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Johann Neander.
Ein Zeitgenosse von G. v. Neufville und M. Glandorp war ein Bremer Arzt Joh. Neander. Er wurde 1596 in Bremen geboren, studirte die Arzneiwissenschaft in Leiden und kehrte von da 1623 in die Vaterstadt zurück. Hier scheint er ärztliche Praxis ausgeübt zu haben. Es ist aus seinen Schriften nicht ersichtlich, ob er den Doctorlitel gehabt hat, da er sich selbst nur medicus, philosophus et poela nennt. Ucber sein Leben und seine ärztliche Wirksamkeit fehlen alle Nachrichten, und Neander ist nur als Verfasser mehrerer ärztlichen Schriften bekannt geworden. Aus einigen Stellen in der Sammlung von Anagrammen möchte man mulhmassen, dass Neander mit mancherlei Ungemach zu kämpfen gehabt, wenigstens beklagt er sich, dass er während einiger Jahre sein väterliches Haus verlassen musste, während welcher Zeit er sich bei Beinholdt Westerholt zu Wartthurm bei Bremen aufgehalten zu haben scheint. Der Bürgermeister Eberhardt Dotzen, ein Vetter Neanders, räth demselben von der Poesie zu ernsten Dingen, zur Medicin, zurückzukehren, und er werde sich den Dank der Menschen leichter erwerben als durch die Poesie.
Seine erste Schrift scheint Neander noch in Leiden herausgegeben zu haben; dies war eine Monographie über den Tabak, die unter folgendem Titel erschien: