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Biographische Skizzen verstorbener Bremischer Aerzte und Naturforscher : eine Festgabe für die zwei und zwanzigste Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Bremen / vom Aerztlichen Vereine zu Bremen
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II r e m e n.

18011813.

Der Zeitraum, den wir, derUeberschrift zufolge, im gegenwärtigen Abschnitte zu beschreiben Vorhaben, begreift die Zeit des kräftigen Mannesaltcrs vom 37sten bis zum SOsten Jahre in sich, und ist, sowohl der Ereignisse in der Aussenwelt, als der Privatverhältnisse wegen, als der bewegteste von Mertens Leben zu bezeichnen.

Wie konnte es in dieser Zeit der welterschütternden Stürme auch anders sein? Wo ist der Mann, wo die Familie, die von dem furchtbaren Orkane, der über Deutschland, über ganz Europa, mit Alles niederschmet- lernder Gewalt dahinfuhr, nicht ergriffen, nicht bis in's tiefste Innere erschüttert worden wäre? Die liefe, die immer wachsende Schmach des deutschen Vaterlandes, die unglücklichen Kämpfe, die es vollends bis an den Rand des Verderbens, die unsäglichen Leiden des fremden Joches, die es zur Verzweiflung brachten, bis endlich das mächtige:Bis hierher und nicht weiter!" aus dem Munde des erbarmenden Wcltenlenkers erscholl, - und nun das Ermannen der Völker das Signal zum Siege, zur Freiheit gab, das Alles, wie konnte es anders als mächtig in der Brust eines Mannes wiedcrhallen, der so ganz Deutscher, so ganz Patriot war, und den es, so still sein äusseres Leben anscheinend war, doch auch in jedem seiner Verhältnisse auf das Innigste, und nur zu oft auf das Schmerzlichste berührte ? Wenn wir ihn daher in dieser Periode oft recht, ja manchmal bis zum Lebens- überdrusse missmüthig unter dem gewaltigen Drucke der Zeit werden sehen, so wird das Niemand wundern, an