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I. Teil. Alt-Bremen.
der Treppenwangen, während hier Kartuschen mit allegorischen Figuren verwendet sind. Höchst originell sind die Schnitzereien am Geländer des oberen Podestes. (Fig. 131.) Die kleinen statt der Hermen an den Stützen angebrachten Soldatenfigürchen sind nicht nur in den Stellungen äufserst lebensvoll, sondern auch kostümlich sehr geschickt behandelt.
Wer der Meister des ganzen Werkes ist, weifs man nicht. Herr Dr. Focke vermutet denselben in dem vom Oktober 1611 bis April 1634 als bremischer Ratszimmermeister thätig gewesenen Reinecke Stolling (dem
Kig. 128. Vertäfelung der Güldenkammer im Rathaus. Nach Ortwein.
Nachfolger Johann Stollings, des Erneuerers des Dachgespärres) und erbringt in einem „die Werkmeister des Rathausumbaus" betitelten, im 14. Band des bremischen Jahrbuches abgedruckten Aufsatz allerdings den Nachweis, dafs Rcinecke Stolling wiederholt und zum grofsen Verdrufs der Schnitkerinnung in das Fach des Tischlers und Schnitzers einschlagende Arbeiten ausgeführt hat, unter anderen sogar für den Rat selbst, so dafs eine derartige Vermutung nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen werden kann.
Vielleicht auch haben wir es in dem Schnitzer der Güldenkammer- vertäfelung mit einem aus Lübeck stammenden oder dort in der Lehre gewesenen Meister zu thun. In diesem Glauben wird man noch mehr bestärkt, wenn man die Brüstung der Lektoren in der Jakobikirche zu Lübeck, zu welchen die erwähnte Wendeltreppe führt, mit dem unteren Bilderfries an der Güldenkammer, welche für das obere Gemach die Brüstung bildet, vergleicht. Auch