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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
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J?ig. 465. Ansicht des Parkhauses am Höllersee. Architekt J. Poppe. 1889.

Der Bürgerpark.

Von C. Ohrt.

Ofl wenn es erst durch Jahre durchgedrungen, Erscheint es in vollendeter (lestall; Was glänzt ist für den Augenblick geboren, Das Ächte bleibt der Nachwelt unverloren."

Faust

Pas Areal, auf welchem der Bürgerpark angelegt ist, gehört der .Stadt. Niedrig gelegen und schlecht entwässert, war es vor der Bepflanzung häufigen Überschwemmungen ausgesetzt und diente seit Jahrhunderten als Viehweide. Die Sage erzählt, dafs die Gräfin Emma von Lesum im Jahre 1032 der Stadt die Bürgerweide geschenkt hat, als sie zum Besuch des Erzbischofs nach Bremen gekommen war und von den Bürgern um Abtretung von Weidegrund für das Vieh gebeten wurde.

Sie wollte jedoch nur ein mäfsig grofses Stück Weideland hergeben und bestimmte daher, um einen bequemen Ausweg zu finden, dafs der Stadt nur soviel Weideland zufallen sollte, als ein zufällig anwesender Krüppel an einem Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang umkriechen konnte. Der Krüppel erwies sich aber als sehr lokalpatriotisch, umkroch unter höchster Anstrengung innerhalb genannter Zeit, zum grofsen Erstaunen der Gräfin,