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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
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Baugeschichtliche Ubersicht.

Von Dr. K. SCHAEFER.

s war die Errichtung des Bischofssitzes, die das Bremische Gemeinwesen auf die Bühne der Weltgeschichte führte; die Bischofskirche und die Domfreiheit waren es auch, die den baulichen Kern der ältesten Stadtanlage bildeten. Hier war der Sammelpunkt für die von überall herzu­ziehenden Gewerbetreibenden und Händler; hier an dem wichtigen Verkehrswege, wo zum letztenmale eine Brücke die Ufer der Weser verband, gedachte mancher im Schutze des bischöflichen Rechtsregiments seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sei es am Hofhalt des Kirchenfürsten, sei es an den wandernden Kaufleuten, die mit Fuhrwerk oder Kähnen des Weges kamen. Hier an der Baustelle des Doms, wo sich die Düne mit ihrer höchsten Bodenerhebung dem Flufsufer am meisten näherte, war zugleich der geeignetste Grund zu einer befestigten Ansiedlung in geschlossener Gebäudegruppe. Mit diesem Viertel, das die Geistlichkeit samt Hofhörigen und Gesinde beherbergte, verschmolz eine wahrscheinlich schon längst bestehende offene Ansiedlung dorfartiger Bau­weise vicus im Gegesatze zu oppidum, der burgartig umfriedigten Stadt eine Gruppe von Fischer- und Schifferhütten, die zwischen Domshügel, Weser und Balge, dem alten Seitenarm des Flusses, dicht am Ufer gelegen war.