Ubersicht über die geschichtliche EntWickelung und die Verfassung Bremens.
Von W. von Bippen.
remen, dessen Ursprung in die germanische Vorzeit hinaufreicht, tritt mit der Erhebung des angelsächsischen Missionars Willehad zum Bischof im Jahre 787 in das Licht der Geschichte. Auf der Höhe des die Weser begleitenden Dünenzuges hatte Willehad die erste christliche Kirche kaum vollendet, als er 789 starb. Sein Holzbau wurde nicht lange darnach in einem Aufstande der Sachsen zerstört. Aber sein Nachfolger erneuerte nach der endgiltigen Bezwingung Sachsens an der einmal geweihten Stätte den Bau des Doms. Diesen Steinbau Willerichs hat erst nach etwa fünfzig Jahren Anskar, der erste Erzbischof von Hamburg, geweiht, der nach der Zerstörung seiner Metropole durch die Nordmannen im Jahre 845 mit Bremen entschädigt worden war und von da an hier seine gewöhnliche Residenz hatte. Auch seine Nachfolger, die Erzbischöfe der vereinigten Diöcesen Bremen und Hamburg, haben überwiegend in Bremen residiert und dieses so zum Ausgangspunkte der christlichen Mission in Nordeuropa gemacht.
Im Jahre 965 errichtete Erzbischof Adaldag auf Grund eines kaiserlichen Privilegs den bremischen Markt, der in dem von der Kirche angebahnten Verkehre mit den nordischen Nationen ein Mittel zu rascher Entfaltung fand. Mit dem Handel wuchs die Bürgerschaft heran, die während der staufisch-