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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
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II. Teil. Bremen im XIX. Jahrhundert.

Schulen.

Von Baumeister BEERMANN.

Pic Lehranstalten Bremens, für die selbständige Schulgcbäude in Betracht kommen, gliedern sich in: a) höhere Schulen,

b) Volksschulen,

c) Volksschullehrcrseminar,

d) Fachschulen.

Dieselben werden, mit Ausnahme der Vorschulen und der höheren Mädchenschulen auf Kosten des Staates unterhalten.

Der gröfste Teil der Schulen ist seit einigen Jahrzehnten neu erbaut und haben sich hierfür bestimmte Normen im Laufe der Zeit herausgebildet. Die Klassen sind in den höheren Schulen für 40 Schüler, in den Volksschulen für 60 Schüler berechnet. Bei einseitiger Bebauung der Flure sind die Klassenfenster in den älteren Schulen meistens nach Südosten, in neuerer Zeit nach Nordosten, ausnahmsweise nach Nordwesten gerichtet; Langklassen sind, wenn die Bauplatzgröfse es zuliefs, bevorzugt. Turnhallen sind bei den meisten Anstalten vorhanden, entweder mit dem Schulgebäude direkt verbunden bezw. eingebaut oder in nächster Nachbarschaft als Einzelgebäude aufgeführt. Die Rctiraden befinden sich in der Regel im Freien. Vereinzelt finden sich bei höheren und Volksschulen Vorsteherwohnungen; in der Regel ist jedoch eine Schuldicnerwohnung vorhanden. Die Treppen sind meistens feuersicher mit Gewölbe- oder Betonunterbau und Holzbelag für die Trittflächen hergestellt. In neuerer Zeit wurden die Deckenkonstruktionen ebenfalls durch Anwendung von Beton zwischen eisernen Trägern feuersicher errichtet; Cement- estrich mit Linoleumbelag bilden den Fufsboden; von den Betondecken isolierte, geschalte und geputzte Decken vermindern die Schalldurchlässigkeit. Die Erwärmung geschieht meistens durch Centraiheizung; die früher häufig angewendete Luftheizung ist in neuerer Zeit durch Wasser- oder Niederdruck­dampfheizung ersetzt worden; Lüftung ist gleichfalls vorgesehen, wobei jedoch besonderer mechanischer Antrieb ausgeschlossen ist. Die gemauerten Lüftungs­schächte münden auf die Dachboden; türm- oder dachrcitcrartig ausgebildete Dachaufhauten lassen die verbrauchte Luft ins Freie entweichen. Die Beleuchtung geschieht in neuerer Zeit mittels elektrischem oder Gasglühlicht.

Spielplätze, mit Bäumen bepflanzt und mit bekiesten Oberflächen sind meistens vorhanden.

Balanceklappen in den Klassenfenstern und desgl. über den Thüren unterstützen die Lüftung.

Für die Klassen sind zweisitzige, ganz in Holz konstruierte Subscllicn ohne bewegliche Sitz- oder Tischplatten eingeführt, und haben diese sich hier durchaus bewährt.

Nachstehend werden in der Zeitfolge der Bauausführung die wichtigsten Bauwerke, nach den oben angeführten Gruppen geordnet, angeführt.