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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Manfred Rech

Drei Nierendolche aus Bremen

In seiner in drei Folgen erschienenen Arbeit über die Nierendolche in Mecklenburg-Vor­pommern schreibt U. Schoknecht, daßin den Museen noch zahlreiche unveröffentlichte Fun­de aus dem Mittelalter vorhanden sind, die es bei der zunehmenden Bedeutung der Mittelal­terarchäologie verdienen, aus der Anonymität zu treten und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt zu werden" (SCHOKNECHT 1979, 218).

Weil der Nierendolch des ausgehenden Mittel­alters gerne als typische Waffe der Hanse an­gesehen wird, verdienen drei Exemplare, die als Bodenfunde in Bremen zutage gekommen sind, besonderes Interesse.

I.Der erste der zu beschreibenden Dolche wurde bisher eher beiläufig erwähnt. Eine be­sondere Würdigung erfolgte bisher noch nicht. Es handelt sich um eine Waffe, die 1962 zusam­men mit einem Teerfaß, Schiffszimmermann­werkzeug und einem Lederschuh aus dem

Wrack der bekannten, 1380 datierten Kogge geborgen wurde (Abb. 1). Die Fundstelle des Wracks gegenüber dem Bremer Europahafen war nicht der originale Liegeort des noch nicht fertigen Schiffes. Wahrscheinlich war es bei Hochwasser von einem Ausrüstungskai ge­genüber der Altstadt ein Stück weserabwärts getrieben worden.

Der einschneidige Dolch ist an der Spitze der Klinge abgebrochen. Seine erhaltene Länge beträgt 33,3 cm. Die ursprüngliche Länge ist mit 38,7 cm zu bestimmen. Der aus einem Wurzel­holz gearbeitete Griff weist an der Basis die namengebenden nierenförmigen Ausarbeitun­gen auf; das etwas verbreiterte Griffende ist ko­nisch geformt. Gehalten wird der Griff durch die eiserne Griffangel, deren Ende nietförmig breit­geklopft ist. An der Klingenbasis befindet sich eine mehrlagige, annähernd ovale Metallplatte. Diese besteht aus mindestens fünf Lagen, und zwar - gesehen von der Klingenspitze - einer dünnen Eisenlage mit zipfelartig umgeboge-

1 Nierendolch und andere Funde aus der Kogge von 1380.

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