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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Kerstin Bremer

Grabung Sommer 1991 in der germanischen Siedlung von Habenhausen

Durch Begehungen und eine Grabung 1983 war bekannt, daß sich im Gewerbegebiet Ha­benhausen West III, im Flußmarschbereich der Weser gelegen, eine Siedlung der Römischen Kaiserzeit (RKZ) befindet. Seit November 1990 stand fest, daß dieses Gebiet gewerblich weiter erschlossen werden sollte. Aus diesem Grund wurden für 1991 weitere baubegleitende Maß­nahmen und eine Untersuchung des Geländes gegenüber der Scipiostraße angestrebt.

In einer ersten Kampagne im Frühjahr1991 wur­den südlich der Borgwardstraße, direkt gegen­über der Einmündung Scipiostraße, zwei recht­winklig zueinander liegende Suchgräben ange­legt (Abb. 1). Der streifenförmige Ausschnitt der Siedlung erfaßte eine Strecke von 150 m von NO nach SWund 110 m NW nach SO. Überdiese Untersuchung wurde schon berichtet (WESE- MANN). In einerzweiten, im Sommer1991 durch­geführten Kampagne wurde dieser Ausschnitt westlich, östlich und südlich zu einer Fläche von 1230 qm erweitert. Ziel dieser Grabung war es, die Siedlung im südlichen Teil in ihrer Gesamt­heit und den Anschluß an die Grabung von 1983 im Bereich der Borgwardstraße zu erfas­sen.

Die noch zu bearbeitende Fläche wurde in ei­nen westlichen und einen östlichen Abschnitt unterteilt. Die westliche Grabung stand unterder Leitung von Frank Verse, die östliche unter der Leitung von Kerstin Bremer. Die gesamte Gra­bung wurde wiederum nur von Studenten durchgeführt.

Naturräumliche Lage des Untersuchungsge­bietes

Schon im Laufe der Untersuchung 1983 stellte sich heraus, daß die Siedlung sehr wahrschein­lich auf dem Uferwall einer alten Weserschleife liegt. Es wurden östlich im Bereich des ehemali­gen Stichgrabens.südlich im Bereich des heute vergrößerten Krimpelsees und westlich auf der Trasse der Borgwardstraße Weserarme ange­schnitten.

1 Habenhausen. Grabungsschnitte seit 1983. M. 1 :1000.

Der höchste Punkt der Siedlung wurde mit 5,50 m über NN gemessen. Ihre leicht erhabe­ne Lage war im Gelände gut erkennbar. Die sie umgebenden Flußmarschauen liegen auf ei­nem Niveau von + 4,20 - 4,80 m über NN. Der Geländeabfall nach Westen ist besonders deut­lich.

Die Siedlung befand sich auf dem fürdie Weser­marsch typischen älteren Auelehm. Darunter folgen Schichten aus Ton über Flußniederter- rassensand.

Zur Grabung Sommer 1991 Einen Eindruck von der Dichte der Befunde im westlichen Teil der Siedlung vermittelt Plan Abb. 2.

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