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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Frank Wilschewski

Die Befestigung des Bremer Bischofssitzes. Ein Rekonstruktionsvorschlag

1 Höhenschich- tenplan der Alt­stadt-Düne (nach Stein)

Die Anfänge der Stadt Bremen reichen nach heutigem Erkenntnisstand in die Regierungs­zeit Karls des Großen (768-814) zurück. An der höchsten Stelle eines nördlich die Weser begleitenden Dünenzuges (Abb. 1) wurde spätestens 804, womöglich aber schon einige Jahre vorher, mit der Errichtung einer Kirche begonnen. Die geringe Anzahl der vorhande­nen archäologischen und historischen Quellen läßt jedoch keine eindeutigen Aussagen zum Aussehen dieses ersten Sakralbaus oder der ältesten Besiedlung Bremens zu (vgl. HÖL­SCHER - RECH - ZEDELIUS). Ebensowenig konnte bislang die genaue Lage der Bremer Domburg ermittelt werden, obwohl deren Rekonstruktion in der Forschung mehrfach diskutiert wurde (s.u.). Es erscheint daher auf Grund der noch vorhandenen Forschungs­lücken und Widersprüche sinnvoll, die vor­handenen Quellen abermals eingehend zu betrachten und auf bisher noch verborgen

gebliebene Aussagen zu untersuchen, die weiterführende Erkenntnisse über den Verlauf der Bremer Dombefestigung erlauben.

Die Forschungslage

Die frühesten Nachweise von Befestigungstei­len im Bereich des Bremer Domes sind ver­mutlich schon 1861 beim Bau der Neuen Bör­se östlich des heutigen Marktplatzes von Georg Barkhausen beobachtet worden (Abb. 2, Nr. 1). Bei den Ausschachtungsarbeiten kamen u.a. zwei Mauerreste aus Feldstein zutage, die wegen ihressehr festen Mörtels" und ihrerDimension" in Zusammenhang mit einer Dombefestigung stehen könnten (BARK­HAUSEN - FOCKE, 30). Befunde, die eindeutig einer Wehranlage zuzurechnen sind, wurden 1908 beim Bau des Neuen Rathauses westlich der Bischofskirche aufgedeckt. Es handelt sich hierbei um zwei Mauerzüge von 9 m bzw. 15 m Länge, die bis

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