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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
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Fig. 57g. Fischereihafen in Geestemünde.

Qeestemünde.

Der Ort Geestemünde, welcher bereits im vorstellenden mehrfach Erwähnung gefunden hat, ist am linken Ufer der Geeste, an deren Mündung in die Weser gelegen.

Da derselbe eine vollkommen aufsevbremische Schöpfung ist, so kann er im vorliegenden Werke nur flüchtig und nur deswegen berührt werden, weil er mit seinen, wenn auch nicht von Bremen ausgeführten Anlagen, von Anfang an dem bremischen Handel dienstbar gewesen ist und in der Hauptsache demselben sein Aufblühen verdankt.

Angespornt durch die sichtbaren Erfolge, welche die bremische Schöpfung an der Unterweser aufwies, beschlofs die hannoversche Regierung, an dem Bremerhaven gegenüber gelegenen Ufer der Geestemündung eine Konkurrenzanlage herzustellen.

Im Jahre 1857 wurde der Bau des Hafens begonnen und 1863 beendet.

Wie vordem auf bremischem Gebiet, so entstand auch hier im Anschlufs an den Hafen, neben einer, schon vor Beginn der Bauten vorhandenen kleinen, eine neue grofse Ansiedelung, welche bald vollkommen städtischen Charakter annahm und so schnell an Ausdehnung gewann, dafs sie bereits im Jahre 188g den älteren, abseits gelegenen Ort Geestendorf an sich alsNeu­geestemünde" angliedern konnte.

Von den Bauten Geestemündes, soweit sie in Beziehung auf Bremen von Interesse sind, können hier nur die Hafenbauten in Betracht gezogen werden.

Die Lage Geestemündes und seiner Häfen ist aus dem Lageplan (Taf. XI) ersichtlich.

Der erste Geestemünder Hafen vom Jahre 1863 ist, wie die Häfen Bremerhavens, als geschlossener Hafen ausgeführt. Er ist mit der Geeste mittels einer Kammerschleuse verbunden, welche eine Durchfahrtsweite von 22,8 m, eine Drempeltiefe unter gewöhnlichem Hochwasser von 7,94 m und eine Nutzlänge von 73 m besitzt.

Das Hafenbassin hat eine Wasserfläche von 6,52 ha, bei einer Länge von 55S m und einer Breite von 116,8 m.

Südlich an dasselbe ist ein durch besonderen Abschlufs abgetrennter Petroleumhafen, 1,03 ha grofs, westlich ein mit einer Abzweigung versehener und in einem Holzhafen endigender Kanal angebaut.

Der Hafen ist an der Westseite mit Schuppen, an der Ostseite mit Speichern versehen, deren Abmessungen jedoch für jetzige Bedürfnisse nicht mehr völlig ausreichen. Am Ufer ist eine Reihe hydraulischer Ladekrähne aufgestellt.

Als zweite und neueste Hafenanlage ist in Geestemünde in den Jahren 1892 bis 96 ein Fischereihafen erbaut worden. Derselbe wurde zur Förderung der in der Neuzeit mit Dampfern betriebenen Hochseefischerei, die seit 18S5 besonderen Aufschwung nahm, von der preufsischen