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Johann Sophronius Kozak,
geh. 1602, f 1685.
Ein merkwürdiger, den Geist seines Zeitalters in vieler Beziehung bekundender Mann, der während einer langen Lebenszeit durch praktische Thätigkeit als Arzt und durch seine Forschungen auf wissenschaftlichem Gebiete iu Bremen zu wirken suchte, war Johann Sophronius Kozak, geb. 1602 zu Ilomatzyowitz in Böhmen, und ein Sohn von dem dort angesessenen Bürger Georg Kozak und Anna Smolik. Die Eltern, der reformirten Beligion angehörig, übergaben der Keligionsunruhen wegen ihren siebenjährigen Sohn dem Grossvater mütterlicher Seits, Benedictus Smolik zü Prag, um ihn bei diesem in der reformirten Religion und zum Studium erziehen zu lassen. Zu demselben Zweck ward er nach einiger Zeit zu dem reformirten Prediger Paulus Dubinus, der Mutter Schwestermann, nach Zabritz in Mähren gesandt. Nach drei Jahren kam er zu dem Grossvater nach Prag zurück und besuchte dort die academia Carolina Pragensis. Als nun der dreissigjährige Krieg begann, ward er im Frühjahre 1618 von seinem Oncle Daniel Smolik auf das Gymnasium nach Bremen gebracht, wohin man damals häufig die reformirte Jugend zur Erziehung hinsandte. In diesem und dem folgenden Jahre 1619 besuchte Kozak die zweite Klasse des hiesigen Gymnasiums, das damals unter dem Bector
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