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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
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Ii. Teil. Bremen Im XlX. Jahrhundert.

Das bakteriologische Institut.

Von Dr. Kurth.

Pas Institut ist im Jahre 1893 vornehmlich aus Anlafs der bei der Cholera­epidemie zu Hamburg gewonnenen Erfahrungen gegründet und unter­steht der Leitung eines ärztlich vorgebildeten Direktors. Am Institut sind ferner zur Zeit drei jüngere Ärzte und zwei festangestellte Diener beschäftigt. Das Institut befand sich zunächst in einem fünf Räume enthaltenden Neubau neben dem Leichenhause der Krankenanstalt und ist sodann zu Ende 1899 in das zu diesem Zweck mit einem Kostenaufwand von 23000 Mark umgebaute alte Isolierhaus der Krankenanstalt verlegt. Aufser dem Zugang vom Grundstück der Krankenanstalt (St. Jürgenstrafse) besitzt es einen zweiten unmittelbar an die StrafseAm schwarzen Meer" und die Strafsen- bahnlinie der Stadt führenden Eingang, welcher in der Zeit von 9 bis 1V2 und 4 bis 7V2 geöffnet ist. Das Institutsgebäude liegt inmitten eines grofsen Gartens, der vor dem Betreten Unbefugter gesichert ist. Auch innerhalb des Gebäudes selbst sind weitgehende Vorkehrungen getroffen, um einzelne Räume und auch gröfsere Teile der Geschosse so abzusperren, dafs die Untersuchungen besonders ansteckender Stoffe ohne Beeinträchtigung der laufenden Geschäfte erfolgen können. Dabei ist für eine möglichst ungefährdete Unterkunft der am Institut beschäftigten Personen Sorge getragen.

Die Heizung der Räume erfolgt durch Dauerbrandöfen, die Beleuchtung durch die elektrische Anlage der Krankenanstalt. Sämtliche Arbeitsräume sind mit Gas- und Wasserleitungsauslässen und Ausgüssen reichlich aus­gestattet. Die Fufsboden im Erdgeschofs sind mit Terrazzo, Asphalt oder Cement, die der übrigen Räume mit Linoleum belegt. Das völlig abschlicfsbare Treppenhaus ist aus Eisen und Stein gefertigt.

Die im Erdgeschofs und zweiten Geschofs enthaltenen Wasserklosetts sind nach dem Tornado-System mit abgemessener Spülung eingerichtet. Sämtliche Kanäle des Instituts besitzen nahe dem Gebäude genügend tiefe in Cement gemauerte Schlammfänge, um darin unter Umständen die durch­laufenden Abwässer nochmals besonders, durch tägliches Eingiefsen kon­zentrierter Desinfektionsflüssigkeiten desinfizieren zu können. Die Räume für Desinfektion, Sterilisierung, die grofsen Arbeitsräume, sowie das Pest-