Kanalisation der Oberweser.
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schaftlich getragen, dafs die Abgabe, welche alle die Aufsenweser befahrenden Schiffe bezahlen müssen, zur Deckung der von Bremen verauslagten Kosten verwendet wird. Die Ausführung der Arbeiten wurde derselben Behörde, welche die Arbeiten zur Korrektion der Unterweser leitet, übertragen.
Über die Änderungen an der Unter- und Aufsenweser giebt die anliegende Karte (Taf. VIII), in der die hauptsächlichsten Werke und die Wassertiefen in der Fahrrinne enthalten sind, Aufschlufs.
Kanalisation der OberWeser.
Von H. BÜCKING.
So günstig sich im allgemeinen die Wasserverhältnisse der Weser unterhalb Bremen durch die Korrektion gestaltet haben, so wenig befriedigen diejenigen der Weser oberhalb Bremen. Wenn auch durch die vom preufsischen Staate vorgenommene systematische Regulierung der Weser von Münden bis Bremen gegen früher bereits wesentlich an nutzbarer Wassertiefe gewonnen ist, so ist die Tiefenzunahme doch nicht bedeutend genug, um alle berechtigten Ansprüche, die von den Schiffahrtsinteressenten an eine Binnenwasserstrafse von der Bedeutung der Weser gestellt werden können, zu befriedigen. Die Kanalisation der Fulda von Kassel bis Münden ermöglicht es allerdings, dafs die auf der Weser bis Münden verkehrenden Schiffe auch bis Kassel gelangen können, aber da die nutzbaren Wassertiefen der Weser unterhalb Münden während eines grofsen Teiles des Jahres geringer sind als diejenigen der kanalisierten Fulda, so kann diese nicht immer voll ausgenutzt werden.
Im allgemeinen ist auf der Oberweser in den letzten Jahren der Güteraustausch sehr erheblich gestiegen, er würde aber ungleich bedeutender sein, wenn die Wassertiefe der Oberweser eine konstante und gröfsere sein würde. Da aber durch Regulierung des Weserflusses mit Berücksichtigung seiner Wasserverhältnisse eine solche gleichmäfsige und genügend grofse Wassertiefe nicht erreicht werden kann, wie sie der Binnenverkehr an eine leistungsfähige Wasserstrafse der Neuzeit stellt, so wird eine Abhülfe nur durch eine Kanalisierung der Weser geschaffen werden können.
Da jedoch die Weser, abgesehen von dem industriereichen Handelsplatze Kassel, verhältnismäfsig wenige leistungsfähige Plätze berührt und kein genügend grofses Hinterland auf sie angewiesen ist, so wird eine Kanalisierung der Weser, wenn nur die von der Weser berührten Landesteile die Schiffahrt in Nahrung setzen sollen, nicht den im richtigen Verhältnisse zu den aufgewendeten Kosten stehenden Nutzen bringen. Ganz anders gestalten sich jedoch die Aussichten für eine Weserkanalisation, wenn dieselbe eine Verbindung zwischen dem schon seit 30 Jahren erörterten, den Rhein mit der Elbe verbindenden sogenannten Mittellandkanäle bilden würde. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dafs eine solche Verbindung, wodurch an die Weser ein östliches und ein westliches Hinterland von ganz bedeutendem Umfange