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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
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Werften und {Maschinenfabriken.

Von H. WlLDA.

Geschichtliches über den Bremer Schiffbau.

Uber den Schiffbau Bremens besitzen wir zunächst einige Mitteilungen in den der hansischen Schiffsbaupolitik entspringenden Verboten. Die Kundige Rolle" von 1450 verbot den Bürgern, Schiffe durch Fremde bauen zu lassen, und dieses Verbot wurde noch im Jahre 1489 erneuert.

Über den Umfang und die Art des Schiffbaues in Bremen während des Mittelalters fehlt es uns im übrigen an Nachrichten. Erst im 17. Jahr­hundert lichtet sich das Dunkel, doch sind wir zunächst nur auf einzelne Notizen angewiesen. Im Jahre 1630 wird ein Schiftbaumeister Dietrich in Bremen genannt. Später, 1668, finden wir zwei Meister als Bruderskinder erwähnt und die Innigkeit ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen zeigte sich unter anderem auch darin, dafs sie in den Preisen und Löhnen, welche sie für ihre Arbeit ansetzten, fest zusammenhielten. Hierüber, wie auch über ihre Langsamkeit in der Ausführung von Aufträgen wurde von den Schiffern sehr geklagt. Letztere wandten sich deshalb 1668 an den Rat und dieser er­laubte 1669 den klagenden Schiffern, einen fremden Meister nach Bremen zu rufen, auch wurde ihnen die Anweisung eines Bauplatzes im Werder unweit der Steinbuden verheifsen; es wurde aber nichts daraus, da die beiden Vettern sehr energisch und als Bremer Kinder erfolgreich dagegen Einspruch erhoben.

Auch gegen die schon damals zu befürchtende Konkurrenz, die der Schiff­bau in Vegesack dem Bremens zu machen geeignet war, wandte sich der Rat. Als im Mai 1676 der Hafenmeister Vogelsang dort ein Schiff bauen lassen wollte, wurde ihm dies nicht gestattet, sondern dekretiert, dafs die Schiffe im Bauhof gebaut werden müfsten.

Am Ende des 17. Jahrhunderts begegnen uns allerlei Pläne, den Schiff­bau neu zu beleben. Bremen hatte im Jahre 1678 66 eigene Schiffe, deren Kapitäne sämtlich Bürger waren. Aber die Rheder waren mit