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Mathias Glandorp,
geb. 1595, 1636.
Ein Zeitgenosse von G. de Neufville war Mathias Glandorp, ein Mann, der auf dem praktischen Gebiete der Arzneiwissenschaft, zumal der Chirurgie, sich grosse Verdienste erworben hat.
Mathias Glandorp war am 18. Januar 1595 zu Cöln geboren und war ein Sohn des dortigen, aus Bremen stammenden, zu seiner Zeit wegen seiner Geschicklichkeil und Erfahrung berühmten Chirurgen Ludw. Glandorp, den auch Guil. Fabricius Hildanus in seinem Buche: de prae- stantia et utilitate anatomiae einen erfahrenen Wundarzt nennt, und der als Lehrer von den, Medicin und Chirurgie studirenden, jungen Männern sehr geschätzt wurde. Seine Mutter hiess Sophie Adams.
Die erste Grundlage in der Religion und in wissenschaftlichen Studien bekam er auf der Schule zu Bremen, der Vaterstadt seines Vaters. Dann ging er nach Cöln zurück und lernte die praktische Chirurgie in der Officin des Vaters und im Umgange mit seinem Bruder Wilhelm, der sich in Frankreich und America als Arzt und Wundarzt rühmlichst hervorgethan hatte. Gleichzeitig begann er daselbst auch die ersten Anfangsgründe der Arzneiwissenschaft unter Peter Holzsteim aus Deventer, der dort professor medicinae primarius und Leibarzt des Churfürsten