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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
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Fig. 261. Ansicht der Hauptfassade des Posf.gebäudes an der Domshaide mit dem Telegraphen­gebäude und dem Wagenhof. Architekt Schwatlo. 1875187g.

Das Posthaus.

Von GRUBERT.

Im Mittelpunkte der Altstadt, an der verkehrsreichen Osterthorstrafse, liegt an der Domshaide, umgeben vom Gerichtsgebäude, der neuen Börse, dem Dom und dem Künstlervereinshause das stattliche Posthaus, dessen Bau im Jahre 1875 unter dem Scepter des Generalpostmeisters Stephan nach den Plänen des Professors Schwatlo begonnen und unter Leitung des Regierungsbaumeisters Hake im Jahre 1879 vollendet wurde. Eine Erweiterung erfuhr dasselbe im Jahre 1896 durch den Umbau des grofsen inneren Lichthofes, welcher nach Beseitigung der in ihm liegenden zum Ober- geschofs führenden Freitreppen und durch Einbau von Eisenkonstruktionen zu einer grofsen glasüberdeckten Schalterhalle mit zwei seitlichen, ebenfalls glasüberdeckten Annahmeräumen umgewandelt wurde. Der inselartige Bau­platz fällt von Osten nach Westen stark ab, wodurch die Anlage drei­geschossiger Haupt- und viergeschossiger Hinterfronten sich von selbst ergab.

Das Posthaus gliedert sich in das Haupt- und das Nebengebäude und den von beiden eingeschlossenen tiefliegenden Posthof, der auf Seite der Osterthorstrafse durch eine Arkadcnstcllung architektorisch abgeschlossen ist. Im Hauptgebäude befinden sich, aufser den Diensträumen für den Brief- und Geldverkehr und für die Oberpostdirektion, Dienstwohnungen für einige höhere Beamte, während im Nebengebäude, das mit seinem hinteren Flügel an das Hauptgebäude stöfst, das Telegraphenamt und die Räume für den Packctverkehr untergebracht sind. Der von der Dechanatstrafse aus zu-