstich zu schützen. Zum Zeitpunkt der letzten Begehun­gen 2002 und der Grabungen im Jahr 2003 lag er unter Weide, während die umgebenden Flä­chen bis 2002 als Maisacker genutzt wurden. Das eingedeichte Marschgebiet liegt zwischen dem heutigem Verlauf der Mittelweser und dem trockenen Dünenzug Bremen-Uphusen im Be­reich der alten Ortschaft Hemelingen. Bis vor wenigen Jahrzehnten überfluteten die Hoch­wasser der Schneeschmelze das Gelände re­gelmäßig bis an den Winterdeich der Ortschaft (vgl. WOLTERS 1974, 75 f., Abb. S. 70).

Die Dünenkuppe des Wülschenbergs mit 6,7 m NN überragt die Marsch um annähernd zwei Meter. Zu Beginn der Untersuchungen war die Düne durch Begradigungen im Südwesten und Sandabbau sowie offene Pferdewühlstellen im Osten bereits stark deformiert. Die Bahndamm­anlagen der ab 1873 erbauten Bahnstrecke Bremen-Osnabrück dominierten das Erschei­

nungsbild der Fläche. Für den Bau der Bahn­strecke wurden zahlreiche Dünen abgetragen oder zur Auffüllung tiefer Stellen verwendet (WOLTERS, 11).

3 - Namenskunde

Bei der BezeichnungWülschen" handelt es sich nicht um eine Ortsbezeichnung, die sich auf die Landschaft bezieht, sondern vermutlich um die Übertragung eines Familiennamens. Eine Familie von Wülsche ist als mittelalterliche Sülfmeisterfamilie in der Genealogie alter Adels­familien in Lüneburg seit 1437 erwähnt (BÜTT­NER 1704, Bl. 194 f.; WITZENDORFF, 150 f.). Sülfmeister waren die Besitzer von Salzsiede­pfannen. Unter welchen Umständen der Name als Ortsbezeichnung in Bremen auftaucht, konnte bislang nicht geklärt werden (vgl. dazu WOLTERS 1956, 2; BÜTTNER 1704, Bl. 195)

4 - Begehungen und Ausgrabungen

Neben vereinzelten, nicht immer zweifelsfrei lo­kalisierbaren Funden, über die Notizen im 19. und frühen 20. Jh. erhalten sind (GROHNE, 330 und Fußnote 544), wurden erstmals 1957 Scherbenfunde aus einem Sandabbau dem * Focke-Museum gemeldet und von K. H. Ausschnitt aus Karte

BRANDT als kaiserzeitlich erkannt. Seitdem 1:25 - 000 mit Lage

der Fundstelle.

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