B o r b e r L ch t.
«Oremen hat von jeher ausgezeichnete Gelehrte und berühmte Männer besessen, deren Andenken und Verdienste der Nachwelt erhalten zu werden verdient. Versuche dazu sind auch von Zeit zu Zeit gemacht worden, allein die Fortsetzung bis auf unsere Tage, die doch wegen der abgekommenen Leichenreden und Programme vorzüglich nöthig ist, wenn nicht mancher Jctztlebende oder kürzlich Verstorbene nach wenigen Jahren soll vergessen werden, unterblieb. Auch sind die noch vorhandenen Nachrichten meistens in lateinischer Sprache geschrieben, folglich nur für die Gelehrten, nicht aber für die Ungelchrten brauchbar.
So schrieb der am i6. April 1695 verstorbene Professor, vi. Gerhard Meier, zwey lateinische Reden: I. He seliolae imwiiläis, ^roZiessu er
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i 584 usHue »t 1 umnim 1610, wozu der Professor Viedlied Sagiuaiius, der 1707 am Zl. May die Welt verließ, eine dritte Rede, Oiudo seeulans ali ÄNNO >6io U8^U6 lld 3NNUIU i63o, schrieb, die zusammen auf 182 Seiten in 4, im Jahr 1634 erschienen. Die Nachrichten sind aber zum Theil so mangelhaft, daß man sich wundern muß, wie in diesem kleinen Theile der Geschichte, da sie doch nur einen Umfang von hundert Jahren begreift, so viele Fehler haben anschleichen können. Was Friedrich Lucä im europäischen Helikon, Frankfurt am Mayn 1711, Seite 781 ff. von den Gelehrten, die am hiesigen Gymnasio standen, anführt, ist bloß aus diesen Reden genommen, und daher entbehrlich.