Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau A.-G
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Fig. 531. Viermast-Vollscliiff „Peter Rickmers". Erbauer und Rheder: Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau A.-G.
Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau A.-G.
Die Schiffe der bisher betrachteten Rhcdereien waren ausschliesslich Dampfschiffe; die grün-rot-weifse Kontorflagge von Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau A.-G. weht im Grofstopp von Dampfern und Segelschiffen. Die Kontorflagge zeigt die Farben Helgolands, der Heimat des Gründers dieses gewaltigen Unternehmens, welcher im Jahre 1832 als schlichter, seebefahrener, an Erfahrung reicher Schiffszimmermann an der Geeste in der Stellung eines Werkmeisters den Grundstein zu seiner späteren Gröfse legte. Im Jahre 1839 gründete R. C. Rickmers, dieser seltene Mann mit dem eisernen Willen und dem weitschauenden Blick, in Bremerhaven eine eigene kleine Werft, auf welcher anfänglich nur Boote gebaut wurden, die aber nach manch schwerem Jahre der Mühe und Arbeit sich so stattlich entwickelte, dafs im Jahre 1856 eine zweite, gröfsere Werft in Geestemünde eröffnet werden mufste. Auf der immer mehr emporblühenden Werft wurden neben den Schiffen für fremde, auch Schiffe für eigene Rechnung gebaut; es entstand die Segelschiffsrhederei von R. C. Rickmers. Die Rickmersschen Schiffe, welche zuerst in wilder Fahrt beschäftigt waren, fuhren später hauptsächlich Reis von Indien und Japan, und um diesen in veredeltem Zustande an den Markt bringen zu können, schritt der unternehmungskühne Werftbesitzer und Rheder zu einer ferneren Erweiterung seiner Geschäftsbetriebe und übernahm im Jahre 1872 eine Reismühle in Bremen, welche so vorzügliche Erfolge erzielte, dafs der Reismühlcnbetricb durch Errichtung einer zweiten, weit gröfseren Anlage noch bedeutend erweitert werden mufste; für die Herstellung von poliertem Reis sind die Rickmersschen Reismühlen in Bremen die gröfsten der Erde.