Druckschrift 
Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
Seite
307
Einzelbild herunterladen
 

£>ie Stadtbibliothek.

307

Fig. 288. Gitterthür an der Vorhalle der Bibliothek, nach dem Originalentwurf von J. Poppe.

Die Stadtbibliothek.

Von Ii. Wagner.

Unter den neueren Bauten Bremens bietet die Stadtbibliothek ein besonderes Interesse, weil sie sich in der Architektur sehr glücklich dem in Bremen üblichen Stile des 17. Jahrhunderts anschliefst. Schon lange Zeit hatte sich das Bedürfnis mit wachsender Dringlichkeit bemerkbar gemacht, der Bücherei, welche sich in dem ehemaligen Katharinen­kloster befunden hatte, ein ansprechendes Heim zu schaffen. Durch fort­währendes Anwachsen war aus dem ersten Schatz, dem kostbaren Büchernachlafs des Humanisten Melchior Goldast von Hcimingsfeld, der 1646 in den Besitz des Rates gelangt war, eine recht ansehnliche Bibliothek hervorgegangen, die in dem alten Kloster keinen Platz mehr fand. Durch eine Konkurrenz sollten die Entwürfe erlangt werden. Die Baukosten waren auf 300000 Jk angesetzt. 35 Projekte gingen ein, von denen der Bremer Architekt Joh. Poppe den ersten Preis davontrug:Die Anordnung der Magazin- und Geschäftsräume ist durchaus zweckmäfsig, Vorräume, Verkehrsräume und Lesesaal sind in würdigen Raumverhältnissen und in geschickter Verbindung zu einander. Die Erweiterungsfähigkeit ist gesichert", heifst es in dem Urteil des Preisgerichts. Der Bau wurde begonnen und mit geringen Veränderungen in der Fassade hergestellt, so dafs am 1. Mai 1897 die Bibliothek eröffnet werden konnte.

Durch ein helles Vestibül, dessen gewölbte Decke von vier kräftigen Säulen getragen wird, gelangt man durch eine Glasthür in das Ausleihzimmer, von dem rechts, nur durch Säulen und Ausgabetisch getrennt, sich die Kanzlei

20*